Der polnische Black Metal ist seit eh und jeh für seine kompromisslose Härte bekannt. Rohes Geschreddere und brutales, akustisches Gemetzel gibt es dort wie Sand am Meer. Dabei stellen sich die Meisten Bands gar nicht mal so schlecht an, denn BESATT, VADER oder BEHEMOTH sind wohl den meisten Metallern ein deutlicher Begriff.
Die seit 1997 aktiven NON OPUS DEI machen dabei jedoch eine Ausnahme: sie sind nochmal ein Stücken heftiger. Mit Geschwindigkeiten und Blastbeats, die man sonst nur von Bands wie 1349 oder VITAL REMAINS her kennt, begeisterten sie den internationalen Black Metal Underground, und das völlig zu Recht.
Auch ihr aktuelles Release „Eternal Circle“, das vom Namen her auf die nihilistischen Fantasie eines immer wiederkehrenden Lebens abzielt, ist wahrlich kein göttliches Werk. Mit dem bewährten Erfolgsrezept des brutalsten Gebolzes kochen die Polen hier wieder einmal ihr ganz eingenes Süppchen.
Ich persönlich halte den amerikanischen Black Metal, kurz USBM, für durchweg unterschätzt und absolut unberechtigt schlecht angesehen. Viele großartige Bands, wie z.B. NACHTMYSTIUM, XASTHUR oder AGALLOCH bestätigen mit fast jedem Release die hohe Qualität und den hohen Anspruch, zu dem die Amerikaner fähig sein können.
Eines der meisterwarteten Newcomer des USBM ist ohne Frage GALLOWBRAID, eine Ein-Mann-Band, wie sie innovativer nicht sein könnte. Jake Rogers, der Kopf hinter GALLOWBRAID, eignete sich mit einer Mischung aus Black Metal und Folk ein viel versprechendes Erfolgsrezept an, und gestaltete es so lange um, bis er seinen ganz eigenen Stil gefunden hat.
Mit dem Mini-Release „Ashen Eidolon“ stellt GALLWOBRAID zum ersten Mal sein Material der Öffentlichkeit zur Verfügung, und begeistert damit schon jetzt mit qualitativ äußerst hochwertiger Musik, die es schwer macht, zu glauben, dass „Ashen Eidolon“ nur ein Mini-Debüt ist.
Sie sind zurück nach 5 Jahren Pause, die einzigartigen SPIRITUAL BEGGARS. Eine Band, die eigentlich immer mehr nur so eine Art Zweitband für die gestandenen Musiker Michael Amott, Sharlee D'Angelo (beide ARCH ENEMY), Per Wiberg (OPETH) und Janne Christoffersson (GRAND MAGUS) war, die allesamt mit ihren Hauptbands ihre Erfolge feiern durften. Für den letztgenannten Sänger wurden die Verpflichtungen bei seiner Band GRAND MAGUS zwischenzeitlich sogar so groß (dem Deal mit Roadrunner sei Dank), dass er sich zum Ausstieg gezwungen sah. Damit ist „JB“ nach „Spice“ bereits der zweite Sänger, der bei den SPIRITUAL BEGGARS das Handtuch wirft, doch keine Sorge, sein Nachfolger ist beileibe kein Unbekannter. Im Gegensatz zum Rest der Band kommt er aus dem Süden Europas, steht normalerweise bei FIREWIND, deren großer Durchbruch wohl kurz bevor zu stehen scheint, ganz vorne, heißt Apollo Papathanasio und kann seinen beiden Vorgängern auf jeden Fall das Wasser reichen!
Wenn man sich auch nur mal ganz kurz mit dänischem Black Metal befasst hat, so wird einem ein Name ganz besonders oft über den Weg gelaufen sein: „Yngleborgaz“. Das ist auch kein Wunder, denn dies ist der Name eines Künstlers, der in äußerst vielen dänischen Black Metal Bands aktiv mitmischt und die dortige Szene fast im Alleingang gestaltet. Von seinem melancholischen Depressive-Black-Metal-Ein-Mann-Projekt MAKE A CHANGE… KILL YOURSELF über seine Tätigkeit als Basser der Knüppelschwarzmetaller VARDLOKKUR bis hin zu seiner zweiten Black Metal Ein-Mann-Band ANGATYR deckt er schon gut ein Drittel der nennenswerten dänischen Bands ab. Mit „Svig“ meldet sich ANGANTYR nach guten drei Jahren seit der letzten Veröffentlichung endlich wieder zurück.
ANGATYR ist wohl das roheste Projekt von Yngleborgaz, denn es bietet ordentlichen, konventionellen und vor allem rohen Black Metal ohne Schnörkel. Statt vielseitigem, abwechslungsreichem Spiel gibt es fesselnde, monotone Riffs, welche durch ihre bloße, klangliche Qualität begeistern können. Das zumindest bestätigten nicht zuletzt zahlreiche Ausverkäufe der älteren Alben, die es „Neulingen“ sehr schwer gemacht haben, an die verzaubernden Klänge zu kommen.
Klassiker, Legende, zu UFO braucht man glaube ich nicht mehr viel zu sagen. Nach den Spacerock-Anfängen der frühen Siebziger startete man mit der Verpflichtung des Gitarrenhelden Michael Schenker 1974 richtig durch. Fünf Alben nahm man mit ihm auf, wurde zu einer der führenden Bands der Dekade, bevor man sich aufgrund kollidierender Persönlichkeiten von dem Deutschen trennte.
Trotz vieler Besetzungswechsel blieben die Briten weiterhin ein Name in der Hardrockszene, der wieder mehr Glanz mit der Reunion 1993 bekam. Auch wenn man das ständige Rein-Raus-Spiel mit dem Axtmann 2003 endgültig aufgab und ihn durch Vinnie Moore (u.a. VICIOUS RUMORS, ALICE COOPER) ersetzte, zählt man heute noch zu den vitalsten Dinosauriern des Genres.
Alleine im letzten Jahrzehnt nahm man fünf Studiodreher auf, ist ständig auf Tour und muss das Dasein nicht auf Oldienächten fristen. Nun erscheint eine Zusammenfassung eben dieser Scheiben, welche die aktuelle Stärke aufzeigen soll unter dem Titel "The Best Of A Decade".
Diese junge Formation hat ihre Anfangstage schon vor kurzem hinter sich gebracht. Nachdem das Debütalbum „Menschenhai“ aus dem Jahre 2009 von Lugozzi Records herausgebracht wurde, interessierte sich die Firma Noizegate Records an der Veröffentlichung der aktuellen EP „The Value Of Diamonds“. Die vier Burschen aus Münster mit der wahnsinnig-verstörenden Bandbiografie verbauen ihre persönlichen und einzigartigen Lebenserfahrungen in ihren Metalcore und produzieren trotz der großen Flut an derartigen Veröffentlichungen dennoch ihren eigenen Stil.
Aus Norwegen kommen selten Undergroundbands auf den Tisch. Außer einer Myspace-Seite liegen mir auch keinerlei Informationen vor. Aber so kann man sich voll und ganz auf die Mucke konzentrieren.
Etwas altbacken könnte man beim ersten Durchlauf denken, alleine von den Songstrukturen, viel Platz für moderne Elemente bleibt in den Songs des aktuellen Albums „Inappropriate“ nicht, hier wird eher traditioneller Metal geboten. Während musikalisch ein Mix aus Thrash-, Power- und Speed Metal geboten wird, hält sich Sänger Dreggur an einen Stil zwischen Death- und Thrash Metal. Auch der Rest ist recht fit an den Instrumenten, wenn das auch live mit nur einer Gitarre eventuell etwas dünn klingen mag.
Das tolle an der deutschen Underground-Metal-Szene ist für mich immer wieder, dass sie äußerst häufig für Überraschungen gut ist. So zum Beispiel durch die hamburger Band OPHIS, die seit 2002 mit einer äußerst finsteren und eigenständigen Mischung aus Death Metal und Doom Metal für sich begeistern kann.
Nach einigen Tape-Releases, einem Full-Length-Release und diversen Demos veröffentlichen sie nun mit „Withered Shades“ ihr zweites vollwertiges Album, in dem sie wieder durch ihre einzigartigen Kompositionen die akustische Finsternis aus den heimischen Boxen heraufbeschwören.
Es gibt viele Bands, über die viel in der Welt des Metals debattiert wird. AVENGED SEVENFOLD, oder kurz A7X, ist eine davon. War der Trupp aus Huntington Beach (Kalifornien) Anfang des 21. Jahrhunderts noch dafür bekannt mit MetalCore kräftig auf den Putz zu hauen, sind sie mittlerweile massentauglicher geworden und eher in die Richtung des klassischen Heavy Metals abgedriftet. Mit "Nightmare" soll dieser Pfad nun konsequent weiter beschritten werden. Doch nach dem Tod von Drummer Jimmy "The Rev" Sullivan im Dezember vergangenen Jahres stand das Projekt auf der Kippe. Mit dem wohl weltweit besten Drummer, Mike Portnoy von DREAM THEATER, meldeten sich AVENGED SEVENFOLD im Februar zurück, um ihr Album nun endlich fertig einzuspielen. "Nightmare" ist ein Konzeptalbum geworden, eine Reise durch Wahnsinn, Verzweiflung und den Tod.
In letzter Zeit scheint Doom Metal wieder eine größere Rolle im metallischen Untergrund zu spielen. Besonders das Subgenre Epic Doom, welches von Kappellen wie CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS beherrscht wird, erfreut sich wieder größerer Beliebtheit, denn es gibt immer mehr Bands, die auf schwere Riffs setzten. Neben hoffnungsvollen deutschen Bands, wie zum Beispiel WHEEL, MIRROR OF DECEPTION oder DOOMSHINE, weht auch aus Südamerika frischer Wind aus der Gruft. Genauer gesagt stammt die Formation CAPILLA ARDIENTE aus Chile. Doch Sänger / Rhythmusgitarrist Felipe Plaza Kutzbach und Bassist Claudio Botarro Neira konnten schon bei den Doomern PROCESSION Erfahrung sammeln. Die Leadgitarre und der Drumhocker wurden von Sessionmusikern besetzt: ersteres von Quincy Hevia und auf die Schießbude hat Alejandro Arce eingedroschen. Heraus kam dabei die EP “Solve Et Coagula”.
Es gibt gute Rocksänger die werden groß und andere, die
schaffen es trotz viel Talent nie. Zu zweiter Kategorie gehört zweifelsohne der
Amerikaner TERRY BROCK, der immer wieder an den großen Kapellen vorbei
rutschte. Schon 1983 als Steve Walsh bei KANSAS ausstieg reichte es nur zum
Backgroundsänger hinter John Elefante. In den Folgejahren kreuzte er noch öfter
die Wege der PompRock-Götter, direkt danach sang er bei STEVE MORSE, der dann
deren Gitarrist wurde.
Seine größten Erfolge feierte er Ende der 80er mit dem schottischen
AOR-Geheimtipp STRANGEWAYS. Doch nach zwei sehr starken Alben war nach internen
Querelen und sich ändernden musikalischen Zeitgeist auch wieder Schicht. Die
nächste große Chance blieb ihm verwehrt als sich Ritchie Blackmore nach dem
Ausstieg von Ian Gillan für seinen ehemaligen Weggefährten Joe Lynn Turner als
Fontmann von DEEP PURPLE entschied. Witzigerweise singt heute Gillan zusammen
mit Brocks Ex-Kumpan Morse wieder beim britischen Flaggschiff.
Eine weitere Zusammenarbeit mit einem KANSAS-Mitglied war
SEVENTH KEY mit Basser Billy Greer. Dort lernte er den Gitarristen und
Songwriter Mike Slamer kennen mit dem er vor vier Jahren den SLAMER-Dreher
„Nowhere Land“ einspielte. Im Gegenzug arbeitete dieser mit Brock an seinem
zweiten Soloalbum „Diamond Blue“, welches nun in die Läden kommt.
„Dream The Dream“ ist das sage und schreibe 11. Soloalbum von STAN BUSH und ich muss gestehen, ich habe bislang noch nie etwas von diesem amerikanischen Singer/Songwriter gehört, der es scheinbar vor allem jenseits des großen Teichs zu einiger Berühmtheit gebracht hat; 1997 hat er zum Beispiel einen Emmy gewonnen für irgendeine Seifenopertitelmelodie und mit einigen Größen der Szene wie ALICE COOPER, PETER FRAMPTON oder PAUL STANLEY hat der Mann auch schon gearbeitet. Darf ich ehrlich sein, wirklich Lust auf „Dream The Dream“ macht das alles nicht gerade, aber man lässt sich ja gerne auch positiv überraschen.
Schon seit nun weit über zwei Dekaden setzen die 1987 gegründeten US-Todesbleier von MALEVOLENT CREATION die weltweite Death Metal Szene in Aufruhr. Als eine der wenigen Kult-Bands, die heute aktiver als nie zuvor ist, verstand sie es schon immer, brutalsten Death Metal der ältesten Schule nicht nur zu spielen, sondern auch aktiv mitzugestalten. Bekannt für die unzählbaren Besetzungswechsel (über zehn Drummer, vier Basser, acht Gitarristen…), variierte auch von Album zu Album die Musik. Dabei bewegte diese sich jedoch immer an der Härtegrenze, denn alles, was nicht brachial, schnell oder heftig ist, hat bei MALEVOLENT CREATION noch nie etwas verloren gehabt.
Der neueste Schlag der US-Death Metal-Institution, „Invidious Dominion“, unterscheidet sich zumindest von der Besetzung her nicht stark vom Vorgänger „Doomsday X“, denn es wurde lediglich der Basser ausgetauscht. Man kann also erwarten, dass die Mitglieder nunmehr schon etwas besser aufeinander abgestimmt sind.
Der überraschende Split von HAREM SCAREM im Jahre 2008 hinterließ in der Melodic Rock Szene eine Lücke, die bislang noch von keiner anderen Band geschlossen werden konnte. Klar ist der kanadischen Band nie der große Wurf gelungen, die Qualitäten von Alben wie „Higher“ oder „Weight Of The World“ sind jedoch unbestritten. Ebenso überrascht wie über die Trennung musste man anschließend sein, dass die Musiker sich komplett zurückgezogen haben, von weiteren Projekten hat man nie etwas gehört, bis, ja bis Frontiers Records im Juni diesen Jahres ein neues Studioprojekt mit HAREM SCAREM Sänger Harry Hess ankündigte, der sich mit dem deutschen Produzenten Dennis Ward (PINK CREAM 69, PLACE VENDOME uvm.) zusammengetan hat, um musikalisch an die alten Zeiten anzuknüpfen.
In den USA sind die Hard Rocker BUCKCHERRY aus Jamestown, New York bereits seit Jahren eine etablierte Band, die schon mehrfach mit Platin ausgezeichnet und für einen Grammy nominiert war. In unseren Breitengraden ist der mainstreamtaugliche Rock der Truppe mit einem Anagram von Rock ´n´ Roll - Legende CHUCK BERRY als Namen noch nicht in der oberen Liga angekommen, doch vielleicht ändert sich das mit dem neuen Album “All Night Long”. Die Mischung aus radiotauglichen Balladen und schnell zündenden Rocksongs sollte auch hierzulande funktionieren. Beschäftigen wir uns also mit der neuen Platte und wägen ab, ob sie sich für eine ganze Nacht eignet …
Muss man eigentlich aus Großbritannien sein, um Britpop spielen zu dürfen? Die Wiener Band CURBS wird diese Frage mit einem eindeutigen nein beantworten, denn es ist nichts anderes als das, was in den Neunzigern als Britpop in der Mode war, was uns der österreichische Vierer auf seinem inzwischen dritten Studiooutput „The City Of Dreaming Spires“ serviert. Die CURBS bewegen sich in der Tradition von Bands wie THE VERVE, PULP, SUPERGRASS, ASH, BLUR und einigen anderen. Das ist nicht besonders innovativ, aber man kann immerhin eine Lücke schließen, denn viele der Originale sind inzwischen in der Versenkung verschwunden, und die Nachrücker wie FRANZ FERDINAND, THE KILLERS oder KAISER CHIEFS sind nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei.
Inspiriert von CREED und ALTER BRIDGE, die bei mir aktuell ziemlich oft laufen, freue ich mich in letzter Zeit immer häufiger, wenn mal wieder eine Platte aus dem Alternative Sektor in meinem Player landet und zur Rezension ansteht. Da kommen die Franzosen von 7 WEEKS gerade recht, die bereits seit dem Herbst des letzten Jahres ihr Debütalbum „All Channels Off“ am Start haben, das diesen Monat auch hierzulande offiziell veröffentlicht wird.
Wirklich viel neues konnte der Melodic DeathMetal in den letzten Jahren nicht gerade hervor bringen. Und daran werden auch DEAD EPISODE mit ihrer 2010er EP "Symposium of Death" nichts ändern. Interessanter ist hier allerdings die Frage, ob das wirklich so schlimm ist? Und das kann ich getrost mit "Nein" beantworten. DEAD EPISODE bestehen seit 2004 und haben in den gut sieben Jahren Bandgeschichte in ihrer Heimat, in Nordrhein-Westfalen, schon für manches Aufhorchen gesorgt, u.a. bei diversen Emergenza Auftritten. Dieses Jahr soll dann endlich der große Wurf gelingen und der Bekanntheitsgrad der Band weiter gesteigert werden.
"Wir kommen königlich Royal mit dem Mic als Zepter!" So großspurig verkündeten es einst die Deichkinder in einem Song - ja, ich weiß, "WaswillenderjetzmitderHip-Hop-Kacke?" schießt wohl vielen von euch gerade durch den Kopf.
Aber tauschen wir das "Mic" mit einer Klampfe und transferieren diese Zeile auf das Gitarrengenre, wird über kurz oder lang diese Aussage auf die Schweden ROYAL REPUBLIC wie Arsch auf Eimer passen!
Denn wo ihre Landsmänner THE HIVES ihre Punk-Roots irgendwann haben liegen lassen, packen diese vier Jungs das Gewächs an eben diesen, setzen es in ein königliches Beet ein und lassen es gedeihen. Gedüngt mit ein wenig funkigen Groove und einem guten Schuß Augenzwinkern wuchs hieraus "We Are The Royal"; eine Pflanze mit einer Menge blauem Saft und Rotze in den Halmen - quasi die Pinkelprinzen des Rock!
Nicholas Capel ist so einer dieser akribischen
Studiotüftler, wie man sie im Prog-Bereich häufig findet. Der Mann lebt aber
seine Profession als notorischer Einzelgänger, sowohl im Leben als auch in der
Musik. Schon bei dem Debüt seiner Band DEMIANS hat er alle Instrumente
selbst eingespielt, auch wenn er für Auftritte Musiker zusammen getrommelt hatte,
so begab er sich nach der Tour wieder alleine ins Studio. Für den Franzosen
kein Problem, beherrscht er doch so ziemlich alles was man an Instrumentarium
aufbieten kann, sei es Gitarre, Streicher, Schlagzeug oder Piano. Zwei Jahre
nach „Building An Empire“ kommt er nun mit „Mute“ hervor ans Licht.
INFINIGHT sind für mich eigentlich etwas ganz Besonderes.
Vor drei Jahren sah ich sie eher zufällig in der Pirmasenser Rockkneipe „Zur
Schwemme“ und war sofort Feuer und Flamme für ihren eingängigen Power Metal.
Was folgte waren noch zwei weitere Konzerte (als Vorband von SILENT FORCE und
ein Gig in Sulzbach) die mich immer mehr auf ein Folgealbum des geilen „Sea Of
Knowledge“ hoffen ließen. Auf das ließ die saarländische Powermetal-Hoffnung
die Fans allerdings recht lange warten, um ihn „Like Puppets“ dann eher
unbeachtet zu veröffentlichen.
Ich wiederhole mich, wenn ich erwähne, dass der moderne Death Metal nur noch sehr wenige “Trademarks” des klassischen Death Metals, wie er Ende der 80er entstanden ist, beinhaltet. Der Core-Faktor hat starken Einfluss genommen in die Metalwelt, es ist mittlerweile eine deutliche Kluft entstanden zwischen dem klassischen und dem modernen Lager bzw. Old School und New School. Selbst dieser Begriff ist eher dem Core als dem Metal entnommen, aber hier ist man sich bei der Bezeichnung wohl auf beiden Seiten einig.
Wenn auch vielleicht die Musiker aus verschiedenen Musikzeitaltern stammen, so sind die Fans jedoch überwiegend noch die Gleichen, will heißen, junge und alte Anhänger dieser Metalart huldigen nach wie vor der Tradition, wenn das auch umgekehrt eher weniger der Fall ist, da manchmal die nötige Akzeptanz fehlt.
Heutzutage braucht man für Death Metal auch nicht mehr zwangsläufig dieses grimmige brutale Auftreten, ein „Nu Deather“ ist rein äußerlich so gut wie nicht auszumachen bzw. zu definieren. Es wird mehr gequiekt und gepresst statt nur zu growlen und zu grunzen. Instrumentell hält man sich allerdings schon stringent an die Ursprünge, wenn auch mehr Melodien und groovende Riffs Verwendung finden.
Ein sehr griffiges Beispiel ist hierbei der aktuelle Output der Ludwigshafener Todesmetaller SPHERON, die mit ihrer Debut-EP „To Dissect Paper“ eine wahre Lehrstunde abgeben, wie moderner, zeitgemäßer und vor allem echt guter Death Metal im 21. Jahrhundert klingen soll und klingen kann.
Wohl kein Album wurde in letzter Zeit in der Hardcore-Szene so sehnsüchtig erwartet wie die neue Scheibe der Hardcore-Veteranen TERROR aus Los Angeles. Hier ist nun das mittlerweile sechste Album der Band mit dem Titel „Keepers Of The Faith“. Die 13 neuen Tracks wurden von Chad Gilbert von NEW FOUND GLORY (A DAYTO REMEMBER, H2O) in den Buzzbomb Studios in Orange County produziert. Für den Mix war Matt Hyde (SLAYER, HATEBREED) verantwortlich. Und das Mastering übernahm Paul Miner (DEATH BY STEREO, ADAMANTIUM). Was bieten einem Scott Vogel (Vocals), Martin Stewart (Guitar), Jordan Posner (Guitar), Nick Jett (Drums) und David Wood (Bass) auf ihrem neuen Album?
Fast vier Jahre mussten die Fans auf ein neues Album von der Band um Anführer Zakk Wylde warten, abgesehen von dem Best Of “Skullage” im letzten Jahr. Nun hat das Warten ein Ende, die Vorankündigungen überschlugen sich, die Hoffnung und das Bangen, die Ungewissheit auf das, was da kommen mag, wuchs bei Presse und den Members ins Unerträgliche.
In diesen vier Jahren ist einiges passiert neben der Entstehung von „Order Of The Black“. Zakk war das ein oder andere Male im Krankenhaus, Ozzy Osbourne trennte sich von ihm im Guten, die Stellen am Bass und am Schlagzeug waren recht anfällig. Zakk soll nun das Trinken zumindest so gut wie eingestellt haben, Ozzy monierte, dass seine Alben zu sehr nach BLACK LABEL SOCIETY klingen – was ein Wunder, wenn der Gitarrengott fast alle Songs schreibt – und der Posten von James Lomenzo am Bass ist durch John DeServio sowie der von Craig Nunenmacher an den Drums durch Will Hunt ersetzt worden.
All das verhalf natürlich gerade der Presse zu einer gelungenen Überbrückung des Albumreleases, BLS blieb weiter im Gespräch, auch ohne aktuelles Album, und der Name wurde zu Promotionzwecken auch oft genug in der Öffentlichkeit genannt. Nun ist es an der Zeit, sich auf das aktuelle Album zu konzentrieren und die gemeisterten Hürden als erledigt abzuhaken.
Schade, wenn eine junge aufstrebende Formation keine Aufmerksamkeit bekommt, weil sie in der Flut der Veröffentlichungen lokaler Bands untergeht. Denn musikalisch haben BURN TO ASHES einiges zu bieten. Direkt nach dem Intro weiß man schon, welche Band hier hauptsächlich Pate gestanden hat: METALLICA und Co. Nicht nur instrumentell, auch gesanglich hört sich der Dreier aus Hermeskeil hier und da nach James Hetfield und Konsorten an.
Im britischen Königreich neigt man schnell dazu, junge Bands als das ultimative nächste große Ding zu pushen bzw. zu hypen - so geschehen auch mit den Walisern KIDS IN GLASS HOUSES, die nach nur einer veröffentlichen EP vom KERRANG! direkt mit Lorbeeren überschüttet wurden, sich diverse Support-Touren (u.a. LOSTPROPHETS, 30 SECONDS TO MARS) und Festival-Gigs (DOWNLOAD, READING) angeln konnten und somit seit drei, vier Jahren auf den Insel in aller Munde sind - sofern man auf poppigen Emo-Rock stehen sollte.
Und genau an dieser Stelle werden die meisten von euch das Review verlassen haben...aber "Halt!": Die jungen Waliser haben tatsächlich ihre Qualitäten und ein Gespür für catchy Melodien und Arrangements, wenn auch nicht wirklich Headbanger-kompatibel...
Es gibt wohl keine Band auf dieser Welt, die sich selbst eingestehen würde, lediglich eine von viel zu vielen Kombos zu sein, die sich absolut identisch anhören. Genauso bei NEVERLAND IN ASHES, auf deren Homepage man lesen kann, dass diese Band versucht ist, endlich wieder einmal Musik entstehen zu lassen, die mehr ist als nur die „Kopie einer Kopie einer Kopie“. Ihr Geheimrezept für die Durchsetzung dieses Plans ist Melodic Death Metal, der von diversen Metalcore und Death Metal Bands wie u.a. HEAVEN SHALL BURN und AS I LAY DYING inspiriert ist.
Nun ja, ob das so sinnvoll ist, wenn man neue, innovativere Musik machen möchte, die sich klar vom Rest der Masse abheben soll wird wohl immer Geschmackssache bleiben. Immerhin sind diese Bands genau jene, die eigentlich jeder neueren Band als Inspirationsquelle dienen.
Mit dem Debütalbum, das den kuriosen Namen „8:16“ trägt, geben die Kölner von NEVERLAND IN ASHES ein erstes, überregionales Lebenszeichen von sich.
Die wuppertaler Band HOPELEZZ ist bekannt für modernen Metal, wie er im Bilderbuche steht. Durch zahlreiche gewonnene Bandcontests und Auftritte mit u.a. SEPULTURA und ILL NINO konnte sich diese Kombo einen Namen in der Szene machen, der wirklich respektabel ist, wenn man bedenkt, dass es HOPELEZZ gerade mal seit wenigen Jahren gibt.
Mit der EP „Source Of Ignition“ veröffentlicht die Band eine Art Debüt, worüber sich wohl so mancher Metalcore-Junkie sehr freuen wird.
Gerade in den weniger populären Metal-Subgenres sprießen unzählige Ein-Mann-Bands wie die Pilze aus dem Boden. Viel zu oft sind diese nicht weiter der Rede wert, da sie entweder bloßer Abklatsch sind oder einfach nur grottig schlecht. Manchmal erweckt dies den Eindruck, dass wirklich jeder, der ein Instrument in die Hand nehmen kann, auch gleich der Meinung ist, ein hörenswert virtuoses Spiel an den Tag legen zu können. Doch zum Glück gibt es vereinzelt tatsächlich Menschen, die ganz alleine dazu in der Lage sind, mit ihren Instrumenten Atmosphären herbeizuzaubern, denen keine noch so gut organisierte Band das Wasser reichen kann.
HAIDUK ist eine ganz frische Ein-Mann-Band aus Kanada, die offiziell 2009 gegründet wurde und schon im Januar 2010 mit der Demo „Plagueswept“ ihr Debüt auf die Menschheit loslässt.
Bereits seit über zehn Jahren treibt eine Band aus Trier ihr Unwesen im deutschen Black Metal Underground. Die 1998 gegründeten CRUCIFIXION kamen seither nicht wirklich großartig an die Öffentlichkeit, da, von einigen Demos abgesehen, es einfach keine entsprechenden Veröffentlichungen gab.
Um genau das zu ändern, veröffentlichten die Trierer nun mit „Liquid Fire“ eine EP, die wohl auch die breitere Masse auf den Geschmack ihrer Musik kommen lassen soll.
FIR BOLG ist eine Ein-Mann-Band, die sich schon seit 2006 mit Hilfe von diversen Gastmusikern am Leben hält. Verschrieben hat sich das Projekt dem in Frankreich nahezu gar nicht vertretenem Pagan Metal. Schlecht angestellt haben kann sich Dagoth, der Kopf hinter FIR BOLG, jedenfalls nicht. Seine 2008 erstmals veröffentlichte, auf 500 Exemplare limitierte MCD „Paganism“ wurde mit offenen Armen in Empfang genommen, und erfreute sich allgemein eines guten Feedbacks.
Trotz der gemeinsamen Konzerte mit z.B. NEGURA BUNGET blieb der große Erfolg außerhalb Frankreichs leider aus.
Der Labelwechsel zu Schwarzdorn Productions, der 2009 besiegelt wurde, hat nun jedoch zur Folge, dass FIR BOLG sauber und umfangreich promotet wird.
Es nimmt schon manchmal bizarre Züge an, mit welchen Bands ein "Metal Webzine" so manches Mal bemustert wird. KAPOOLAS aus der Schweiz zum Beispiel lassen sich zwar nur schwer musikalisch einordnen, aber hier wird am härteren Rock nur selten gekratzt - an und für sich kein Problem für den Scheuklappen-freien Rezensenten, aber dennoch brauchts hier einige Zeit, sich an den "zahmen" Sound zu gewöhnen.
Das ebenso gewöhnungsbedürftige (um nicht zu sagen: dämliche!) Cover verursacht im Voraus auch eher Stirnrunzeln denn Begeisterungsstürme.
Allerdings: Es zählt nach wie vor die Musik! Und sofern man sich für Independent-Töne begeistern kann, SLUT und GIRLS IN HAWAII nicht in erster Linie mit Schweinskram in Verbindung bringt, ja für den sind KAPOOLAS ein Geheimtipp, soviel vorweg!
So langsam kriege ich echt die Krise! Mit „Home“ darf ich nun binnen ganz kurzer Zeit schon die zweite EP einer Hobby-Band besprechen, die uns außer doofem Geschwafel nix an Infos zur Verfügung stellt. Ganz im Gegenteil, mit einer ominösen Musikkapelle Imming will man uns anscheinend verarschen. Getreu dem eigenen Motto, dass man „lieber von vielen gehört, als von wenigen gekauft werden“ will, lassen die drei Musiker (Amadeus Mader, Mathias Magerle und Hans-Peter Ganner) aus Innsbruck lieber die Musik sprechen, statt große Worte zu verlieren.
Lange hatte ich am Debüt von INSTRUMENT zu knabbern, ganz ehrlich! Denn wo "Post Rock" drauf steht, läuft es eben nicht immer wie bei LONG DISTANCE CALLING oder OCEANSIZE, die den Hörer beim ersten Hören einfangen - mit viel Geduld und (Ohren-)Spucke muss man sich so manches Stück Musik erst einmal erabeiten - so wie in diesem Fall bei INSTRUMENT.
Die vier Münchner sind aber keineswegs völlig grün hinter den Ohren; zum Teil wurde schon bei COSMIC CASINO Erfahrung gesammelt und das hört man der Truppe auch ohne Umschweife an!
Bei spanischem Black Metal weiß man nie was einen erwartet. Genau genommen liegt das aber vor allem daran, dass es nicht allzu viele Black Metal Bands aus diesem Land gibt.
XERION ist eine solche spanische Kombo, die sich seit 2001 im europäischen Underground bewegt. Durch zahlreiche Demos, Split-Releases und bis jetzt nur ein dreißigminütiges „Full-Length-Release“ machte die Band auf sich aufmerksam, doch bis jetzt ohne wirklichen Erfolg.
Ihr zweites, richtiges Full-Length-Album „Cntares Das Loitas Esquecidas“ hört sich ja schon irgendwie an wie ein spanisches Folklore-Klangwerk. Und genau das ist es, was den Hörer erwartet: folkiger, monumental melodischer und heroisch anmutender Folk Black Metal.
Konnten mich HANGAR mit ihrem letzten Output „Infallible“ vor kurzem nicht so recht begeistern, so liegt es nun an ihren brasilianischen Landsleuten von CARAVELLUS mit einer vergleichbaren Scheibe („Knowledge Machine“) in einem vergleichbaren Genre (Melodic Power Metal) bei mir zu punkten. „Knowledge Machine“ ist übrigens nach KERION's „The Origins“ erst die zweite Veröffentlichung des noch jungen kanadischen Labels Metalodic Records und im Übrigen auch erst das zweite Album von CARAVELLUS selber, deren 2007er Debüt „Lighthouse And Shed“ noch bei Erpland Records erschienen ist. Im Vergleich zum Debütalbum hat sich das Besetzungskarrusell bei den Brasilianern kräftig gedreht, mit Gitarrist Glauber und Keyboarder Daniel sind nur noch zweifünftel des Gründungs-Line-Up's dabei. Wie schlagen sich nun CARAVELLUS mit ihrem zweiten Album?
Und wieder ein Album aus dem Hause „echter Schwedentod“. INTERMENT sind quasi ein Ableger von DEMONICAL, der momentanen Speerspitze der Old School Sweden Death Fraktion. Die Frage, inwieweit es Sinn macht, eine sehr ähnlich geartete Band als Zweitbeschäftigung aufzubauen lässt die generelle Frage auftauchen, ob es viel Sinn macht, dass zig Kapellen aus dem Boden schießen, die alle die exakt gleiche Musik fabrizieren.
Ein Zombie-ähnlicher Crossover-Thrasher mit Riesen-Baseballcap a la SUICIDAL TENDENCIES steigt aus einer giftgrünen Sauce empor. Ganz klar: THE PROPHECY 23 sind die deutsche Antwort auf MUNICIPAL WASTE! Zumindest wird die Band mit „Brutal Thrash Metal“ Bannern und Comiczeichnungen den geneigten Wahnsinnigen schmackhaft gemacht.
BLIND GUARDIAN, ICED EARTH und wie sie alle heißen mögen, haben für
viele Mitte/Ende der Neunziger ihren musikalischen Zenit erreicht.
Vorbei scheint die Zeit in der Alben wie "Nightfall In Middle-Earth"
oder "Something Wicked This Way Comes" für mächtig Aufsehn gesorgt
haben. Vorbei scheint die Zeit in der jeder zweite Metaller ein ICED
GUARDIAN Shirt trug. Vorbei scheint auch die Zeit zu sein in der man
sehnsüchtig auf neuen Output von Mastermind Jon Schaffer gewartet hat.
Mag es an den verhaltenen Reaktionen zu den neuerlichen Aufgüssen der
"Something Wicked"-Saga liegen, oder am schier unendlichen Patriotismus
Jons... ich weiß es nicht. Dieser Tage erschien, fast schon
klammheimlich, sein neustes Kind: das Album "Brush-Fires Of The Mind" seines
Solo-Projekts SONS OF LIBERTY.
Endlich wieder einmal ein Lebenszeichen vom deutschen Black Metal-Underground, das sich wirklich hören lassen kann!
TAUTHR müsste eigentlich ein Urgestein sein, das seit der Gründung 1991 die deutsche Metallandschaft mitgestaltet. Da aber lediglich ein paar Demos veröffentlicht wurden, blieb der große Ruhm natürlich aus. Auch die Auflösung der Band, die sich über viele Jahre hinweg zog, bildete nicht unbedingt das idealste Fundament für einen langfristigen Erfolg.
Vermutlich hatten Basser, Gitarrist und Drummer durch die Gründung von ENDSTILLE (!) einfach keine Zeit mehr für TAUTHR (was aber höchstwahrscheinlich keinen Black Metaller stören wird).
Nun jedenfalls veröffentlichen die Schleswig-Holsteiner nach knapp zwanzig Jahren mit „Life-Loosing“ ihr erstes „richtiges“ Full-Length-Album.
Spätestens seit den miserablen FAIRYLAND Machwerken und den dazugehörigen peinlichen Live-Auftritten (ich erinnere mich mit Schrecken), sollte man wissen, dass symphonischer Heavy Metal aus Frankreich mit Vorsicht zu genießen ist. Dementsprechend gehe ich mit etwas gemischten Gefühlen an das zweite Album der französischen female-fronted Band KERION ran, deren erster Output „Holy Creatures Quest“ mangels Promo vom damaligen Label Thundering Records komplett untergegangen sein dürfte. Das neue und noch frische Label Metalodic Records dürfte sich diesbezüglich deutlich mehr ins Zeug legen, aber lohnt sich diese Mühe auch oder ist „The Origins“ genau so unnötig wie die angesprochenen FAIRYLAND Peinlichkeiten?
Gleich zu Beginn muss ich mir erst einmal etwas Luft verschaffen, wie es nur sehr selten vorkommt. Leute (damit seid Ihr gemeint, die Band!), danke für die Promo, aber so geht das nicht! Wenigstens ein paar Infos über euch und eure Platte wären wirklich nett gewesen! Aber NULL, das kann nicht euer Ernst sein? Nun, wenn ihr nicht wollt, dann will ich auch nicht. Von daher fasse ich mich kurz und komme ohne Umschweife zur ersten EP („PFX“) dieser vier Jungs aus Berlin, die seit 2007 existieren. Wenigstens das konnte ich, dem Internet sei Dank, recherchieren.
SENSES MAY WITHER aus dem Großraum München existieren seit 2006. Und spielen seit 2010 in der Besetzung Michi (Vocals/Guitar), Max (Guitar), Matthias (Bass) und Nico (Drums). Mit „Senses May Wither“ veröffentlichen die Jungs nun ihr Debüt in Form einer 4-Track-EP. Produziert wurde die Scheibe von FREAKY FUNKING WEIRDOZ Gitarrist Werner Ponikowski, welcher hier eine sehr gute Arbeit geliefert hat. Der Sound ist absolut klar und transparent und verfügt über eine ordentliche Lautstärke.
Es gibt schon zu viele Compilations, die alles vereinen, was Rang und Namen hat. Um diesem Trend effektiv entgegenzuwirken hat sich das Label „Micro Phonics“ dazu entschieden, dem saarländer Underground eine Veröffentlichung pro Jahr zu widmen. Dadurch ist gewährleistet, dass sich auch alles, was (noch) keinen Rang und Namen hat, einer kleinen Hörerschaft vorgestellt wird.
Die Compilation-Reihe „Saarland Underground Metal“ gibt es schon seit 2005 und erfreut sich immer einer großen Beliebtheit. Zu erschwinglichen Preisen gibt es für dieses Jahr ganze zwei CDs, die musikalisch alles vereinen, was das unscheinbare Saarland an Metal so zu bieten hat.
Ich für meinen Teil muss gestehen, dass ich weder mit Emo-Musik noch mit Powerpop oder Alternative viel anfangen kann. Vielmehr finde ich den ganzen Hype um derartige Sachen einfach etwas übertrieben, zumal ich die Musik für mich als einfach zu kitschig und zu „emotional“ abgestempelt habe.
Die nürnberger Newcomer THE BLACKSCREEN bilden jedoch eine große Ausnahme, denn ihre Musik ist zum Großteil einfach erfrischend ohrenschmeichelnd.
Nach einem Bandbestehen von lächerlichen zwei Jahren, einem veröffentlichtem Demo und einem Sampler-Beitrag, folgt nun das erste zünftige Full-Length-Release „Tiny Melodramas“, das wohl jedem zeigen wird, dass gute Musik auch jenseits des persönlichen Genrehorizonts existiert.
Seit dem letzten Streich von DANZIG sind mittlerweile sechs Jahre ins Land gezogen. Doch im Jahre 2010 beglückt uns der “Elvis from hell” mal wieder mit einem neuen Longplayer. Die 2007 erschienene Best Of / Compilation “The Lost Tracks Of Danzig” mal nicht mitgerechnet, machte sich der Muskelprotz die letzten Jahre über rar und glänzte eher durch Negatives, wie zum Beispiel Raufereien hinter der Bühne … doch mit seinem neuen Album “Deth Red Sabaoth”, bei dem die Axt von Saitenhexer Tommy Victor (PRONG) geschwungen wird, möchte Glenn wieder an seine alten Glanztaten ranreichen. Möge der Sabbath beginnen!
Finnland ist wohl die erste Anlaufstelle, wenn es um dreckigen, rohen Black Metal der alten Schule geht. Eher untypisch für dieses Land sind moderne Grenzgänge in diesem Genre, wie sie von z.B. GLORIA MORTI fabriziert werden.
Das 1999 ursprünglich als Thrash Metal-Kombo geplante Projekt änderte nach einigen Besetzungswechseln ihre musikalische Ausrichtung, indem sie sich eher der Black/Death Metal-Richtung zuwendeten. Seither konnten GLORIA MORTI bereits mit den Alben „Lifestream Corrosion“ und „Eryx“ die internationale Musikpresse für sich begeistern. Die große Popularität blieb dennoch aus, weshalb sich diese Band noch überwiegend im europäischen Underground aufhält.
Ihr aktuelles Album „Anthems Of Annihilation“ verfolgt weiterhin die Kombination aus modernen Elementen, die in allen heftigen und schnellen Geschwindigkeiten, ausgestaltet werden. Dazu verpassen GLORIA MORTI ihrer Musik noch einen ordentlichen Schub Melodie, der in die Songstrukturen sehr gut einbezogen wird.
Die Band DEMONIC RESURRECTION stammt aus der indischen Großstadt Mumbai, und hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, aller Welt zu zeigen, wie melodisch man Black Metal machen kann. Deutlich sind Einflüsse von symphonischen Maximalisten wie EMPEROR und DIMMU BORGIR zu vernehmen, weshalb Freunde der rohen Musik einen weiten Bogen um diese Band machen sollten. Ihr aktuelles Werk „The Return To Darkness“ ist das dritte Full-Length-Release der Inder, das relativ zeitnah an ihrem Zehnjährigen veröffentlicht wird.
Black Metal aus dem fernen Osten ist an sich schon immer eine abenteuerliche Angelegenheit gewesen. Überwiegend kann man davon ausgehen, dass die Interpreten den Schwarzmetall so klingen lassen, wie sie denken, dass er sich anzuhören hat. Das klappt leider nur sehr selten, weshalb es wirklich nur sehr wenige renommierte Bands aus diesem Erdenteil gibt (wobei Ausnahmen wie z.B. GALLHAMMER oder IMPIETY die Regel eindrucksvoll bestätigen).
Deutsche Pagan Metal Bands – so könnte man meinen – sprießen heutzutage wie Pilze aus dem Boden. Zu unserem großen Glück sind da jedoch nicht ausschließlich Blindgänger dabei, sondern teilweise auch absolut geile Ausnahmekombos. Es hat sich schon so eine Art festes Establishment diverser Bands gebildet, das auf eigentlich keinem heidnischen Festival mehr fehlen darf, wie z.B. VARG, MINAS MORGUL oder RIGER.
VARGRIMM, eine neuere berliner Gruppierung, macht nun mit ihrem Full-Length-Erstlingswerk „Des Wolfes Zorn“ erstmals auch für eine größere Hörerschaft auf sich aufmerksam. Man kann also mal gespannt sein, ob sich die deutsche Pagan-Metal-Szene um einen renommierten Namen bereichert wird, oder nicht.
Ich bin ja ein ausgesprochener Freund von neuen Pfaden in der Gitarrenmusik bzw. schätze ich den Mut zum "Anderssein" einer Band durchaus.
ABINAYA aus Fronkreisch haben hierfür alle grundsätzlichen Vorraussetzungen: Durchweg französisch-sprachiger Ethno-Metal, der im Dunstkreis modernem Thrashs und ein wenig Punk tief in der exotischen Percussion-Kiste kramt und fertig ist die eigene Nische für das Quartett aus Paris.
Bei der Vielzahl an Bands und Projekten, bei denen der Schwede Rogga Johansson derzeit involviert ist (PAGANIZER, THE GROTESQUERY, BONE GNAWER, 11TH HOUR u.a.), überrascht es sehr, dass mit „Slakhtus Gamleby“ bereits das dritte Album binnen vier Jahren von DEMIURG vorliegt, mit denen sich der schwedische Tausendsassa etwas abseits seiner gewohnten Pfade bewegt. Ursprünglich gegründet, um seiner Vorliebe für rohen Death Metal nach zu gehen („Breath Of The Demiurg“), entwickelten sich DEMIURG bereits mit ihrem zweiten Longplayer „The Hate Chamber“ in eine experimentellere Death Metal Richtung, die man auf „Slakhtus Gamleby“ noch verfeinert. Schaut man sich das übrige Line-Up der Band an, wundert das kein bisschen. Dan Swanö, Johan Berglund und Ed Warby sorgen für das instrumentale Fundament, (die Aufzählung der Bands dieser drei Ausnahmemusiker erspare ich uns an dieser Stelle) auf dem sich Rogga Johansson sowie ab und zu die wunderbare Marjan Welman von der niederländischen Gothic-Metalband AUTUMN als Gastvocalistin nach Herzenslust austoben können. Rogga Johansson und Ed Warby, diese Zusammenarbeit hat letztes Jahr bereits auf dem 11TH HOUR Debüt „Burden Of Grief“ (Review) prima geklappt und auf dem dritten DEMIURG Album funktioniert das alles sogar noch einen Tick besser!