interview stallion 01Im Moment ist ein wahrer Boom zu verzeichnen, was den guten Old School Metal betrifft. Blutjunge Bands, die sich an den Achtzigern orientieren, schießen wie Pilze aus dem Boden und eine der besten der jungen Wilden sind STALLION, welche gerade ihr zweites Album promoten.

Ralf: Hi Pauly, Was geht? Wobei störe ich gerade?

Pauly: Hey Mann, alles gut soweit. Haben grad viel zu tun zum neuen Release. Interviews, Versand (betreiben unseren Webshop und alles selbst), proben usw... Aber ist ja alles recht positiver Stress, haha.

Ralf: Ende Juni kommt endlich Euer zweites volles Album „From The Dead“ raus. Schon nervös?

Pauly: Wir hatten bereits am 30.Juni Release. Aber ja, wir waren schon sehr gespannt! Zum einen natürlich auf die Reaktionen der Fans und zum anderen, ob mit unserem engen Zeitplan alles klar geht. Ist immer so ne Sache, ob dann auch alles rechtzeitig ankommt, aber ist gottseidank fast alles gut gegangen. Nur die Shirts waren 3 Tage zu spät erst da, das war echt ärgerlich, aber gerade so noch zu verkraften.

Ralf: Ihr habt ja sowohl härtetechnisch als auch von der Produktion noch ein Pfund draufgepackt oder siehst Du das anders?

Pauly: Kann sein, dass es allgemein etwas härter ausgefallen ist, aber das war keine geplante Entwicklung, sondern hat sich im Songwriting eben so ergeben, von daher sind wir natürlich auch glücklich damit. Dass du die Produktion gelungen findest freut uns auch sehr, denn da hat unser Gitarrist Alex diesmal vom Aufnehmen bis hin zum Mischen der Aufnahmen alles selbst übernommen

Ralf: Wie verliefen die Aufnahmen?

Pauly: Da wir dieses Mal alles selbst gemacht haben hat sich das Ganze schon ziemlich gezogen. Da wir alle Vollzeit arbeiten unter der Woche zwei Mal proben und am Wochenende oft zu Shows unterwegs sind ist es immer schwierig sich mal genug Zeit am Stück rauszunehmen, um sich den Aufnahmen zu widmen. Da steckt wirklich sehr viel Herzblut drin, aber ich denke, es hat sich gelohnt. Wir haben überwiegend im Proberaum und im Tonlabor eines Jugendzentrums aufgenommen. Alles sehr einfach, aber dennoch mit viel Liebe fürs Detail. Genau wie beim Mischen, da hat sich Alex wirklich wochenlang die Nächte um die Ohren geschlagen, bis es so war, wie er und wir uns das vorgestellt haben.

Ralf: Gibt es sowas wie die „Underground Society“ heute noch? Ich finde die Metalszene ist voll von Posern, Wichtigtuern und Arschlöchern, das war früher anders?

Pauly: Nein, das glaube ich nicht. Und unter „Underground Society“ verstehen wir eben genau das, was du gerade beschrieben hast. Engstirnige und verborte Zeitgenossen, die nichts besseres zu tun haben, als alles in Grund und Boden zu Haten, das war uns immer schon ein Dorn im Auge, weil wir von unseren Einflüssen und Vorlieben grundsätzlich schon sehr breit aufgestellt sind und da hat man natürlich bei vielen schon von vornherein verloren. Wie bezeichnen solche Leute gerne als „Metal- oder Musiknazis“.

Ralf: Stichwort: Born Too Late – Ihr seid ja noch ziemlich jung. Gibt es irgendwelche legendären Konzerte, die ihr gerne gesehen hättet?

Pauly: Klar, da fallen mir Dutzende ein, wobei ich sagen muss, dass ich schon auch ziemlich viel gesehen habe, was ich nie für möglich gehalten hätte. Bands wie RUSH und VAN HALEN blieben mir z.B. immer verwehrt, die hätte ich auf jeden Fall gerne mal gesehen.

Ralf: Eure Musik klingt ziemlich deutlich nach den goldenen 80ern. Wo liegen Eure Einflüsse? Ich schätze mal WARRANT sind dabei, oder?

Pauly: Vollkommen richtig, die deutschen Speed Metal WARRANT natürlich. Ich kann da nur für mich sprechen, aber bei mir standen schon immer Bands wie RUNNING WILD, ACCEPT, SODOM aber auch die 80er METALLICA hoch im Kurs. Ansonsten geht bei mir von Punk, über Black- Death-, Thrash- und Doom Metal bis hin zu HipHop alles, was mich irgendwie überzeugt. Bin da wie gesagt sehr offen unterwegs.

Ralf: Ihr scheint Metal Klischees zu lieben. Wenn man Eure Texte, Cover und euer Outfit ansieht...Wo sind da die Grenzen...?

Pauly: Erlaubt ist, was Spaß macht und gefällt, solange es irgendwie authentisch rüberkommt, würde ich behaupten. Wenn das nicht mehr gegeben ist, wird es peinlich und da hätten wir dann auch keinen Bock mehr drauf.

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Ralf: Ihr habt eine ausgewogene Mischung aus Speedsongs, Stampfern und leicht posermäßigem Hardrock. Was macht STALLION Deiner Meinung sonst noch aus?

Pauly: Wir haben uns von Anfang an vorbehalten, uns gemäß unserer Geschmäcker auch entsprechend breit aufzustellen von daher findet man in unseren Songs von Hard Rock Riffs über Speed Metal bis hin zu thrashigen Parts auch genau das, worauf wir selber auch stehen und das macht uns vermutlich auch aus.

Ralf: Mit „Kill Facists“ habt ihr einen sau langen politischen Song dabei. Hat Politik im Metal wirklich was zu suchen oder ist es „nur“ ein Fun-Song?

Pauly: Nein, der ist absolut ernst gemeint. Vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber manchmal muss man Dinge einfach so laut und plump wie möglich in die Welt hinausschreien, wie es nur irgendwie geht, damit die Message bei den Leuten ankommt. Denn gerade diese „Politik hat im Metal nichts verloren“-Pseudo Attitüde geht uns gehörig auf den Sack. Wer so einen Bullshit von sich gibt hat keine Ahnung davon, dass alleine diese Ignoranz schon eine Aussage ist und die Existenz angebräunter bis offen rechter Musikfans in der Metalszene überhaupt erst möglich macht. Von daher ist uns ein klares Statement und eine klare Positionierung in dem Zusammenhang auch sehr wichtig.

Ralf: Ihr habt jetzt schon mit vielen Bands seinen es Idole oder Kollegen die Bühne geteilt. Was war der geilste Moment bisher?

Pauly: Boah, da gab es echt viele. Aber z.B. letztes Jahr bei einem der letzten TWISTED SISTER – Konzerte überhaupt am Bühnenrand zu stehen, war schon ein sehr emotionales Erlebnis.

Ralf: Wie wurdet Du zum Metalhead damals?

Pauly: Ich wurde von meinen Eltern und Geschwistern schon ziemlich früh mit Küstlern wie Janis Joplin, Jimi Hendrix aber auch Bands wie den Ärzten und den Toten Hosen geimpft. Als ich 8 war hat mein 12 Jahre älterer Bruder mal für 2 Wochen auf uns aufgepasst, als meine Eltern im Urlaub waren und da hat er mir beim Kochen die Van Halen II vorgespielt und als David Lee Roth bei „Light up the Sky“ losgeschrien hat, war es um mich geschehen, haha.

Ralf: Was steht an mit STALLION?

Pauly: Wir spielen jetzt den Sommer über erstmal noch ein paar Einzel-Gigs und Festivalshows und werden dann hoffentlich gegen Herbst nochmal auf Tournee gehen, dazu gibt es aber momentan mal noch keine konkreten Infos.

Ralf: Deine abschliessende Worte an unsere Leser.

Pauly: Wir bedanken uns aufs Herzlichste bei allen Leuten da draußen, die uns zuhören und uns unterstützen, wir hoffen das neue Album kommt gut bei euch an. 1000 Dank für alles, wir sehen uns bei einer der nächsten Shows, yehaa.

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Bildquelle: Band

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