inthismoment ritualDass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind, dafür ist das neue Album der Amis von IN THIS MOMENT ein Paradebeispiel. Angekündigt wird es seitens der Band damit, dass „Ritual“ organischer, weniger elektronisch und bluesiger klingen soll als der erfolgreiche Vorgänger „Black Widow“. Das klingt erst einmal prima, denn man kann es drehen und wenden wie man will, die Band, die 2007 bei „Beautiful Tragedy“ im Metalcore gestartet ist, um dann mit „The Dream“ (2008) und zum Teil auch mit „A Star-Crossed Wasteland“ (2010) nicht ganz unerfolgreich typischen amerikanischen modernen Alternative Rock zu machen, ist künstlerisch in eine Sackgasse geraten. „Blood“ war eine Vollkatastrophe, „Black Widow“ habe ich danach aus Überzeugung ignoriert, die eingangs erwähnte Theorie ("Blues" etc.) hat mich dann neugierig gemacht und wieder an die Band zurückgeführt, damit ich beim ersten Hören von „Ritual“ dann feststellen kann, dass das Album so ziemlich alles ist, nur nicht organisch und auch nicht bluesig.

Eine fast durchgängig vorhandene Industrial Schlagseite in Kombination mit einem unnatürlichen, blutleeren und überproduzierten Klangbild lässt den Appetit nach IN THIS MOMENT schnell gesättigt sein. Nein, „Ritual“ macht echt keinen Spaß, auch weil das Songwriting stellenweise unkoordiniert und uninspiriert wirkt und die vielen Effekte auf der Stimme von Maria Brink sind auch nicht unbedingt stimmungsfördernd; der doppelte Wortsinn ist hier in der Tat Absicht.

Die guten Momente von „Ritual“ sind damit schnell erzählt. „Joan Of Arc“ fällt zwar reichlich unmetallisch aus, entpuppt sich aber zumindest bereits beim ersten Hören als Hit und ganz am Ende gibt es mit „Lay Your Gun Down“ noch eine Ballade, die so etwas wie Emotionen transportieren kann.
Dazwischen finden sich dann Songs, die so langweilig sind, dass sie keiner Würdigung bedürfen, cool kommt noch das stark von „White Wedding“ (BILLY IDOL) inspirierte Duett zusammen mit Rob Halford (JUDAS PRIEST), das man passenderweise „Black Wedding“ getauft hat, wobei ich mich beim Hören dann wiederum ständig frage, ob das wirklich dieser britische „Metal God“ ist, der hier zu hören ist, oder irgendein zufälliger Namensvetter. Von einem Rob Halford erwarte ich da einfach mehr.

Bei „In The Air Tonight“ hat man es dann nicht beim inspirieren lassen gelassen, sondern man covert einen kompletten Song. Ich sag’s mal so. Es mag Menschen geben, die Phil Collins besser als Peter Gabriel finden, also wird es wohl oder übel auch Menschen geben, die das hier gut finden.
Eigentlich ist das das perfekte Schlussfazit und eigentlich ist es noch mehr schade, dass diese Band zum wiederholten Male so wenig aus ihren Möglichkeiten macht. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20165,0 5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 49:05 min
Label: Roadrunner Records/Warner
Veröffentlichungstermin: 21.07.2017

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