Eternity Magazin
Nach dem Unwetter im letzten Jahr hatten Besucher und Veranstalter in diesem Jahr mit dem Wetter deutlich mehr Glück. Sonne und leichte Bewölkung wechselten sich ab. Auch musikalisch war wieder alles im Lot. Höhepunkte waren für viele die beiden Auftritt von SKYCLAD die ihr 15-jähriges Bandjubiläum feierten.
Vor dem Vergnügen hatten die Veranstalter aber die Anstrengung gesetzt und so galt es wieder den Dongberg zu Fuß zu erklimmen. Das Gepäck konnte gegen einen kleinen Unkostenbeitrag auf den Gipfel gefahren werden. Die Preise waren insgesamt wieder sehr human, die Flasche Bier war für einen Euro zu haben und Einlass wurde für 16 Euro (Wochenendticket im Vorverkauf) gewährt. Da prangte natürlich schon am frühen Abend des ersten Tages ein "Ausverkauft"-Schild an der Kasse.

Freitag, der 15.07.:

Die erste Band die ich mir ansah waren die Krefelder HATE FACTOR. Schließlich ist der Hassfaktor vom Niederrhein schon immer ein Garant für gute Auftritte gewesen und auch diesmal wurde niemand enttäuscht. Allen voran Brüllwürfel Christoph stapfte unaufhörlich von einer Bühneseite zur andere. Eine tighte Vorstellung bei der es neben altem Material von der "Mind-Forged Killings" CD wie "Psychopath Massacre" und"Fight The War" auch noch unveröffentliche Songs zu hören gab. Stark! (Tutti)


Die westfälischen Bay Area Thrasher von DELIRIOUS waren direkt im Anschluss an der Reihe und die Stimmung war weiterhin prächtig. Was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist bei dem erstklassigen Songmaterial. Die Kracher vom noch immer aktuellen "Designed By Violence"-Album wie "Death Scout", "No One" und "Psychotic Disarry" wurden natürlich abgefeiert. Aber auch älteres Material ("Salvation") und brandneues wurde begeistert aufgenommen. Frontmann Betty ließ sich immer wieder zu einem "ihr seid total geil" hinreissen und am Ende feierten die Fans bei "In A Gadda Da Vida" mit der Band gemeinsam auf der Bühne". Also von denen habe ich bis jetzt wirklich noch keinen schlechten Gig gesehen... (Tutti)


Leider zogen ein paar kleinere technische Probleme die Umbaupause ein wenig hinaus, was bei mir aber die Spannung nur vergrößerte, denn SKYCLAD sind live einfach eine Macht. Mich hat die Band bis jetzt noch nie enttäuscht und auch an diesem Abend gab es wieder eine Glanzvorstellung wie Spielfreude aussieht. George Biddle tanzte mit ihrer Geige ständig quer über die Bühne während Frontmann Kevin Ridley immer wieder einiges zu erzählen wusste und Gitarrist Steve Ramsey das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Da ging es dem Publikum aber nicht anders. Die ersten paar Reihen tickten komplett aus und die Stagediver flogen nahezu im Sekundentakt in Richtung Publikum. Was aber auch kein Wunder ist bei einer mit durchweg starken Songs vollgestopften Setlist, als da wären unter anderem(!) "Spinning Jenny", "The Song Of No-Involvement", "The Parliament Of Fools", "The Cry Of The Land", "A Survival Campaign", "The Widdershins Jig", "The Wickedest Man In The World", "Another Fine Mess", "Just What Nobody Wanted", "Land of The Rising Slum", "Penny Dreadful", "Thinking Allowed?", "Cardboard City" und "Swords Of A Thousand Men". Zum Dank wurde nach Ende der Show der Band von den Veranstaltern und dem Publikum noch ein Geburtstagsständchen gebracht, immerhin war ja 15-jähriges Bandjubiläum angesagt. Da konnte die Band natürlich nicht nachstehen und packte mit "Inequality Street" noch eine Zugabe aus. Alleine für diese Vorstellung hat sich der Bergaufstieg schon dreimal gelohnt. Unglaublich! (Tutti)


Samtag, der 16.07.:

Wie das so auf einem Festival ist, kommt unsereins am zweiten Tag erstmal schwer in die Gänge. So waren es STORMGARDE mit denen ich mich am Samstag als erstes auseinanderzusetzen hatte. Mit Melodic Metal würde ich mich schon nicht überfordern dachte ich und lag damit auch richtig. Was mich nur etwas irritierte war die leicht piepsige Stimme von Frontdame Sabrina ... vor(!) dem Gig. Meine Irritation konnte der Gesangsfloh aber dann ganz schnell wegwischen. Gute Stimme und teilweise sogar sehr kraftvoll. Leider trübten technische Probleme mit dem Keyboard den Gesamtsound ein wenig. Aber die Stücke "Fear", "Hate", "Of Love And Death", "Beer And Agony", "Everything", "Left Alone", "Sphere Of Dreams" (Live-Premiere), "The Nightstorm" und "Kill" machten auch so einen guten Eindruck. Sogar so gut, dass die Band aus dem Ruhrpott am Ende noch eine Zugabe spielen durfte. (Tutti)


SKYCLAD Teil 2 - die britischen Vorzeige-Folker standen auch am Samstag auf dem Billing und so hatte sich wieder eine stattliche Menge im Zelt versammelt um der Akustik-Show beizuwohnen. Natürlich gab es wieder eine blitzsaubere Vorstellung, gar keine Frage. Natürlich war auch die Stimmung wieder hervorragend. Auch wenn es "nur" eine Akustik-Show war, legten ein paar Stagediver los. Die Setlist sah natürlich anders aus als am Vortag, wenn es auch ein paar Überschneidungen gab. Aber so manche Klassiker sind einfach unverzichtbar. So feierte das Publikum zu den Stücken " Great Blow For A Day Job", "Spinning Jenny", "History Lessens", "Sins Of Emission", "No Deposit, No Return", "Lightening The Load", "Another Fine Mess", "Single Phial", "Land of The Rising Slum", "Polkageist", "Inequality Street" und als Zugaben " Brimstone Ballet" und "The Song Of No-Involvement" ausgelassen. (Tutti)


Als nächstes stand Thrash Metal aus der Hauptstadt auf dem Programm: DESILENCE präsentieren ihr Gedresche auf eher technischer Basis, auch wenn dieses kaum auf Kosten der Aggressivität passiert. Optisch und performancemäßig eher new school, schlagen die Berliner musikalisch eine gelungene Brücke zwischen modernem Thrash a la THE HAUNTED und klassischer Old School eher amerikanischer Ausprägung wie TESTAMENT oder EXODUS. Technisch wie gesagt auf sehr hohem Niveau, und auch Sänger Hagen beherrscht alle Facetten zwischen aggressivem Gebrüll und klarem Gesang – eine Mischung, die gut rüber- und im ordentlich besuchtem Festivalzelt ankam. Man sollte die hier, tief im Westen, sicherlich noch relativ unbekannten Thrasher also ruhig mal im Auge behalten, DESILENCE sind allemal die besseren aggro-Berlin! (Kai)

Am frühen Abend platzte das Zelt aus allen Nähten. Grund: Die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS traten an um mal zu zeigen wo der Hammer hängt. Während der gut 45 Minuten verwandelte sich das Zelt in ein Tollhaus Bei Stücken wie "Back in Anal Territory", "Karamba Karacho ein Grindcore", "Im Graben vor mir", "The Final Grinddown", "Grindin'", "Ein bisschen Grind muss sein", "Looking For Grindcore", "Kraft zum Leben", "Vater Morgana", "You're my Grind, You're My Core", "Grindcore For The Masses", "Hallo Bomme", "Es gibt kein' Grind auf Hawaii", "Mexicore", "Grindcore Out Of Hell" und "Wann spielt Ihr endlich wieder Grindcore?" auch kein Wunder. Frontmann him wechselte wieder zwischen Flöte, Keyboard und Gesang und der neue Gitarrist Rouven scheint schon sauber ins Bandgefüge zu passen. Der Wortwitz von him war auch wieder mal top. Zwei kleine Wehrmutstropfen gab es aber doch. Der Sound war nicht immer optimal, hin und wieder flog dem Publikum ein kräftiger Pfeifton um bzw. in die Ohren. Außerdem war Sängerin miriam nicht mit am Start und so warf rob all sein Östrogen in die Waagschale und übernahm diese Aufgabe noch mit. Klasse Auftritt der einen ganzen Haufen zufriedener Besucher hinterließ. Ich persönlich hätte mir nur noch den "Supermarket Knight" gewünscht... (Tutti)


Nach dem humorig-albernen Auftritt der Grindfuckers wurde es nun wieder ernst und archaisch auf dem Dongberg: heidnischer Metal aus Thüringen stand auf dem Programm, als XIV DARK CENTURIES, stilecht in mittelalterlichen Kostümen gewandet, die Bühne betraten. Und die sechs Ostdeutschen konnten mit ihrem Pagan Metal durchaus überzeugen, auch wenn sie mich mehr als einmal an ihre "Landsleute" von MENHIR erinnerten. Kann aber wohl auch kaum ausbleiben bei dieser Art des hymnischen, melodischen Black Metals mit viel klarem Gesang, und letztlich kamen die dargebotenen Songs, unter anderem von der aktuellen Mini-CD "Jul" sehr gut rüber. Der einzige Wermutstropfen, für den die Band freilich eher wenig kann, war, dass solch eine Musik nicht nur heidnische Metalheads, sondern auch häufig braunes Gesocks anzieht, und so "beehrten" auch einige Fascho-Spackos den Auftritt von XIV DARK CENTURIES und das gesamte Festival, bis sie am Samstag Abend nach einigen unschönen Aktionen von der Polizei – unter großem Applaus – vom Berg entfernt werden konnten. (Kai)


Also ich dachte ELVENKING wären in Deutschland ein ganz kleines Licht. Da habe ich wohl was verpasst, denn an diesem Abend strahlte der Elbenkönig sonnenhell. Das Zelt war sehr ordentlich gefüllt und die Stimmung war bestens. Die Performance der Italiener war aber auch ziemlich mitreissend. Und musikalisch gefiel mir da vieles besser als auf Scheibe. Die Setlist war auch sehr ausgewogen auf die beiden bisher erschienenen Alben verteilt. Viel auszusetzen gab es auch am Sound nicht, außer das der Backgroundgesang etwas zu leise war. Guter Auftritt und es würde mich nicht wundern die Band bald mal auf einem noch größeren Festival zu sehen.

Setlist Elvenking:

To Oak Woods Bestowed
Jigsaw Puzzle
Pagan Purity
The Dweller Of Rhymes
The Silk Dilemma
Pathfinders
Swallowtail (neu)
Regality Dance
White Willow
The Perpetual Knot
Disappearing Sands
Hobs An' Feathers
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The Wanderer (neu)

(Tutti)


Wenn das Zelt bzw. der Inhalt erstmal so vorgeheizt ist, dann hat eine Band wie FINNTROLL natürlich keine Probleme abzuräumen. 90 Minuten lang hatte das Publikum Zeit zu Stücken wie "Jaktens Tid", "Midnattens Widunder", "Nattfödd", "Svartberg" und "Segersang" auszuticken ... und machte davon auch äußerst reichlich Gebrauch. Manchmal auch etwas zu reichlich als die Stagediver auf der Bühne schon fast Schlange stehen müssten. Die Nordmänner ließen sich davon aber nur unwesentlich irritieren und spielten einen soliden Gig runter, ohne jetzt aber von der Performance her Welten einstürzen zu lassen, das Songmaterial war ausreichend genug um die gelungene zweitägige Party Dong Open Air amtlich ausklingen zu lassen. (Tutti)

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