Eternity Magazin

Kvelertaklogo Generell fällt es ja immer häufiger auf, dass viele neueren Bands nicht wirklich zeitgemäßes und gleichzeitig innovatives Material bieten können. Stattdessen wird oftmals ein 08/15 – Einheitsbrei geboten, der an Unoriginalität nicht zu überbieten ist.

Da lobe ich mir doch die Ausnahmen, die wie Perlen im Dreck immer mal wieder auftauchen. Die für mich überraschendste derartige Ausnahme in letzter Zeit ist wohl das selbstbetitelte Debüt der norwegischen Punk/Black Metal/Hard Rock Band KVELERTAK gewesen (Review).

Bands mit derartig hörbarem Elan, Spaß an der Sache und einem festen Willen dazu, eigenständige und gute Musik zu machen trifft man heutzutage leider immer seltener an.

Als KVELERTAK 2007 gegründet wurde, ahnte wohl noch keiner der sechs Musiker, dass daraus eines Tages ein ernsteres Projekt werden könnte. Doch zum Glück kommt es ja häufig ganz anders als man zu denken gewagt hätte.
Da KVELERTAK noch sehr unbekannt und noch relativ neu ist, gibt es bis jetzt nur sehr wenige Informationen zu dieser Kombo. Um dem etwas entgegenwirken zu können, habe ich ein Interview mit dem Sänger, Erleиd Hjelvik, geführt, das uns unter anderem einige interessante Einsichten in die Entwicklung und Konzeption dieser Band gewährt. 

 

Jannick: Hi Erleиd! Als erstes möchte ich dir die Gelegenheit dazu geben, KVELERTAK kurz vorzustellen.

Erleиd: Wir sind eine sechsköpfige, norwegische Band, die sich aus 3 Gitarristen, einem Basser, einem Drummer und einem Sänger zusammensetzt. Wir spielen Hard Rock, der seine Einflüsse aus eigentlich allem zwischen THIN LIZZY und TAAKE bezieht.

Jannick: Wie bzw. wo genau habt ihr Jungs euch kennen gelernt? Was war letztlich der Grund, der euch dazu bewegt hat, gemeinsam Musik zu machen?

kvelertakBandErleиd: Ich und Bjarte (Gitarre) kannten uns schon auf der High School. Bjarte lernte dann im College Marvin, unseren Basser, kennen. Alle anderen Mitglieder kamen allesamt durch Marvin auf uns. KVELERTAK haben wir ohne weitere, größere Pläne begonnen. Zunächst war es einfach nur eine nette Gelegenheit die Zeit irgendwie totzuschlagen. Aber es ist wohl unnötig, anzumerken, dass wir im Laufe der Zeit immer ernster an die Sache herangingen [lacht].

Jannick: Was genau steckt eigentlich hinter dem skurrilen Namen KVELERTAK?

Erleиd: „Kvelertak“ ist lediglich ein norwegisches Wort, das übersetzt „Würgegriff“ bedeutet.

Jannick: Wir würdest du eure selbst erfundene Genrebezeichnung “Necro’n’Roll” beschreiben?

Erleиd: “Necro’n’Roll ist lediglich ein Ausdruck, den wir unserem Sound verpassten, als wir mit KVELERTAK begonnen haben. Grob ist damit wohl die Art und Weise gemeint, wie wir durch finstere Vocals und Texte, gelegentliche Blastbeat-Passagen und groovig, rockige Riffs, Black Metal Elemente mit Rock verschmelzen lassen. Ich würde jedoch sagen, dass die Bezeichnung „Necro’n’Roll“ heute nur noch bedingt auf uns zutrifft, da sich unsere Musik im Laufe der letzten Jahre sehr stark weiterentwickelt hat. Dennoch hängen wir an dieser Bezeichnung!

Jannick: Gibt es in eurer Musik Facetten oder Kunstgriffe, von denen ihr besonders wollt, dass sie von den Hörern wahrgenommen werden?

Erleиd: Da gibt es keine ganz konkreten Sachen. Wir wollen einfach nur, dass unsere Hörer die Besonderheiten unserer Songs genau so wahrnehmen, wie wir uns jedem noch so kleinem Detail in unserer Musik widmen.  

Jannick: Worüber handeln eure Texte? Versucht ihr, durch diese eine besondere Message an die Hörer zu vermitteln?

Erleиd: Messages sind uns generell nicht so wichtig. Wenn wir eine hätten, wäre diese wohl: „Ragnarok ist zum Greifen nahe! Es spricht nichts dagegen, eine gute Zeit auf dem Weg nach unten zu haben“. Die Texte handeln hauptsächlich von alten, norwegischen Göttern, Teufelsanbetung, Folklore und ganz allgemein um dunkle Themen.

 


 

"Wir wollen einfach nur, dass unsere Hörer die Besonderheiten unserer Songs genau so wahrnehmen, wie wir uns jedem noch so kleinem Detail in unserer Musik widmen."

KVELERTAK hat hohe, aber durchaus gerechtfertigte Ansprüche an die Fans

 


 

Jannick: Wie stehst du eigentlich zur aktuellen norwegischen Musikszene? Würdet ihr KVELERTAK als Mitglied der Szene eurer Heimat beschreiben, oder distanziert ihr euch lieber von dieser?

Kvelertak-stErleиd: Es gibt viele gute Bands aus Norwegen, wie zum Beispiel LYDIA LASKA, PURIFIED IN BLOOD, HAUST, OKKULTOKRATI und THE KONSORTIUM. Ich würde jedem empfehlen, sich die einmal anzuhören!
Wir zählen uns aber zu keiner Szene. In unserer Heimatstadt Stavanger gibt es ohnehin keine wirkliche „Szene“.

Jannick: Was motiviert euch, Musik zumachen? Ist diese Motivation auch groß genug für weitere Alben? Wenn ja: was dürfen eure Fans erwarten, was nicht?

Erleиd: Uns motiviert einfach nur das Machen guter Musik und guten Live-Shows. Ich würde nicht sagen, dass wir schlechter Musik den Kampf angesagt haben oder so etwas [lacht]. Unsere Motivationseimer sind noch bis zum Anschlag voll, darum kann man sicher davon ausgehen, dass es künftig mehr Alben von KVELERTAK geben wird. Noch weiß ich nicht, wie unsere kommenden Alben sein werden, da wir noch nicht ausreichend Zeit dazu hatten, uns darüber Gedanken zum machen, aber es wird unserem Debütalbum sicherlich sehr ähnlich werden!

 


 

"Es spricht nichts dagegen, eine gute Zeit auf dem Weg nach unten zu haben"


Wohl DAS Lebensmotto für alle Black-Metal-Hard/Punk-Rocker

 


 

Jannick: Gibt es in naher Zukunft Touren durch Europa? Wenn ja: mit wem?

Erleиd: Wir haben gerade erst eine sechswöchige Europa-Tour mit GAZA, KYLESA und CONVERGE hinter uns gebracht. Momentan machen wir hier und da mal einen kleineren Gig, bevor wir die anstehende Europa-Tour mit COLISEUM und BISON B.C. am November antreten können.

Jannick: Ihr habt deutliche Black Metal Einflüsse in eurer Musik, die ihr wirklich gut mit Punk, Rock’n’Roll und –wie ich denke- sogar Woodstock-artigem Folk zu kombinieren versteht. Das finde ich sehr eindrucksvoll. Welche Schritte geht ihr, um einen neuen Songs zu kreieren? Habt ihr da ein spezielles Geheimrezept, nach dem ihr eure Songs zubereitet?

Erleиd: Bjarte erstellt alle unsere Songs in seinem Wohnzimmer. Dann bringt er die „fertigen“ Songs mit in unseren Proberaum, wo  wir das Stück dann proben, und in welchem jeder von uns seine individuelle Note in den Song integriert. Dabei haben wir kein Rezept oder so etwas. Wichtigstes Kriterium eines KVELERTAK-Songs ist lediglich, dass er sowohl eingängig als auch finster ist.

Jannick: Die letzten Worte sind für Euch:

Erleиd: Reite auf dem Wind der Ehre, UGH!

(Jannick)

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