kingking exileandgraceNormalerweise sollte man ein Fazit nicht vorwegnehmen, denn wer schaut sich beispielsweise schon 90 Minuten lang ein Fußballspiel an, wenn man vorher bereits weiß, dass es 0:0 ausgehen wird? Hier liegt die Sache aber etwas anders, denn da kann man mit einigen Ausrufezeichen versehen, ganz klar und ganz eindeutig, sagen, wenn man in diesem Jahr ein Blues Album hört und kauft, dann sollte es „Exile & Grace“ sein!!!

Nun gut, man kann natürlich jetzt argumentieren, dass die Konkurrenz geringer ist, weil es 2017 kein neues Studioalbum des Meisters JOE BONAMASSA gibt, man kann aber auch einfach anerkennen, dass selbst ein Gitarrengott wie Bonamassa nicht mehr diese Konsequenz an den Tag legen könnte, wie es KING KING hier tun.

Auch weil es „Exile & Grace“ gerade einmal auf 39 Minuten Spielzeit bringt, sollte man es mit Superlativen nicht übertreiben, denn je weniger man anbietet, desto weniger kann man auch falsch machen. Umgekehrt kann man es auch so sehen, dass man je weniger man anbietet auch umso weniger Zeit und Raum hat, Dinge richtig zu machen. Wobei KING KING auf ihrem neuen Album, das gar nicht großartig angekündigt war und plötzlich einfach da ist, auch überhaupt nichts falsch, sondern alles richtig machen.
Ja, es ist schon ein tolles Geschenk, wenn man die Post öffnet, irgendeinen Mist erwartet und da ist quasi wie aus dem nichts dieses Album da.

Bereits das letzte Studioalbum „Reaching For The Light“ (2015) war ganz große Klasse und bekam von mir hoch verdiente 9 Punkte gut geschrieben, mit „Exile & Grace“ toppen die Schotten den Vorgänger sogar noch. Das liegt daran, dass Alan Nimmo und seine drei Mitstreiter auf vorliegendem Werk nochmals eine Spur zielorientierter zu Werke gehen. Die kraftvollen Songs klingen nun noch kraftvoller und die Balladen erwärmen das Herz nun noch ein kleines bisschen mehr. Dieser rockige Blues von KING KING macht einfach einen Riesenspaß, gerade auch weil die Produktion die jeweilige Stimmung perfekt einfängt.

KING KING haben es auf ihrem „Exile & Grace“ Album geschafft, dass alle neun Songs überragend sind, einen als Hörer mitnehmen und nie langweilig oder überlastet klingen. Eine Sache muss man dann aber schon einschränkend anmerken. Im Gegensatz zu JOE BONAMASSA, der im Blues wirklich alles abdecken kann, gehen KING KING stilistisch recht eindimensional zu Werke. Die Band hat zwei, drei Arten drauf Songs zu schreiben und zu performen und dieses Schema zieht man dann gnadenlos durch. Auf der anderen Seite muss man als Band und als Songwriter erst einmal eine Nummer wie „(She Don’t) Gimme No Lovin‘“ hinbekommen, die ich in etwa so umschreiben möchte. Wenn JOURNEY zu ihren Glanzzeiten Bluesrock gespielt hätten, dann hätte es in etwa so geklungen. Bei diesem etwas sperrigen Titel meint man gar nicht, dass sich dahinter ein Ohrwurm erster Güte verbirgt, den man bereits beim ersten Hören mitsingen kann.

Neben diesem Opener haben es mir noch die Ballade „Find Your Way Home“ sowie das groovige, sich steigernde „Betrayed Me“ besonders angetan, wobei es wie bereits erwähnt so ist, dass die Platte von Anfang bis Ende kompositorisch grandios ist. Es mag sein, dass „Exile & Grace“ nicht ganz die Öffentlichkeit bekommen wird, welche das Album verdient, aber wer die Chance hat, dieses Album zu hören, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Die Chance, dass man direkt gepackt und begeistert wird, ist groß. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20169,5 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 39:20 min
Label: Manhaton Records
Veröffentlichungstermin: 06.10.2017

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