sacredoath twelvebellsEigentlich war die Zeit ideal, um im Traditionellen US-Metal Spuren zu hinterlassen, als die 1985 gegründete Formation zwei Jahre später "A Crystal Vision" veröffentlichte. Da man sich leider schon ein Jahr darauf wieder auflöste, wären SACRED OATH fast als Randnotiz in die Geschichte eingegangen, hätte nicht die Spielart um die Jahrtausendwende eine Renaissance erlebt. Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied Rob Thorne, sowie Drummer Kenny Evans wollten es noch einmal wissen, spielten erst das Debüt neu ein, danach ein weiteres Album und einen Livemitschnitt. Seit 2009 hat man mit stabiler Besetzung noch drei weitere Studiodreher auf den Markt bringen, und sich im Underground einen Namen machen können. Nun sind sie nach vier Jahren mit "Twelve Bells" wieder zurück, um ihre Mission weiter zu tragen.

Eigentlich lege ich auf solche Nebensächlichkeiten, doch das kurze Gesangsintro lässt irgendwie nichts Gutes erahnen. Zwar weist der Opener "New Religion" mit vielen Leads, JUDAS PRIEST-affinem Riffing und den passenden Screams so ziemlich alle Trademarks auf, welche die Zielgruppe erwartet, doch vom Hocker haut mich die Nummer nicht. Von der Gangart zwar im flotten Tempo angesiedelt, doch wie der Rest der Scheibe nicht variabel genug. Da gibt es keine richtigen Abgehpassagen, aber bis auf die Balladen auch kein runterschrauben der Geschwindigkeit. Beim folgenden Titeltrack galoppieren die Riffs ordentlich, aber nicht mit vollem Zug und die verschleppten Staccatos könnte ein wenig mehr Schärfe vertragen, um sich heraus zu schälen.

Zwar versucht man einige Ideen einzubringen, stimmt gelegentlich die Riffs etwas tiefer wie in "Bionic" oder Fighter´s Heart". Hat die erste Nummer noch einen einigermaßen im Ohr bleibenden Refrain, so haut man beim zweitgenannten ein paar holprige mehrstimmige Shouts heraus und bringt zwischendurch etwas rockige Attitüde ein. Das erinnert zuweilen an VICIOUS RUMORS zu "Word Of Mouth"-Zeiten, reicht aber nicht an dessen Qualität heran, wobei das nicht unbedingt die beste Einspielung der Kalifornier war.
Die wenigen Kontraste schaden auch den Bemühungen, ein paar progressivere Nuancen einzubauen, da die Formation einfach zu gleichförmig agiert. Zwar wechselt man den Anschlag öfter, doch die Durchgangsgeschwindigkeit bleibt stets die selbe. Wenn überhaupt gibt es in "Demon Ize" so etwas wie richtiges Up-Tempo zu bestaunen, doch auch hier kann man songwriterisch nicht überzeugen. Auch die modernen und düsteren Nuancen wie in "Eat The Young" stören das Gesamtbild eher, anstatt es zu bereichern.

Es will einfach nichts so recht zusammen passen auf "Twelve Bells", selbst wenn man bei den Leadsfills gute Arbeit leistet. Bestes Beispiel ist die Rhythmusunterstützung unter dem Solo beim Titelsong, die es nicht vermag jenes zu tragen, es klingt als ob die Musiker hier komplett aneinander vorbei spielen würden. Auch die ruppigen Shouts von "Well Of Souls" beißen sich mit der epischen Herangehensweise in Solo und Refrain des Stückes. Dass sie es besser können, beweisen SACRED OATH im abschließenden "The Last Word", neben der Ballade "Never And Forevermore" der einzig stimmige Song des Albums. Da hebt auch Frontmann Thorne sein Organ mit Wucht und kann dennoch tolle Melodien formen. Wer eine Dauerkarte bei Keep It True oder Headbanger´s Open Air besitzt, darf sich mit den Klängen ob ihrer rauen Attitüde anfreunden, aber ansonsten enttäuscht das Werk. (Pfälzer)


Bewertung:

Pfaelzer4,0 4 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 61:01 min
Label: Angel Thorne
Veröffentlichungstermin: 12.05.2017

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