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3. Castle Rock Open Air (20.07.2002, Mülheim an der Ruhr) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Tutti   
Sonntag, 21. Juli 2002
Auch in diesem Jahr konnte beim Castle Rock wieder 'ausverkauft' gemeldet werden, also wieder 1800 Besucher vor Ort. Schon lange vorher waren keine Karten mehr zu bekommen. Kein Wunder, wenn man bedenkt was der Kulturbetrieb für ein hochkarätiges Billing auffahren konnte und das für 19,-- Euro. Und in diesem Jahr blieb es sogar trocken. Der Regen kam erst als das Festival gerade zu Ende gegangen war. (Tutti)

Technoir:
Pünktlich im 13 Uhr stiegen TECHNOIR auf die Bühne. Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht besonders voll im Schlosshof. Die Band um Ex-Inside Sängerin Julia Beyer und Ex-Plastic Noise Experience Keyboarder Stephen Gehring sorgten zur Mittagsstunde mit ihrem Dark Pop im L'aime Immortelle-Stil für düstere Stimmung. Wären die Lichtverhältnisse ebenfalls so 'düster' gewesen, wäre das sicher nicht unpassend gewesen. So blieben immerhin interessante Songs wie "Requiem", "Growing" und das Killing Joke Cover "Love Like Blood" Ordentlich! Wenn dabei natürlich noch keine Stimmung aufkommen wollte. (Tutti)

Lost Belief:
LOST BELIEF boten uns das "Musikalische Tagebuch Des Felix Thorndal". Bei dem Song "Gottesstaat" tanzte der Sänger die ganze Zeit mit einem Kreuz herum. Bei den Song "Bischofswein" reichte man sich im Publikum mehrere Becher mit Rotwein herum. LOST BELIEF spielen Gothrock mit deutschen Texten, der gut rüberkommt. Leider passte diese Band nicht unbedingt zu diesem Zeitpunkt ins Programm des Festivals. (Willy)

The Dreamside:
Nach den etwas härteren Tönen von LOST BELIEF folgten nun sehr ruhige Töne. THE DREAMSIDE führten uns auf die Seite der Träume. Leider kann ich mit dieser Art von Musik gar nichts anfangen, so dass ich mich auch nicht weiter zu dem Dargebotenen äußern möchte. Es gibt bestimmt einige die das gut gefunden haben, allerdings gehöre ich nicht dazu. Damit habe ich jetzt nur die Musik gemeint, da das drumherum des Auftrittes gut zu dem gepasst hat was THE DREAMSIDE dargeboten haben. (Willy)

Zeraphine:
Aus den Überresten von DREADFUL SHADOWS entstand ZERAPHINE. Diese Gruppe bot uns Gothrock mit deutschen Texten. Zeraphine spielten ungefähr den gleichen Sound wie die Vorgängergruppe (Dreadful Shadows) kamen aber nicht an diese heran. ZERAPHINE spielten ganze 40 Minuten und am Schluss des Auftrittes begann das Unglück des Abends. Das Unglück hieß Stromausfall. Gottseidank war soweit schon alles vorbei, so dass es kaum auffiel. Das mit dem Stromausfall fing an, als sich der Sänger schon verabschiedet hatte und die Bühne verlassen hatte, aber die Gitarren hörten auf einmal auf, daran merkte man es dann doch. (Willy)

Schandmaul:
Da lag man so schön im Zeitplan, was für das Castle Rock schon ungewöhnlich war, und plötzlich war der Strom weg. Da verzögerte sich natürlich alles. SCHANDMAUL sind schon lange mehr als nur ein Insidertipp für Folk Freunde. Und warum das so ist, wird schnell klar. Die Band lässt sich von den Umständen kaum beeindrucken und legt schon mal mit 2 Songs als Akkustik-Version los (einer davon war "Teufelsweib"). Klasse! Zu dem Zeitpunkt war nur ein Verstärker für den Gesang wieder im Betrieb. Toller Sound ;-) Und die Folk Rocker wurden dafür völlig zurecht besonders abgefeiert. Dann war der Strom doch wieder da und nach einer kurzen Pause ging es mit dem Set weiter. Bei Songs wie "Die goldene Kette", "Eine Waldmär" und "Die letzte Tröte" war die Stimmung natürlich weiterhin bestens. Ein wenig waren die Schandmäuler wirklich der heimliche Gewinner des Castle Rock 3. (Tutti)


Letzte Instanz:
Die Dresdener sind die erste Band die zum zweiten Mal auf dem Castle Rock gespielt hat. Nachdem sie letztes Jahr absagen mussten waren sie dieses Jahr aber wirklich dabei. Sänger Robin hatte sich mal wieder einen neuen Look zugelegt. Blonde Haare und Vollbart sind jetzt angesagt. Schnell wird klar wohin der Zug fährt. Pyros, Pyros, Pyros,... Gleich zum Anfang gibt es erstmal eine kleine Feuerspuckeinlage. Und im Laufe des Gigs wird nach und nach ein Pyro Effekt nach dem anderen gezündet. Über die Live-Qualitäten von LETZTE INSTANZ muss man eigentlich kaum noch ein Wort verlieren. Noch lange nicht jede Band hängt sich so rein. Trotzdem konnte der Gig nicht ganz an den vom 1. Castle Rock ranreichen. Das lag sicher auch an der Setlist. Denn kein Song vom ersten Album "Brachialromantik" wurde gespielt. Wäre nett wenn die Band das Album in Zukunft mal wieder berücksichtigen könnte. Und dann meinte Sänger Robin auch noch er wäre in Mannheim. Oh je! Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass die Band in der letzten Zeit etwas zu oft auf Tour war. Gelungen übrigens wie sich beim letzten Song "Auf der Suche" Benny Cellini beim Crowdsurfen versuchte.

Setlist Letzte Instanz:

Am Anfang...
Ganz oder gar nicht
Kalter Glanz
Kopfkino
Medusa
Das schönste Lied der Welt
Opus No. 1
Rapunzel
Mein Todestag
In meiner Erinnerung
Auf der Suche

(Tutti)

In Extremo:
Das Beste kommt wie meistens als letztes, so auch an diesem Abend. Die Band heißt IN Extremo und ein jeder kennt diese. Was diese Band leistet ist einfach nur Spitzenklasse. Mit Songs wie "Ai Vis Lo Lop", "Der Wind", "Merseburger Zaubersprüche", "Vollmond", "Herr Mandalig" usw. hat man jedes Publikum voll in der Hand. Zum Abschluss des Auftrittes gab es mit "Pavane" und dem "Spielmannsfluch" noch zwei Zugaben. Hätte die Band nicht schon früher Schluss machen müssen, so hätte das mit dem "Spielmannsfluch" auch mit dem Wetter gepasst. Denn etwa 15 Minuten nach dem Auftritt fing es plötzlich zu schütten an. Das Open Air kann man getrost in zwei Abschnitte fassen. Einmal vor dem Stromausfall mit eher mäßigen Bands und zum anderen nach diesem mit zwei genialen Bands (Schandmaul und In Extremo) und einer sehr guten Band dazwischen.

alle Fotos von Tutti

 






 
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