corpsia genocidesinthenameofgodBis 1986 war Brasilien nur ein weiterer weißer Fleck auf der Weltkarte des Metal. In diesem Jahr erschien mit „Morbid Visions“ das Debüt von SEPULTURA und zeigte erstmals, dass das südamerikanische Land musikalisch weitaus mehr zu bieten hat, als nur Samba. Seitdem sind über 30 Jahre vergangen und natürlich haben die brasilianischen Bands längst ihren einstigen Exotenstatus verloren. Doch auch heutzutage ist das Land noch immer eine wahre Brutstätte für Thrash Metal Bands.

Hierzu zählen auch die 2012 gegründeten CORPSIA aus der Großstadt Londrina im Bundesstaat Paraná. Nachdem man 2015 mit „Order From Chaos“ bereits ein vier Stücke enthaltendes Demo veröffentlichte, erschien nun am 18.03. mit „Genocides In The Name Of God“ das Debüt der Gruppe, welches Lucas Landin (Bass), Daniel Scaloni (Schlagzeug) und Gabriel Arns Stobbe (Gitarre, Gesang) mangels Plattenfirma in Eigenregie auf den Markt brachten und das in physischer Form auf 1000 Exemplare limitiert ist.

Der Opener „Purgatory Scum“ zeigt sofort die musikalische Ausrichtung der Band. CORPSIA verbinden in ihrem Schaffen Old School Thrash Metal mit modernen Elementen. Beim im mittleren Tempo gezockten Eröffnungsstück tun sie das bereits recht überzeugend. Auch der Titelsong, „Execution“ und das finale „Returns“ wissen zu gefallen. Auffällig ist, dass besonders SLAYER einen gewaltigen Einfluss auf den Sound von CORPSIA gehabt haben müssen. So klingt Sänger Gabriel wohl nicht von ungefähr wie Tom Araya zu Zeiten von „South Of Heaven“ oder „Seasons In The Abyss“. Da CORPSIA jedoch nur über einen Gitarristen verfügen, sollte man allerdings keine irrwitzigen Soli wie von Kerry King, Jeff Hanneman oder Gary Holt erwarten.

Weiterhin hört man den 10 auf der Scheibe enthaltenen Stücken an, dass auch SODOM einen bleibenden Eindruck bei dem brasilianischen Trio hinterlassen haben. Für den Klang der Platte zeichnen CORPSIA zusammen mit Produzent Gustavo Di Lorio verantwortlich. Logischerweise merkt man „Genocides In The Name Of God“ an, dass es sich hier nicht um eine sündhaft teure Produktion einer bekannten Band handelt, für ein Debüt geht der Sound aber vollkommen in Ordnung.

Seltsamerweise ist auf dem Album kein einziges Stück des Demos gelandet, was ich besonders bei „Warfield“ und dem sehr starkem „Order From Chaos“ nicht wirklich verstehen kann. Auch was das Songwriting betrifft ist hier noch massig Luft nach oben. Denn gegen Ende des Albums gehen CORPSIA dann doch ein wenig die Ideen und vor allem die Riffs aus.

Alles in allem zeigen CORPSIA auf ihrem Debüt bereits gute Ansätze, auf denen sich garantiert aufbauen lässt. Noch überzeugt zwar nicht jede Nummer, aber es ist deutlich zu hören, dass da noch mehr in der Truppe steckt. Ich persönlich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung der Band verläuft, welche übrigens im September in Europa auf Tour ist. (Matthias)


Bewertung:

Matthias7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 33:58 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 18.03.2017

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