Pictura - RebirthFalls jemand von euch schon einmal den Namen BELTANE gehört haben sollte, kann er jetzt aufhorchen, denn PICTURA sind sozusagen die Fortsetzung dieser Band, die 2008 mit „Expressionist“ bereits ein Album in Eigenregie veröffentlicht hatte, anschließend aber auseinander gebrochen ist. Vor diesem Hintergrund macht der neue Namen durchaus Sinn, statt PICTURA hätte sich der Vierer aus Nordrhein-Westfalen aber auch ganz einfach OPETH #2 nennen können, denn soundmäßig sind PICTURA näher an der schwedischen Ausnahmeband um Mikael Akerfeldt dran, als es OPETH wären, wenn sie sich selber zu covern versuchten.

Das sind sicherlich nicht die besten Startvoraussetzungen, denn mit dem Vorwurf nur eine Kopie zu sein, mit dem müssen PICTURA erst einmal leben müssen. Das Gute daran ist auf der anderen Seite, dass man so problemlos den direkten Vergleich ziehen kann, und da stinken – Überraschung – PICTURA keinesfalls ab, sondern die drei neuen Songs der aktuellen „Rebirth“ EP können mit dem Material von „Ghost Reveries“ oder „Blackwater Park“ sogar mehr als nur halbwegs mithalten. Und das verdient allemal Respekt.

Zudem schaffen PICTURA etwas, wovon viele Undergroundbands nur träumen können, nämlich eine Produktion abzuliefern, die vom Sound her nicht von einer Majorlabel-geförderten Band zu unterscheiden ist. Wenn das nur immer so wäre...

Von den drei neuen Songs dieser EP, die es auf satte 35 Minuten an Spielzeit bringt, bin ich besonders vom zweiten „Ivory Tower“ angetan, der verhältnismäßig ruhig beginnt, dann schlagartig explodiert, wieder bedächtiger wird, und insgesamt sehr schön mit dem Stilmittel des ständigen Wechsels zwischen laut und leise, zwischen aggressiv und harmlos spielt. Das soll nicht heißen, dass das restliche Material schlechter wäre. Zusätzlich zu den drei Stücken, die in der aktuellen Besetzung eingespielt worden sind, („Spheres“, „Ivory Tower“, „Rebirth“), haben PICTURA noch zwei Stücke von ihrem Debütalbum auf die EP gepackt, so dass man gut die „Weiterentwicklung“ der jungen Band erkennen kann, vom progressiven Death Metal hin zum noch besseren progressiven Death Metal.

Diese Band aus NRW steht sicherlich erst am Anfang ihres Weges. Macht man auf dem kommenden Studioalbum „The Equilibration Of Minds“, das bereits fast fertig ist, so weiter wie auf dieser EP, dann wird dieser Weg noch weit reichen und vor allem steil nach oben gehen. Eine bessere Bewerbung, um ein Label zu finden, wie „Rebirth“ kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. (Maik)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 35:21 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 2010

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