Tombs The Grand AnnihilationDas Schaffen der Band um Mike Hill verfolge ich erst wenige Jahre, allerdings nicht allzu intensiv. Allerdings ist der Name TOMBS sehr oft zu lesen und zu hören, da diese Combo scheinbar gerne live auftritt. Aber auch diese Gelegenheit blieb für mich bisher aus. Nun nehme ich mir den neuesten Output „The Grand Annihilation“ vor, und ich muss sagen – ich bin völlig ratlos.

Mike Hill macht keinen Hehl daraus, dass die Band immer nur aus ihm und ein paar austauschbaren Mitmusikern besteht. Dieses Vorgehen ist ja nichts Neues und muss auch kein Indiz für Kurzlebigkeit sein. Die Intention von Hills Vorhaben erschließt sich mir allerdings nicht, weder im theoretischen noch im praktischen Sinne. Thematisch ähnelt das Schema nahezu jedem Thema der harten künstlerischen Szene, auch wenn es durchaus unterschiedliche Herangehensweisen dafür gibt.
Der Opener „Black Sun Horizon“ entpuppt sich als sägender Black Metal Verschnitt, so wie man es auch erwartet hätte. Aber das kann ja nicht alles sein – ist es auch nicht. Auch die nächsten Songs erinnern an TRYPTIKON oder stellenweise sogar an alte CELTIC FROST. Wenn es auch hin und wieder auf extremen Metal zusteuert, so ist der überwiegende Output von „The Grand Annihilation“ doch eher merkwürdig, spätestens zur Mitte der Albumplaylist. Auch das ist noch kein negatives Indiz. Dennoch fiel mir bereits der erste Durchlauf mehr als schwer. Nicht nur, dass ich der Stilistik nichts abgewinnen kann, im Gegenteil, für mich klingt das Album nach dem Schaffen einer Truppe auf Schulbandniveau. Zuerst dachte ich tatsächlich, dass mir falsches Material vorliegt, denn die Genialität der Band erschloss sich mir keineswegs bis zur aktuellen Stunde. Die gesanglichen Experimente, die von großartigen Vorbildern wie Nick Cave und Ian Curtis inspiriert sein sollen, klingen in meinen Ohren wie drittklassige, gewollte und nicht gekonnte Stimmakrobatiken.
Mein Fazit nach Hören der Scheibe ist klar: Mein Interesse an TOMBS ist in dem Moment genauso abgeebbt wie es damals aufgewogt ist. Vielleicht würde ich nach mehrmaligem Hören auch etwas Positives erkennen, jedoch fehlt mir dazu schlichtweg die Motivation. Sehe ich mir die bisherigen Kritiken an, so scheint es ja genug Fans dieser Scheibe bzw. dieser Band zu geben. Ich kann mich dieser Meinung allerdings nicht anschließen. (Jochen)

 

Bewertung:

Jochen6,0 6 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 48:42 min
Label: Metal Blade
Veröffentlichungstermin: 16.06.2017

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