Emil_Bulls_-_OceanicGanz klammheimlich haben sich die EMIL BULLS in den letzten Jahren in die vorderste Riege meiner persönlichen Lieblingsbands gespielt - die letzten Alben "The Black Path" und "Phoenix", sowie die gewohnt-explosiven Live-Auftritte der Bayern-Combo blieben nachhaltig im Gedächtnis hängen und ließen mich jeder nächsten Show oder, wie in diesem Falle, dem nächsten Release entgegenfiebern.
"Oceanic" heißt die neue Scheibe bedeutungsschwanger und soll nach Aussage der Bandmitglieder das gegensätzlichste und vielleicht auch anstrengendste  Werk der EMIL BULLS bis dato sein - Fluch oder Segen? Finden wir es heraus!


Und ich muss zugeben: Im ersten Augenblick hatte ich so meine Probleme mit "Oceanic"! Die bereits im Voraus angekündigte Achterbahnfahrt der Gefühle von Song zu Song erschien mir irgendwie zu unhomogen und zu erzwungen.

 

Dabei schlug mir einmal mehr nur meine Ungeduld ein Schnippchen: Erst in einigen weiteren, konzentrierten Durchläufen erschlossen sich mir nach und nach die einmal mehr unglaublich guten Hits und Ohrwürmer, das angelegte Konzept wurde rund und stimmig und mir wurde schnell klar, dass es von nun an nur noch um die Höhe der Bewertung gehen würde.

Denn es ist wirklich ein Phänomen: Das im Voraus zum Download bereitgestellte "The Devil And The Deep Blue Sea" beispielsweise offeriert in Perfektion das, was die EMIL BULLS ausmacht: FEAR FACTORY-mäßig abgehakte Double Bass- und Riff-Salven treffen auf Glockenspiel und zuckersüssen Gesang im Refrain. Mir fällt da so schnell keine zweite Band ein, die diese Dualität in dieser Art und Weise spielt und beherrscht!
"Epiphany" , "All Systems Go", "Battle Royal" und der wohl härteste EMIL BULLS-Track aller Zeiten, "We Don´t Believe in Ifs" hauen wirklich derbe ins Mett geben der Band ganz klar das "Metal-Gütesiegel"!

Und so sind wir wieder beim scheinbar totalen Gegensatz: Der schon poppige Video-Track "The Jaws Of Oblivion" und "The Saddest Men On Earth Is The Boy Who Never Weeps" wird vom sehnsüchtig-schmachtenden "I Bow to You" in Sachen "Zuckerbrot" noch locker getoppt.

Aber das Hitfeuerwerk findet so schnell keinen Abbruch: Das an ENTER SHIKARI erinnerde "The Knight In Shining Armour" wird in Zukunft ganz sicher ein Tanzflächenfüller sein, "Not Tonight Josephine" mit seinem einmal mehr fast perfekten Refrain ist das nächste As im BULLS-Ärmel und die abschliessende Halb-Ballade "Dancing On The Moon" inklusive pathetischen "Woohoo"-Chören wird künftig sicherlich jede Live-Zugabe bereichern. Was die fünfminütige Regen-Kulisse am Ende der Scheibe zu bedeuten hat, verschliesst sich mir zwar, sollte aber von der Gesamtspielzeit zu dennoch fünfzig Minuten purer BULLS-Power abgezogen werden.

Wären jetzt mit "Lessons From Losses" und "Ghosts" nicht zwei etwas abfallende (aber keineswegs schlechte!) Tracks vertreten, wäre die Bewertung eine fette "Neun", so muss ein wenig abstufen.
Aber Herrschaften: "Oceanic" lässt die EMIL BULLS noch ein Stück größer werden, erfüllt alle Erwartungen und macht zweifelsohne Bock auf immer mehr! (Brix)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 55:12
Label: Drakkar Records
Veröffentlichungstermin: 30.09.2011

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