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Kivimetsän Druidi – Betrayal, Justice, Revenge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jannick   
Montag, 19. April 2010

kivimets_n_druidi-betrayal-justice-revenge.jpgFinnischer Folk Metal ist ja an und für sich eine sehr solide Sache, denn man weiß einfach, was man erwarten kann. Man denke nur an FINNTROLL, ENSIFERIUM und natürlich KORPIKLAANI, die immer wieder beweisen, dass derartige Musik einfach gut ist. Dem im Gegensatz stand jedoch das Debütalbum „Shadowheart“ der jungen Band KIVIMETSÄN DRUIDI, welches nicht wirklich überzeugen konnte. Ihre Songstrukturen waren einfach nicht eigenständig genug, und gelobt wurden bestenfalls die erkennbaren, guten Ansätzte. Aber wie so oft, ist es hilfreich, erst zu verlieren, damit man anschließend alles besser machen kann.

Auf ihrem neuen Album „Betrayal, Jusice, Revenge“ hört man nämlich alles andere als eine Hobby-Folk-Metal-Rumpelkombo. Auch ist die Musik wesentlich individueller geworden, was ja die Kritiker des Vorgängerwerkes als Hauptmanko deklarieten. Was man hört ist vielmehr ein sehr feinfühliges, außergewöhnliches Klangerlebnis. Schon zu Beginn wird klar, dass große Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden.

Nicht mehr so sehr auf heftigste Blastbeats fixiert, fundiert der Schlagzeuger die Musik nun eher auf einem beständigen Perkussionsteppich. Somit rückt der Rhythmus insgesamt etwas in den Hintergrund, was den Melodien jedoch einen höheren Stellenwert zukommen lässt. Diese sind größtenteils zwar nicht besonders orginell, gehen aber ins Ohr. Mit Keyboard hinterlegte Gitarrenläufe oder mit E-Gitarrenakkorden hinterlegte Keyboardläufe sind einfach nicht besonders spektakulär, gerade in diesem Genre, das diese Technik schon mehr als ausgereizt hat.

Was jedoch wirklich gut kommt, sind die durch die wunderschöne Frauenstimme modulierten Melodien. Gerade bei diesen Parts wird der Instrumenteneinsatz minimalisiert, wodurch die kristallklare, feste, dennoch sehr helle Stimme optimal in Szene gesetzt wird.

Folk Metal wäre kein richtiger Folk Metal, wenn nicht mindestens alle zwei Minuten irgendeiner wie ein Wilder schreit, und selbstverständlich fehlen auch bei KIVIMETSÄN DRUIDI diese Stellen nicht. Deutlich weniger penetrant als im Vorgänger schreit dieser seinen Text und rundet damit das Album etwas ab. Leider wird dieser Gesang irgendwie nur heruntergeleiert. Fehlende Stimmodulation und Betonungen drücken den Eindruck der Musik sehr. Da der Hauptgesang allerdings bei der Frau liegt, womit die Folk-Elemente etwas mehr dominieren als das Death Metal Gegröhle, leidet der Gesamteindruck nicht allzusehr darunter.

Mit einer guten dreiviertel Stunde hat „Betrayal, Jusice, Revenge“ eine angenehme Spielzeit, die auch sehr schnell vorbeigeht. Denn glücklicherweise wurde auf „Zeitschindelieder“, die lediglich zur Laufzeitverlängerung integriert werden, weitestgehend verzichtet. Und mit durchschnittlich sechs Minuten pro Lied (exklusive Intro natürlich) wird dem Hörer auch genügend Zeit gelassen, sich auf die einzelnen Lieder einzulassen.

Es hat sich also einiges getan im Hause KIVIMETSÄN DRUIDI und ihr neuster Schlag verdient durchaus Beachtung. Man kann also getrost über das lächerliche Coverartwork hinwegsehen, und einfach nur mal reinhören. Fans von finnischem Folk Metal sollten sich das ohnehin nicht nehmen lassen. (Jannick)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 45:38
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 26.4.2010

  Leser-Wertung: 10.0 / 10 Punkten, 1 Stimmen
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