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Diabolical - The Gallery of Bleeding Art PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Leimy   
Freitag, 10. April 2009
Diabolical - The Gallery of Bleeding Art Auf ihrem dritten Album bietet dieses schwedische Quintett einmal mehr einen schönen Querschnitt durch skandinavischen Death/Thrash/Black-Metal und verbindet alle Vorzüge dieser doch grundverschiedenen Genres zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Egal ob schnittiges Trash-Riffing, fieses Black Metal-Geholze oder herrlich druckvoller Mid-Tempo-Death Metal mit leichter Melodie-Schlagseite, hier klingt nichts nach Chaos, sondern nach einem durchdachten Konzept das tatsächlich aufgeht. Fühlte ich mich anfangs noch stark an die jüngsten Werke Necrophobics erinnert, erschließen sich nach mehreren Durchgängen auch Fragmente, die man durchaus von Bands wie z.B. God Dethroned, älteren Behemoth oder Unanimated gewohnt ist. Bei einigen technischen Passagen fühlte ich mich gar an die experimentelle Herangehensweise von Gojira erinnert, was ja auch bei weitem keine schlechte Referenz ist.


Eingeleitet durch ein dramatisches Klassik-Intro und schöne Schweden-Melodien (hier fühlt man sich extrem an den Anfang von Necrophobics letzten Album "Hrimthursum" erinnert *hüstel*) gibt’s im ersten Song "The Gallery of bleeding art" direkt was vor's Freßbrett und der geneigte Hörer weiß sofort, dass hier keine Kompromisse gemacht werden.
Fieses Gekeife trifft auf flottes Gebolze das immer wieder von eingängigen Gitarren-Melodien untermalt wird, die ihrerseits oftmals in klassischen Gitarren-Soli gipfeln.
Überhaupt gibt es in den Songs extrem viel zu entdecken, da das Songwriting alles andere als primitiv ist, sondern überall geschickte Tempo-Wechsel eingebaut werden, mit technischen Frickeleien gespielt wird, um das Ganze dann wieder mit herrlichen Melodien zu zügeln.
Ich könnte mir gut vorstellen, das auch hier der Knackpunkt der Scheibe liegen dürfte, da viele Hörer mit diesem komplexen Songmaterial überfordert sein dürften, weil einfach extrem viel in die Songs gesteckt wird (die Palette reicht von Mönchs-Chören über atmosphärische Akustik-Passagen hin zu ultrafrickeliger Gitarren-Akrobatik).
Für Leute die aber dem Genre des technischen Extrem-Metal nicht verschlossen sind und auch mit eingängigen Melodien etwas anfangen können, ist diese Scheibe die reinste Offenbarung. Die Produktion fügt sich übrigens auch optimal in das perfekte Gesamtbild ein, weil sie stets klar und druckvoll klingt, ohne jedoch zu modern zu klingen. Auch die Spielzeit ist mit 42 Minuten absolut moderat gehalten, da man direkt nach dem ersten Durchhören Lust auf einen weiteren Durchlauf bekommt.
Einzig allein die Tatsache, dass teilweise etwas zu stark zu den großen Vorbildern geschielt wird, lässt die Scheibe etwas erblassen. Sieht man hiervon aber mal ab und ordnet diese Scheibe als eine Hommage an die großen Vorbilder ein, bekommt man eine schöne Extrem-Metal-Scheibe die anspruchsvoll und zeitlos tönt.
Zusammen mit der aktuellen Tribulation (auf die sämtliche hier genannten Prädikate auch zutreffen) dürfte diese Scheibe zum nächsten Geheimtipp im Undergound werden, wenn es um schwedischen Extremmetal geht, der sich nicht um die Grenzen zwischen Death-, Black- und Thrash Metal schert. (Leimy)

Bewertung: 8,5/10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 42:44 min
Label: Vici Solum Productions
Veröffentlichungstermin: bereits veröffentlicht

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