RobertPlantCarryFireDas letzte Soloalbum des LED ZEPPELIN-Sängers ROBERT PLANT liegt nun schon gute drei Jahre zurück. Höchste Zeit also, dass der legendäre Sänger eine weitere Platte veröffentlicht. Weshalb sich der sympathische Engländer nach wie vor gegen eine LED ZEPPELIN Reunion stellt, wird auch auf seinem neuen Werk „Carry Fire“ noch einmal deutlich.

Neben den von PLANT selbst angebrachten Punkten bezüglich seines Stimmumfangs und darüber, dass es einfach nicht das Gleiche wäre wie früher, könnte man nach dem ersten Durchgang von „Carry Fire“ als Fan auch etwas anderes behaupten. Denn böse Zungen würden hier ziemlich sicher anbringen, dass er einfach keine Lust dazu hat sich zu wiederholen. Die Frage ob ein neues LED ZEPPELIN-Album überhaupt die Erwartungen der Fans treffen würde, ist schon das Grundproblem eines solchen Unterfangens. Aber letzten Endes ist es eben so, dass die Zeichen bei ROBERT PLANT stets auf Fortschritt standen, eine Tatsache, die man ohne Zweifel auch den ZEPPELIN-Werken anhören kann. Also wie könnte eine neue LED ZEPPELIN-Platte in der heutigen Zeit klingen? Wie wäre der Stil, mit den Erfahrungen und der heutigen Sicht der Dinge aller Beteiligten? Wenn es nach mir persönlich ginge, kann ich es gar nicht erwarten diese Frage beantwortet zu bekommen. Doch mit „Carry Fire“ flitzt mir die ein und andere Freudenfalte übers Gesicht, auch wenn die Platte nicht ganz so zugänglich ist wie der Vorgänger.

Mit elf Stücken und einer Spielzeit von 49 Minuten wirkt „Carry Fire“ auf den ersten Blick wie schwere Kost. Diese Annahme bestärkt sich nach dem ersten Durchlauf, die Stücke gehen schwieriger ins Gehör und sind deutlich komplexer gestrickt als auf „Lullaby And… The Ceaseless Roar“. Doch „komplexer“ ist nicht gleichbedeutend mit „schlechter“, man benötigt einfach mehr Zeit. Nach dem dritten Durchlauf etwa zünden genau die Nummern, die anfangs noch sperrig wirkten. Die Stücke bewegen sich überwiegend im unteren Mid-Tempo-Bereich, und selten sind richtige Rock-Bretter zu hören, Plant spielt erneut mit sehr vielen unterschiedlichen Stilen. Die orientalischen Klänge des Titelstücks dürften kaum jemanden verwundern, der sich bereits mit der Pre-LED ZEPPELIN-Ära des Frontmanns beschäftigt hat. Richtig hervor sticht von den Stücken keines, es wirkt eher wie ein großes Gesamtkunstwerk, was man heute eher selten erlebt. Doch ist es nicht genau das, was ROBERT PLANT in der heutigen Zeit gerne tut? Es wirkt jedenfalls nicht so, als hätte er keinen Spaß. Er singt alle Songs hervorragend mit seiner natürlich gealterten Stimme. Dass er nicht versucht, an alte Glanztaten im Höhenbereich anzuschließend, kommt der Musik zugute, auf diese Weise wirkt es zu keinem Zeitpunkt gekünstelt oder wird peinlich. Dabei möchte ich nicht sagen, dass PLANT heute schlecht singen würde. Ganz im Gegenteil, er hat nach wie vor eine sehr außergewöhnliche und unverwechselbare Stimme, gleiches lässt sich für die Musik von „Carry Fire“ sagen. Auch wenn das Album nicht so zugänglich sein mag wie sein Vorgänger, bietet es deutlich mehr Abwechslung.

ROBERT PLANT ist ein gelungener Nachfolger zu „Lullaby And… The Ceaseless Roar“ gelungen, auch wenn das Album anfangs nicht ganz so zugänglich ist. LED ZEPPELIN-Fans kommen hier dennoch nicht voll auf ihre Kosten, doch das ist seit jeher nicht der Anspruch von PLANTs Soloalben. Mit „Carry Fire“ setzt der charismatische Sänger einen weiteres Highlight in seiner Karriere. (Pascal)


Bewertung:

Pascal7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 49:00 min
Label: Waner Music
Veröffentlichungstermin: 13.10.2017

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015