jorn lifeondeathroadNachdem er sich in den letzten Jahren anderen Projekten gewidmet hat, bringt der norwegische Ausnahmesänger nun wieder ein Album mit neuen Songs unter seinem Bandnamen heraus. Verfügten sie zu Beginn ihrer Karriere noch über ein recht stabiles Line-Up, wechseln JORN nun stärker durch. Nicht mehr dabei ist Gitarrist und Songschreiber Trond Holter, mit dem er neben dem letzten regulären Studiowerk "Traveller" auch das völlig überragende "Dracula (Swing Of Death)"-Werk unter beider Namen einzimmerte. Die sechs Saiten übernahm auf "Life On Death Road" der vielbeschäftigte Alex Beyrodt, der in Deutschland etliche Formationen wie VOODOO CIRCLE am Start hat. Dabei kann er auf die Hilfe seines alten Kumpels Mat Sinner zählen, der für den Bass zuständig ist, während Francesco Jovino an den Kesseln sitzt, den beide von PRIMAL FEAR her kennen. Der gehört ohnehin zum festen Bestandteil der Frontiers-Familie, die fest mit Alessandro DelVecchio verbunden ist, der hier für die Keyboards und Produktion zuständig ist.

Und der neue Gitarrist macht sich sofort bei der musikalischen Ausrichtung bemerkbar, die natürlich klar im Hard Rock verankert bleibt. Wie schon auf den beiden letzten Platten von VOODOO CIRCLE, auf denen er vom Stratocaster auf die Les Paul gewechselt ist, kommt eine deutliche Schlagseite von WHITSNAKEs "1987" - Göttergabe zum Vorschein. Schon nach einem kurzen Intro klingt der Titelsong als wäre er ein Überbleibsel aus jenen Sessions, das Grundriff brettert flott in bester John Sykes-Manier los. Dabei verzichtet Beyrodt aber auf die stark gezogenen Obertöne, welche der Brite immer dazu lieferte, während die Untermalung mit einer sehr clean abgemischten Orgel schon wieder sehr typisch für jenes Hair Metal-Überwerk ist.

Spuren davon sind auf dem ganzen Album zu finden, etwa im ein bisschen stampfenderen, dafür hymnischeren "Fire To The Sun". Als Rausschmeißer kann sich "Blackbirds" ebenso nicht davon freimachen, dabei setzt man hier auf Tempowechsel und lässt es ruhig angehen, bevor der gute Alex über die Saiten flitzt. Bei "The Slippery Slope (Hangman´s Rope)" verzetteln sich JORN aber zunehmend, und verlieren den Song etwas aus dem Auge.
In der Nummer wollen sie nach dem "1987" - affinen Grundthema zu viel und mischen eine dezent moderne Strophe sowie einen melodischen Refrain unter, die nicht so gut miteiander korrespondieren wollen. Hier versucht man sich vielleicht sogar am BLUE MURDER - Debüt, kommt aber auch an dessen Klasse nicht ganz heran. Ähnlich verhält es sich mit dem nicht ganz so an Sykes geschulten "Devil You Can Drive", in welchem auf euphorische Leads eher vertrackte Akkorde folgen.

Derartige Wechselspiele gelingen eigentlich nur mit "Hammered To The Cross (The Business)", wo die knalligen Arrangements gut mit der Heavy Rock - Grundstimmung harmonieren. Da lobe ich mir doch schon eher das schwermütige "Insoluble Maze (Dreams In The Blindness)", bei dem die DIO - Kante konsequent durchgezogen wird. Im düstersten Stück kann sich auch DelVecchio ein wenig in Szene bringen, indem er verhallte Synthieflächen beisteuert. Eher auf die Orgel setzt er in "I Walked Away", welche im bluesigsten Track, der von einem typischen Basslauf getragen wird, sehr präsent ist. Und die teils akustische Powerballade "The Optimist" wird von seinen dezenten Orchestrierungen aufgewertet.

Etwas verzetteln tut sich Beyrodt auch bei seinem ausufernden Solospiel, bei dem er zwar seine Axt schön rauchen lässt, bisweilen öfter über das Ziel hinaus schießt. Im Opener kokettiert er sehr gekonnt mit der Atmosphäre von "Still Of The Night", aber ab und an scheint es fast, als wolle er gegen das gewaltige Organ von Jorn Lande anspielen. Im schnellen "Love Is The Remedy" fiedelt er sich irgendwo zwischen Sykes und Malmsteen fest, etwas songdienlicher hätte mehr Hits der Marke "Man Of The 80´s" hervor gefördert. Dennoch bleiben JORN, auch aufgrund der druckvollen Produktion, in der Konstellation klar auf Kurs, das Material rockt amtlich und lässt manch schwächeren Longplayer hinter sich. (Pfälzer)


Bewertung:

Pfaelzer7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 66:20 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 02.06.2017

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Manus Avatar
Manu antwortete auf das Thema: #21350 4 Monate 2 Wochen her
Das ist wirklich ein richtig schönes Album :)

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