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Wheel - Wheel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kevin   
Sonntag, 25. April 2010

wheel_wheel.jpgManchmal habe ich das Gefühl, dass die Zeit wie im Flug vergeht…es bleibt kaum noch Zeit für Hobbys, Familie, Freunde/Partner, weil der Tag manchmal einfach zu wenig Stunden zu haben scheint. Doch es gibt auch Momente, in denen man sich die Zeit, die man braucht nehmen muss. Wenn ich an langsamen Metal denke, fällt mir natürlich sofort Doom Metal ein. Doch Doom ist mit all seinen Facetten so viel mehr als einfach nur langsam. Doom ist oft langsam, aber auch treibend, stimmungsvoll, rau und vor allem etwas für die Seele. So sehr ich andere Metalgenres liebe, so nimmt auch der Doom einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen ein, denn wenn er aus Überzeugung gespielt ist, packt er dich einfach. Und solchem Doom Metal fröhnt auch die Dortmunder Truppe WHEEL.

Ihr selbstbetiteltes Debütalbum wird eröffnet von dem Geräusch mahlender Mühlen und der passend benannte Albumopener “The Mills Of God” macht seinem Namen alle Ehre und bohrt sich mit seinen Riffmonolithen direkt ins Ohr des Zuhörers. Ein ebenso hartes, wie auch simples Gitarrenriff ertönt bei “To My Love Departed”, einer mitreissenden Doomballade, welche durch tolle Gesangslinien im Refrain überzeugt; dieses Stück berührt völlig kitschfrei. “Lilith” hebt sich durch die beschwörende Gitarrenmelodie im Chorus ab und gefällt auch sonst.
Mit dem folgenden “The Eyes Of The Hydra” erreichen wir bereits die Hälfte der Platte. Der Song kommt irgendwie nicht richtig in die Gänge, nur gegen Ende hin gewinnt er an Power, deshalb fällt er qualitativ gegen die anderen Tracks ab. Von einem an einen Horrorfilm erinnernden Intro eingeleitet, schickt “The Ethereal Sleep” alle Ungläubigen in den ewigen Schlaf nieder. Sehr stimmungsvoll!

“Only God Knows” startett treibend, ehe es im Chorus etwas ruhiger aber auch düsterer zur Sache geht. Eine vom Bass getragene groovige Bridge lässt einen an BLACK SABBATH´s “Children Of The Grave” denken. Außerdem überrascht der teilweise aggressivere Gesang währen den Strophen positiv. In “The Day I Need You Most” wird es etwas emotionaler, doch auch mit noch mehr Melodie fließt der Song schön in die Gehörgänge. Auffallend dabei das starke Gitarrensolo und die leicht psychedelische Schlagseite.

Der Rausschmeißer des Albums walzt einen noch einmal so richtig platt. “Enterence Into White Light” fließt zäh und in Zeitlupe aus den Boxen, hätte insgesamt aber davon profitiert, wenn er zwei Minuten kürzer gewesen wäre, denn mit knapp 12 Minuten ist der Track ein Monumentalwerk geworden, dass zwar überzeugt, jedoch für die lange Spielzeit einen Tick zu simpel ausgefallen ist. Ein klein bisschen weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

WHEEL spielen schwerfälligen, psychedelischen Doom Metal der alten Schule. Röhrende Gitarren, ein dröhnender Bass, treibende Drums und eine Stimme, die von Melancholie geschwängert ist. Die Riffs zermalmen langsam aber sicher alles ihnen im Weg stehende. Die Melodien sind traurig und packend. Die Dortmunder Doomer beweisen ein gutes Gespür für einprägsame und mitreissende Nummern, die einen größtenteils nur schwer wieder loslassen, wenn man sich erstmal an die traurige Grundstimmung und Stimme gewöhnt hat. Zum Sound lässt sich sagen, dass er, genau wie die Musik ehrlich und roh ist. Alles in Allem bleibt festzustellen, dass die Doom Crew um die beiden Gründungsmitglieder Arkadius und Marcus mit ihrem Debütalbum “Wheel” ein tolles klassisches Doom - Monument abliefern. Es ist davon auszugehen, dass man von dieser Band noch weitere Alben dieser Klasse (oder sogar noch besser) hören wird. Empfehlung für alle traditionellen Doomköpfe! (Kevin)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 53:39
Label: NSP/Eyes Like Snow
Veröffentlichungsdatum: 26.02.2010

  Leser-Wertung: 0 / 10 Punkten, 0 Stimmen
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