marylin manson heavenupsidedownAls MARILYN MANSON 1994 mit „Portrait Of An American Family“ erstmals auf der musikalischen Bildfläche erschien, befürchteten Konservative bereits den Untergang des Abendlandes. Dies lag nicht nur an der schockierenden und provozierenden Attitüde des Brian Hugh Warner wie MANSON mit bürgerlichem Namen heißt, sondern zu einem großen Teil auch an seinem Status als Ehrenmitglied der von Anton Szandor LaVey gegründeten Church of Satan.

Mittlerweile sind über 20 Jahre vergangen und der alltägliche Horror erscheint einem bei weitem schlimmer als alles, was sich ein Künstler und sei seine Fantasie auch noch so krank oder gestört jemals ausdenken könnte. Heutzutage würde es den Großteil der Menschheit vermutlich nicht einmal schocken, wenn sich der Leibhaftige persönlich mitten in der New Yorker Rush Hour auf dem Times Square manifestieren würde.

Dementsprechend geriet auch der Stern MARILYN MANSONs in den letzten Jahren erheblich ins Sinken. So geriet der Künstler in der jüngsten Vergangenheit eher durch Beziehungen zu diversen Hollywoodsternchen als durch seine Musik in die Schlagzeilen. Auch seine Liveauftritte gerieten in letzter Zeit gelinde gesagt denkwürdig. So schien er bei seinem diesjährigen Gig in Wacken komplett neben sich zu stehen und seine Kletteraktion auf einem Bühnenelement während eines anderen Auftritts führte prompt dazu, dass MANSON unter dem umkippenden Teil begraben wurde. Wodurch neun Konzerte der Tour abgesagt wurden.

Doch auch musikalisch ging es bei MARILYN MANSON stetig bergab. Auf das noch recht gelungene „The Golden Age Of Grotesque“ (2003) folgten mit „Eat Me, Drink Me“ (2007), „The High End Of Low“ (2009) und “Born Villain” (2012) drei durchschnittliche bis schwache Alben. Dabei stellte „Born Villain“ den bisherigen kreativen Tiefpunkt dar. Dieses wirkte in meinen Augen erschreckend uninspiriert und einfallslos und fast schien es, als wenn MARILYN MANSON und seine Mitmusiker ihren schöpferischen Zenit überschritten hätten.

Mit dem 2015 erschienenen „The Pale Emperor“ auf dem MANSON erstmals mit Tyler Bates zusammenarbeitete präsentierte man dann das, was nur wenige für möglich hielten, nämlich ein in weiten Teilen durchaus gelungenes Album. Nun also das bereits am 06.10. erschienene „Heaven Upside Down“, welches gleichzeitig das zehnte Studioalbum aus dem Hause MARILYN MANSON darstellt.

Und auch hier sorgte man vorher für ein gerüttelt Maß an Verwirrung. Eigentlich sollte die Platte nämlich bereits am 14.02. unter dem Titel „Say10“ erscheinen. Doch der Valentinstag kam und ging. Was nicht kam, war das neue Album von MARILYN MANSON. In einem aktuellen Interview begründet MANSON diesen Umstand damit, dass 3 der insgesamt 10 Stücke auf „Heaven Upside Down“ zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fertiggestellt waren.

Nun also zum aktuellen Werk von Marilyn Manson (Gesang), Paul Wiley (Gitarre), Tyler Bates (Gitarre), Twiggy Ramirez (Bass) und Gil Sharone (Schlagzeug).

Dieses beginnt mit „Revelation #12“ zwar nicht schlecht, aber der Song ist typische Standardkost, die man von der Band in der Vergangenheit schon wesentlich besser gehört hat. Da gefällt mir das anschließende „Tattooed In Reverse“ schon wesentlich besser, erinnert es doch ein wenig an vergangene Großtaten. Auch „We Know Where You Fucking Live“ klingt überraschend bösartig und zeigt, dass MANSON doch noch kann, wenn er denn nur will. Mit „Say10“ folgt dann die schwächste Nummer der Scheibe. Dies gilt sowohl für die Musik als auch für den Text. So ist „Say10“ zwar ein nettes Wortspiel aber mehr auch nicht. Da ist „Kill4Me“ schon ein ganz anderes Kaliber. Doch die Höhepunkte kommen auf „Heaven Upside Down“ erst gegen Ende der Scheibe. Und das sind dieses Mal ganz klar die ruhigeren Stücke. So gerät die Halbballade „Blood Honey“ aufgrund ihrer Intensität glatt zum Höhepunkt des Albums und auch das Titelstück und das abschließende „Threats Of Romance“ überzeugen auf ganzer Linie. Vielleicht sollte man einmal über ein Album mit nur akustischen Songs nachdenken.

Abschließend bleibt zu sagen, dass auch „Heaven Upside Down“ kein Überalbum ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass MARILYN MANSON noch einmal eine Scheibe hinbekommt, die es mit „Antichrist Superstar“, „Holly Wood“ oder gar „Mechanical Animals“ aufnehmen kann, erscheint mir dann auch eher gering, aber nach „The Pale Emperor“ ist es ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und vielleicht überrascht uns MANSON ja doch noch einmal mit einem rundum gelungenen Werk. (Matthias)

Bewertung:

Matthias7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:29 min
Label: Loma Visa Recordings/Caroline International
Veröffentlichungstermin: 06.10.2017

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