brainstorm firesoulDass ich nicht mehr der grĂ¶ĂŸte Verfechter des Powermetal-Bereichs bin, habe ich bei Neckbreaker bereits mehrmals durchsickern lassen. Eine Band aus dem Bereich liegt mir aber nach wie vor sehr am Herzen, und das sind die Schwaben BRAINSTORM! Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten des Genres bieten die Jungs, meiner Meinung nach, den „etwas anderen" Powermetal. Dies beweisen sie auch auf ihrer aktuellen Langrille „Firesoul", die vorab gesagt das stĂ€rkste Album seit „Liquid Monster" ist.

Zuerst musste ich zum eigenen Erstaunen feststellen, dass ich insgesamt zwei Alben der Band schlichtweg verpasst habe. Was ist da denn passiert? Das letzte Album, welches ich zu hören bekam, ist „Downburst" aus dem Jahre 2008. TatsĂ€chlich wurde bereits im Folgejahr „Memorial Roots" veröffentlicht, und knappe zwei Jahre spĂ€ter folgte mit „On The Spur Of The Moment" ein weiteres Album. Diese werde ich mir nach „Firesoul" wohl noch ein wenig genauer anhören mĂŒssen, da sie mir bisher peinlicherweise nicht bekannt waren. Doch was haben wir nun genau auf dem aktuellen Album „Firesoul" zu erwarten?

Besonders charakteristisch fĂŒr die Musik von BRAINSTORM ist fĂŒr mich nach wie vor die außergewöhnliche Stimme von SĂ€nger Andy B. Frank. Zwar bewegt er sich zum Teil auch in höheren Lagen, dennoch klingt es nicht so, als wĂŒrde er stĂ€ndig die „Eier" zusammenpetzen. Dadurch klingen die Songs kein bisschen kitschig und haben irgendwie ihren eigenen Stil. Lediglich bei INFINIGHT ist mir bisher ein Ă€hnlicher Stil begegnet. Genau diesen Gesangsstil findet man auch auf „Firesoul" wieder, und so bohrt sich bereits der Opener „Erased By The Dark" in die HörkanĂ€le. Denn auch das haben BRAINSTORM im Repertoire, OhrwĂŒrmer. Ein weiterer großer Pluspunkt bei BRAINSTORM sind coole Riffs und Melodien, die bereits beim anschließenden TitelstĂŒck „Firesoul" den Zuhörer in ihren Bann ziehen. Mit einem gekonnten Tempowechsel zum Refrain wird der Song erneut zu einem richtigen Hinhörer. Bei „Descendants Of The Fire" gibt es im Anschluss 1A-Gitarrenmelodien auf die Ohren, bevor bei „Entering Solitude" ein wenig die Bremse gezogen wird und der erste richtige Midtemposong des Albums prĂ€sentiert wird. Ein wenig heroisch und phantastisch zeigt sich das Intro zu „Recall The Real", genau das sind normal die Dinge, die mich an Powermetal stören, der Rest des Songs macht das Intro aber schnell vergessen. Letzten Endes ist fĂŒr meinen Geschmack aber doch ein wenig zu viel Keyboard enthalten. Wie es der Titel „Shadowseeker" bereits vermuten lĂ€sst, handelt es sich dabei um einen der hĂ€rtesten Songs des Albums. Ein schneller, fast schon leicht thrashiger Titel, der live mit Sicherheit zur Abrissbirne wird. Das anschließende „Feed My Lies" kommt ebenfalls etwas schneller daher und bietet einen guten Refrain, einige Clean-Parts geben dem Song ein wenig Balladen-Charakter. Ganz anders bei „What Groves Inside", hier wird noch einmal der Hammer ausgepackt und die abgestoppten Riffs fliegen einem nur so um die Ohren. „The Chosen" beginnt mit einem melodischen und doch harten Riff und erinnert damit vom Stil her ein wenig an „Liquid Monster". Den Abschluss bestreiten die Herren gekonnt mit „... And I Wonder", einem eher im Midtempo angesiedelten Song mit starken Melodien.

Soundtechnisch lĂ€sst sich hier absolut nichts bemĂ€ngeln. Wobei fĂŒr mich die Keyboards in einigen Songs eher stören, als dass Sie zur Stimmung passen. Doch dies ist eher etwas Persönliches, so aufdringlich und nervend wie bei anderen Bands sind die Keyboards auf gar keinen Fall. BRAINSTORM setzen diese eher dezent und passend ein, anstatt den „Bogen der Powermetal-Keyboards" zu ĂŒberspannen.
BRAINSTORM bieten auf „Firesoul" gute Songs und OhrwĂŒrmer, mit nicht einem Totalausfall. Im Vergleich zu anderen Alben kommt „Firesoul" im Nachhinein betrachtet recht dĂŒster daher, doch auch das passt nur allzu gut zu den Schwaben. Schade nur, dass ich die Band nach dem Erfolg von „Liquid Monster" und „Downburst" ein wenig aus den Augen verloren habe. Hier gibt es fĂŒr mich auf jeden Fall ein wenig Nachholbedarf. Allen anderen wĂŒnsche ich viel Spaß mit „Firesoul", denn den werden sie auf jeden Fall haben! (Pascal)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 47:48 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungsdatum: 04.04.2014

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