neckbreakersball_2009.jpgGeballer pur, so stand es auf dem Flyer: SCAR SYMMETRY, BEHEMOTH, ARSIS und DEVILDRIVER gastierten Anfang November in der Saarbrücker Garage. "Neckbreaking" war das Motto des Abends: Mit den vier DeathMetal-Kombos aus Schweden, Polen und den Staaten sollte dem geneigten Hörer technisches und melodisches Todesblei auf höchstem Niveau dargeboten werden. Bei dem Schmuddelwetter, das an dem Tag herrschte, war also ein Besuch in der Garage absolute Pflicht und so trieb es auch mich an dem verregneten Donnerstagabend zu früher Abendstunde in die Höhle des Löwen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ARSIS

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ARSIS, der eigentliche Grund meines Erscheinens, eröffnete pünktlich um 18:30 Uhr den bunten Reigen. Anscheinend hatten die Jungs um James Malone am Vorabend zu tief in die Bierdose gelugt, denn die Death-Kombo aus Virgina Beach (USA) zeigte zu Beginn ihres Aufritts die ein oder andere technische Schwäche, die sie aber nach und nach wieder ablegten. Dennoch legten sich die Buben schwer ins Zeug und zeigten auf ihrer ersten Tour durch die deutschen Landen, warum sie für ihr Album "We Are The Nightmare" so viele Lorbeeren eingeheimst haben. Aber nicht nur vom aktuellen Album, sondern auch vom 2004er Debut-Album "A Celebration Of Guilt", wurde das ein oder andere Stück, u.a. "The Sadistic Motives Behind Bereavement Letters", Richtung Zuschauer abgefeuert. Diese waren zu diesem Zeitpunkt noch rar gesät und verpassten, meiner Meinung nach, einen soliden Auftritt des sympathischen Vieres! Mit ihrem letzten Song "The Face Of My Innocence" war dann nach gut 35 Minuten der "Alptraum" leider schon zu Ende. Das hat defintiv Lust auf mehr gemacht und so darf ich jedem ARSIS-Fan und denen, die es noch werden wollen, das Bevorstehen des nächsten Langspielers "Starve For The Devil" Anfang 2010 ankündigen.

 

SCAR SYMMETRY

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Mit SCAR SYMMETRY folgte dann, nach kurzer Umbaupause, für mich ein alter Bekannter. SCAR SYMMETRY hatte ich bereits 2006, zusammen mit der norwegischen ProgMetal-Kombo COMMUNIC in Weinheim im Cafe Central, auf der "Waves Of Pitch Black Decay"-Tour gesehen. Damals waren vielleicht 100 Leute zugegen und die schwedischen Death-Metaller befeuerten die Zuhörer mit ihrem, damals taufrischen, "Pitch Black Progress" Album und ihrem Übersong "The Illusionist". Doch leider, so musste ich an dem Abend schwer enttäuscht feststellen, sind diese Zeiten längst vorbei. Ich habe die Entwicklung der Band seither nicht mehr sonderlich mitverfolgt und so war ich vom LineUp-Wechsel leicht irritiert, da ich ihren sympathischen nun Ex-Fronter Christian Älvestam vergeblich auf der Bühne suchte. Christian konnte anscheinend niemand adäquat ersetzen und so mussten nun zwei Sänger, Robert Karlsson und Lars Palmqvist, für die tiefen und hohen Passagen angeheuert werden. Irgendwie wollte ich das Gefühl nicht loswerden, dass sich die zwei Sänger absolut gar nicht in das Gesamtbild der Band einfügen und eher wie Fremdkörper wirken. Songs wie "Mind Machine" oder "Chaosweaver" kommen einfach nicht mehr so kraftvoll rüber wie früher. Ob das an den miesen gutturalen Growls des Dirk Bach-Verschnitts oder an dem ollen Rumgehopse von Lars liegt, mag ich nicht beurteilen. Für mich steht fest, dass diese Weichspüler-Mucke weder was mit DeathMetal noch mit den SCAR SYMMETRY zu tun haben, die mich vor Jahren mal überzeugt hatten! Übrigens: Christian growlt nun unter anderem für MISERATION, die kürzlich erst ihren Longplayer "The Mirroring Shadow" veröffentlicht haben.

 

BEHEMOTH

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Leicht geknickt, nach dieser bösen Überraschung, sollte ich gleich drauf wieder aufgemuntert werden. Von BEHEMOTH hatte ich schon so einiges gehört, aber die Jungs noch nie live gesehen. Nach der elend langen Umbaupause, während der die Geräusche einer düsteren, alten, zugigen Villa zu hören waren, betraten die polnischen Death-Metaller in einer unheimlich wirkenden Atmospähre die Bühne. Das Publikum, das zuvor lautstark "Behemoth" skandierte, war völlig aus dem Häuschen und feierte die Band schon zu Beginn des Auftritts gehörig ab. Jemandem, der BEHEMOTH bereits live erleben durfte, erzähle ich an dieser Stelle wohl kaum etwas Neues. Der Hintergrund der Bühne war geschmückt mit dem Artwork ihres aktuellen Albums "Evangelion". Die Mikrofonständer waren schmiedeeisern und versehen mit Halbmonden, Sonnen und großen, mit Inschriften verzierten, Heptagrammen. Abgerundet wurde das optische Erscheinungsbild durch die passende Kleidung der Protagonisten und der entsprechenden Schminke. Die Show war durch und durch inszeniert: Es wurde kein Song ohne passendes Intro gespielt und die BEHEMOTH-typischen Propellerheads wurden immer passend in Szene gesetzt.
Auch musikalisch wurden keine Wünsche offen gelassen. BEHEMOTH spielten ein buntes Potpourri aus ihrem reichen Fundus, u.a. "Shemaforash", "Slaves Shall Serve", "Demigod", "Conquer All" oder "Chant For Eschaton". Letzerer wurde wieder mit einer Runde Kunstblut für alle versehen. Die Anhänger feierten frenetisch den Auftritt der Polen und headbangten in den (leider nur) 60 Minuten was das Zeug hielt.

 

DEVILDRIVER

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Mit DEVILDRIVER stand pünktlich um 22:00 Uhr der Headliner des Mini-Festivals auf der Bühne. Die Stimmung war hervorragend und so machte es auch den Jungs aus Santa Barbara, California, ordentlich Spaß. Es dauerte auch gar nicht lange und so bildete sich der erste CirclePit des Abends in dem mächtiges Gedränge herrschte. Leider waren aber schon zu diesem Zeitpunkt einige Konzertbesucher nach Hause verschwunden und so war es nicht mehr ganz so voll wie noch beim Auftritt von BEHEMOTH. Nichtsdestotrotz feuerten DEVILDRIVER eine Riff-Salve nach der anderen ab und sorgten für ordentlich Tempo. Irgendwie aber hatte nicht nur ich das Gefühl, dass die Veranstalter sich bei der Wahl des Headliners leicht verkalkuliert hatten. BEHEMOTH haben die Messelatte für den Abend so hoch gelegt, dass die Kombo aus den Staaten nur schwerlich an sie herankam. Zum anderen war die Sound-Abmischung nicht die beste und so empfanden viele den Gig als Lärmbelästigung. DevilDriver gaben sich aber sichtlich Mühe und versuchten mit Songs wie "Clouds Over California", "End Of The Line", "Not All Who Wander Are Lost" oder "Hold Back The Day" zu überzeugen.
Solide war der Aufritt allemal, aber für mich war der Eindruck, den BEHEMOTH hinterlassen hatten, einfach zu gewaltig. Nach 60 Minuten war dann auch endgültig Schluss mit lustig.

Ich bin bereits gespannt auf die Neuauflage des Neckbreakers Ball im nächsten Jahr!

Mehr Bilder gibt es in der Galerie!

(Holger)

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