Tyfons Doom Emperors Path 200x200TYFON’S DOOM – klingelt da irgendwas? Nein? Tja, das sollte sich, wenn man auf klassischen Heavy Metal bzw. Doom steht, ganz schnell ändern. Denn mit „Emperor’s Path“ legt dieses finnische Zwei-Mann-Projekt ein ziemlich beeindruckendes Album-Debüt vor, nachdem bereits 2016 die EP „Yeth Hound“ veröffentlicht wurde. Multiinstrumentalist Tommy Varsala, der für alle Instrumente und den Gesang verantwortlich zeichnet, hat sich mit Drummer Cederick Forsberg zusammengetan und ein ziemlich druckvolles Album zurechtgezimmert.

Schon der Opener „Tyrant’s Sceptre“ legt mit einem großartigen Riff und einem losstürmenden Rhythmus los, dass es eine wahre Pracht ist – die Gitarrenarbeit kann sich echt hören lassen. Das folgende „The Hidden Hand“ kann mit seinem galoppartigen Tempo punkten, zu dem man sich mal ordentlich die Nackenwirbel lockermachen kann – wer hier nicht anfängt, den Kopf zu bewegen, sollte noch mal ernsthaft drüber nachdenken, ob Heavy Metal wirklich die richtige Musik für ihn ist.

Beeindruckende duale Gitarrenläufe und ineinandergreifende Harmonien zeichnen „Sea Of Life“ aus, „Beyond Treason“ kann mit einer heftig stampfenden Rhythmussektion und mit einem tollen Solo punkten. Etwas langsamer, aber nicht weniger schwer geht es anschließend mit „Endless War“ weiter, dem sich das pfeilschnelle „Moonlight“ anschließt. Und so hämmern sich TYFON’S DOOM recht routiniert durch das komplette Album, dass es für Fans von ganz klassischem Heavy- und Doom-Metal eine echte Freude ist. Dabei bleibt man konsequent das ganze Album über recht altmodisch, was in diesem Fall jedoch alles andere als schlecht ist. Bands dieser Stilrichtung, die sich stark an den Ursprüngen des Genres orientieren, erleben ja in den letzten Jahren eine kleine Renaissance, und da reihen sich TYFON’S DOOM nahtlos ein.

Leider gibt es aber nicht nur Positives über „Emperor’s Path“ zu sagen. Denn ein großer Schwachpunkt ist für mich hier leider der Gesang. Zwar glaube ich, dass es beabsichtigt war, diesen mit übermäßigem Hall und Echos zu versehen und es klingen zu lassen, als stünde der Sänger irgendwo auf einem Berg gefühlte fünfzig Meter vom Mikro weg, aber gut finden muss man das dann doch nicht unbedingt – hier wäre etwas mehr Mut zu einem zeitgemäßen, cleanen Sound besser gewesen.

Das trübt den Gesamteindruck leider ein wenig, denn generell ist der Sound für eine Produktion, die vermutlich nicht gerade ein riesiges Budget zur Verfügung hatte, recht ordentlich geworden. Zwar ist eine ordentliche Portion Dreck im Gitarrensound und es knarzt hier und da ganz schön, das dürfte jedoch Absicht sein und schadet in diesem Fall kein Stück. Die Drums hätten für meinen Geschmack noch eine Ecke mehr Druck vertragen können, aber im Großen und Ganzen ist der Mix in Ordnung.

So verbleibt mir zu sagen, dass Doom-Fans mit „Emperor’s Path“ sicherlich ihren Spaß haben werden, auch wenn man hier keine Dimensionen à la CANDLEMASS, GRAND MAGUS oder ISOLE erwarten sollte. TYFON’S DOOM ist ein rundes, ordentliches Debüt gelungen und es ist zu hoffen, dass die nächste Veröffentlichung diesen ersten Eindruck bestätigen und ausbauen kann. Eine sehr solide Grundlage ist auf jeden Fall da.


Bewertung:

Dennis7,0 7 / 10


Anzahl der Songs:11
Spielzeit: 44:50 min
Label: Gates Of Hell Records
Veröffentlichungstermin: 17.11.2017

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