rage seasonsoftheblackRAGE begleiten mich schon seit ich, vor mittlerweile 30 Jahren, anfing mich für Heavy Metal und seine zahlreichen Stilrichtungen zu interessieren. Irgendwie kann man sagen, dass die Band wie ein alter Bekannter ist. Zwar habe ich nicht immer mitbekommen, was die Truppe in dieser langen Zeit so alles getrieben hat – was bei mittlerweile 23 veröffentlichten Alben schon einmal vorkommen kann – und zeitweise gerieten die Herner auch aus meinem Fokus, im Hinterkopf waren RAGE bei mir jedoch stets präsent.

Ich muss jedoch ganz ehrlich zugeben, dass ich mit dem immer progressiveren Stil der letzten Jahre nicht wirklich viel anfangen konnte, obwohl Frontmann, und einziges verbliebenes Gründungsmitglied, Peter „Peavy“ Wagner stets hochkarätige und technisch versierte Musiker an seiner Seite hatte. Über die musikalischen und persönlichen Veränderungen, die 2015 zur Trennung von Victor Smolski und André Hilgers führten haben sich andere Medien schon lange und breit ausgelassen und ich finde es weder angemessen noch nötig, dazu noch etwas zu schreiben.

Mit dem 2016er-Werk „The Devil Strikes Again“ präsentierte Peter „Peavy“ Wagner (Leadgesang, Bass) mit Marcos Rodriquez (Gitarre, Gesang) und Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos (Schlagzeug, Gesang) zwei neue musikalische Mitstreiter und kehrte zu den im Power- und Speed Metal liegenden Wurzeln von RAGE zurück.

Mit „Seasons Of The Black“ wurde nun am 28.07. die bereits dreiundzwanzigste Scheibe der Nordrhein-Westfalen veröffentlicht und diese knüpft nahtlos dort an wo „The Devil Strikes Again“ vor etwas mehr als einem Jahr aufhörte. Bereits der Titelsong und Opener macht deutlich, in welche Richtung die elf auf der Scheibe enthaltenen Stücke gehen. Auch hier hat man allen unnötigen Ballast weggelassen und das steht RAGE nach wie vor ausgezeichnet. Schon die ersten drei Stücke „Seasons Of The Black“, „Serpents In Disguise“ und das überragende „Blackened Karma“ zählen meiner Meinung zum Besten, was man aus Herne seit langem gehört hat. Auch „Time Will Tell“ und „All We Know Is Not“ stehen den zuvor genannten Nummern in nichts nach. Positiv ist weiterhin, dass „Peavy“ auch stimmlich den Schritt zurück gewagt hat und wirklich hervorragend singt. Seinen beiden Mitmusikern merkt man außerdem an, dass beide langjährige RAGE-Fans sind, die genau wissen, wie diese Band zu klingen hat.

Auf „Seasons Of The Black“ kehrt dann auch eine weitere lieb gewonnene Institution aus dem Hause RAGE zurück. Unter der Überschrift „The Tragedy Of Man“ bilden die vier letzten Stücke des Albums eine textliche Einheit, bei der es thematisch um den selbst verursachten Untergang der Menschheit geht. Hier stechen „Justify“ und das das Album beschließende „Farewell“ ganz klar heraus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass RAGE bereits mit „The Devil Strikes Again“ gezeigt haben, dass mit ihnen ab sofort wieder zu rechnen ist. Mit ihrem neuen Werk legen sie nun nach und sind sogar noch steigerungsfähig. Eine schwache Nummer kann man auf „Seasons Of The Black“ lange suchen, finden wird man sie nicht. Meiner Meinung ist dieses Album das Beste was RAGE seit einer gefühlten Ewigkeit veröffentlicht haben. (Matthias)

Bewertung:

Matthias8,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 50:26 min
Label: Nuclear Blast Records
Veröffentlichungstermin: 28.07.2017

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