20161215 interview SacredGate Nicko 00SACRED GATE waren eine traditionelle Powermetalband aus Mönchengladbach. Waren? Tatsächlich löste sich die Band kurz vor der Veröffentlichung ihres dritten Killeralbums "Countdown to Armageddon“ auf. Bandkopf Nicko erzählte folgendes zur Lage.

Ralf: Hi Nicko alles klar, bei was störe ich Dich gerade?

Nicko: Hi Ralf, ich habe gearbeitet und jetzt habe ich 2 Stunden Pause.

Ralf: Zuerst würde ich gerne etwas über die Anfänge von SACRED GATE erfahren. Wie kamt ihr auf die Idee eine traditionelle Metalband zu gründen?

Nicko: Als ich mit 14 anfing Metal zu hören, wusste ich sofort, dass ich eines Tages eine Band gründen würde. Die Songs meiner Idole zu spielen und vielleicht eigene Songs zu komponieren, das wäre das Größte überhaupt. Und da ich Erfahrung mit einem Saiteninstrument hatte, kaufte ich mir mit 17 eine E-gitarre und legte los. Allerdings spielte ich erst einmal in einer Death/Black Metal-Band mit 22.

Ralf: Habt ihr viel Liveerfahrung?

Nicko: Wir konnten immerhin 10-15 Gigs im Jahr spielen, manchmal passten Gigs nicht zu dem Terminkalender von den Bandmitgliedern, entweder weil sie auch andere Bands hatten oder wegen Job/Familie. Ich glaube aber wir waren eine sehr gute Live Band mit einem Heavy Sound, guter Show und viel Bewegung auf der Bühne. Die Reaktionen waren meistens sehr positiv.

Ralf: Was sind eure Haupteinflüsse?

Nicko: Die meisten von uns stehen hauptsächlich auf traditionellen. Heavy Metal. MAIDEN, PRIEST, DIO, BLACK SABBATH, RUNNING WILD, MANOWAR und solches Zeug. Ich bin damit aufgewachsen, und vor allem IRON MAIDEN war ein sehr großer Einfluss. Als ich mir mit 17 meine erste Gitarre kaufte, habe ich auch Songbücher von MAIDEN besorgt und so habe ich Gitarre gelernt. Aber auch härtere Bands wie alte SEPULTURA, KREATOR, METALLICA oder SLAYER haben mich beeinflusst und das hört man auf der letzten 2 Alben raus.

Ralf: Ihr seid ja von Anfang an bei Metal On Metal Records. Was ist an Jowitas und Simones kleinem Label so besonders?

Nicko: Damals, als wir auf der Suche nach einem Label waren und Demos oder Links zu den Songs verschickten, haben wir Jowita kontaktiert, ihr gefiel "When Eternity Ends" so gut, dass sie uns nach 2 Tagen einen Deal angeboten hat. Wir hatten ein gutes Gefühl und haben das Angebot akzeptiert. Sie ist in erster Linie ein Fan und erst dann eine Geschäftsfrau. Obwohl wir uns im April aufgelöst haben, wollte sie trotzdem das Album veröffentlichen weil sie es zu gut fand und sie meinte es wäre zu schade, wenn es nicht rauskommt. Es ist ein großes Risiko sowas zu machen, aber so sind Jowita und Simone. Das sagt eigentlich alles, oder?

Ralf: Führwahr! Warum habt ihr Euch von Eurem langjährigen Sänger Jim getrennt und wer ist der neue Mann am Mikro, den ich im übrigen fantastisch finde?

Nicko: Jim hat uns von heute auf morgen verlassen, wir haben geprobt und man sah es ihm an, dass etwas nicht stimmte. Wir dachten der hat schlechte Laune oder so, aber bei der nächsten Probe kam er gar nicht und hat auch nicht auf unsere Telefonate oder SMS geantwortet. Ich habe zwar eine Vermutung aber 100% über die Gründe seines Ausstiegs bin ich mir nicht sicher. Wir hatten aber das Glück, nach 6 Monaten Ron Slaets zu finden. Ein Freund und Fan der Band hat ihn irgendwo auf Youtube entdeckt und so kam der Kontakt zustande. Ron hat eine geile Stimme, viel Talent und mit Hilfe des Produzenten, der auch Sänger ist und einige geile Ideen hatte, hat er im Studio einen fantastischen Job abgeliefert.

Ralf: Ihr habt gerade „Countdown to Armageddon“, euer neues Album veröffentlicht. Wie war die Arbeit im Studio und bist Du zufrieden mit dem Ergebnis? Hast Du spezielle Lieblingstracks?

Nicko: Die Arbeit war ganz ok, ich bin gerne im Studio. Wir haben diesmal wo anders aufgenommen als bei den ersten 2 Alben und zwar in Duisburg bei Schally von IGNITION. Jeder Produzent hat seine eigene Arbeitsweise, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, der Sound knallt und ist genau so aggressiv wie die Musik selbst. Hier und da könnte man was anders machen, aber das fällt einem später auf, wenn alles fertig ist, und du nichts mehr ändern kannst. Haha. Ich finde alle Songs sind stark, aber meine Lieblingtracks sind „Sacred Gate“, „Legions of the North“, „The Flames of War“, „Under the Normandy Sky“ und das Titelstück.

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Ralf: Was gibt es zu den Texten zusagen, sind wir wirklich so kurz vor dem Ende?

Nicko: Vielleicht kriegen wir noch die Kurve aber sehr optimistisch bin ich nicht. Die Weise, wie die Großmächte sich überall einmischen macht einem richtig Angst, irgendwann kommt es zum Knall und es wird sehr böse enden. Schau mal, was im Irak passiert ist seit dem zweiten Irak Krieg, das Land hat nix auf die Reihe bekommen und alles wurde mit der ISIS nur noch schlimmer, und das alles weil der Bush so geil auf das Öl war. Ich hatte schon damals für „When eternity ends“ Texte geschrieben, weil ich das kommende Chaos vorgeahnt habe: „A shame to spill the blood of the innocent for oil, this war is no more for the brave, with lies and promises can’t set the people free, the future will bring more tears and pain“. Dabei muss man kein Prophet sein oder einen IQ von 150 haben, du muss die Dinge nur realistisch sehen, leider sind die Leute zu blöd und lassen sich sehr leicht durch Politiker, Religion und Medien beeinflussen und manipulieren. Es geht immer um Macht und Habgier und für diese Leute heißt es: der Zweck heiligt die Mittel. Dazu kommt noch der religiöse Fanatismus und Terrorismus, die großen Banken, die sogar Regierungen stürzen können, das alles ist ein gefährlicher Mix. Darum geht es bei den Texten von „Countdown...“ und „The Flames of War“.

Ralf: Also doch keine typischen „Klischee-Warrior“-Lyrics, wie man aufgrund der Songtitel vermuten könnte. Auf Eure Homepage steht, dass ihr euch kürzlich AUFGELÖST habt??? Man bringt doch nicht das beste Album der Bandgeschichte heraus mit einem der besten Sängern Europas und löst sich dann auf...oder?

Nicko: Du hast Recht, es ist wirklich Schade,weil wir diese Songs nicht live präsentieren werden, aber manchmal ist eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Wenigstens ist das Album raus und die Leute können Ron's Stimme hören, das war sein erstes Album und der hat eine super Arbeit geleistet.

Ralf: Dem kann ich nur zustimmen. Wann und wie wurdest Du mit dem Metalvirus infiziert? Du bist in Griechenland aufgewachsen, richtig – wie war das damals?

Nicko: Ich kam mit 14 nach Deutschland und bin hier zum Metaller geworden. Ich hatte in Griechenland ein paar Kumpels, die richtige Metalmaniacs waren, aber da habe ich mich noch nicht richtig für den Metal interessiert. Ich kannte ein paar Songs von METALLICA und MAIDEN und einige Bands aber mehr auch nicht. Erst hier habe ich einen Landsmann kennengelernt und der hat mir das „Seventh Son...“ Album von IRON MAIDEN gegeben, das war im Oktober 1989. Ich habe dieses Album 10 mal am Tag gehört und es ist immer noch mein Lieblingsalbum. Ab da ging es bei mir nur um Musik, wir haben jede Woche eine IRON MAIDEN-Kassette gekauft, „Piece of Mind“, „Powerslave“, „Somewhere in Time“, „The Number of the Beast“, dann andere Bands entdeckt, das war die beste Zeit meines Lebens. Das war alles neu für mich und es gab soviel zu entdecken.

Ralf: Was war das erste Album, dass Du gekauft hast?

Nicko: Irgendwas von IRON MAIDEN, ich glaube „Powerslave“ auf Kassette. Meine erste CD war „Killers“. LP's habe ich nicht gekauft, weil ich keinen Plattenspieler hatte.

Ralf: Spieltest Du noch in anderen Bands vor SACRED GATE?

Nicko: Ja, von 1997-2000 bei der Death/Black Metal Band DARK CREATION, von 2002-2005 bei MADE OF IRON und dann von 2008 bis 2016 bei SACRED GATE.

Ralf: Was steht an? Wie geht es weiter?

Nicko: Zuerst Mal mache ich eine längere Pause, ich bin vor 6 Wochen Vater geworden und jetzt hat Familie und Arbeit Priorität. Mir fehlt im Moment die Lust und die Motivation weiter Musik zu machen. Vielleicht in 2-3 Jahren mache ich wieder was, vielleicht auch nicht, wird sich zeigen...

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(Fotos: Wadera Photography, Thorsten Bethe)

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