kiskesomerville cityofheroesSolche Projekte (wie dieses hier), die zumeist vom Frontiers Chef Serafino Perugino, initiiert werden, haben durchaus ihren Reiz und wissen trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit überraschend häufig zu gefallen, man denke an die ersten beiden Alben von ALLEN/LANDE, an das Debüt von PLACE VENDOME oder vor nicht allzu langer Zeit an das Dracula Konzeptalbum von Jorn Lande und Tront Holter. Auch das Debütalbum von Michael Kiske und Amanda Somerville konnte mich vor über vier Jahren bestens unterhalten und zählte zu den positiven Überraschungen das damaligen Jahrgangs.

Viele dieser genannten und nicht genannten Projekte haben aber auch gemein, dass die Qualität von Platte zu Platte nachlässt, weil einerseits zu viel Routine mit ins Spiel kommt und andererseits aus einer guten Idee, „business as usual" wird, um das Bankkonto etwas aufzuhübschen. Letzteres trifft leider auch auf „City Of Heroes" zu, das man gut nebenbei hören, das sich auch gerne 7 Punkte verdient, um die Bewertung einmal vorweg zu nehmen, das aber verglichen mit „Kiske/Somerville" aus 2010 in allen Belangen unterlegen ist, womit ich wieder die bereits erwähnte Routine mit ins Spiel bringen muss.

Was Mat Sinner und Magnus Karlsson hier an Songs zusammen gebaut haben, hat schon einiges von einer Fließbandarbeit, bei der immer die gleichen Teile an die gleiche Stelle montiert werden. Die Songs bewegen sich in einem an und für sich brauchbaren Radius aus melodischem Heavy Metal und theoretisch radiokompatiblem AOR, haben allerdings kaum Langzeitwirkung und treten in Sachen Lyrics allzu oft in das berühmt-berüchtigte Fettnäpfchen.

Nehmen wir noch den seelenlosen Sound des Albums hinzu, der genau so klingt wie man das erwartet und/oder befürchtet, die Drums hat angeblich eine Dame namens Veronika Lukesova eingespielt, dann habe ich alle Makel an „City Of Heroes" erwähnt, und das sind so viele, dass die Performance von Amanda Somerville und Michael Kiske zwar noch etwas retten kann, mehr aber auch nicht.

Die beiden harmonieren für meinen Geschmack genauso gut miteinander wie bei dem Debüt und teilen sich die Vocalparts ganz fair etwa hälftig auf, Kiske Fans würden sich sicherlich einen größeren Input ihres Idols wünschen, wer den streitbaren ehemaligen HELLOWEEN Fronter nicht abkann, wird das genau umgekehrt sehen, ist letztenendlich aber auch egal, denn es ist wie es ist, und am Gesang der beiden Protagonisten gibt es nichts auszusetzen.

Bei dem Versuch hier doch noch einige Songs aus dem Dutzend hervorzuheben, tue ich mich nach wie vor schwer, natürlich ist das Titelstück der übliche Verdächtige, ist hier aber eher eines der schwächeren Stücke, das sehr melodische „Rising Up" ist eigentlich ganz cool, hat aber einen grottigen Text, auch das abschließende „Right Now" gefällt mir ganz gut, ist aber genau wie die Ballade „Ocean Of Tears" bewusst kitschig gehalten. Von daher ist vermutlich das treibende „Open Your Eyes" das Highlight. Insgesamt eben ein Album, das sich irgendwo im Nirgendwo zwischen „gut" und „durchwachsen" befindet. (Maik)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 57:30 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 17.04.2015

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