Crom When Northmen Die 200x200Manchmal erlebt man doch noch positive Überraschungen, auch als abgebrühter Metalhead mit über zwanzig Jahren Erfahrungen im Genre und ein paar Jahren Erfahrung als Musikredakteur. Eigentlich dachte ich ja, dass 2017 für mich vergleichsweise langweilig und uninteressant endet – in musikalischer Hinsicht. Wäre da nicht diese Ein-Mann-Armee Walter Grosse, der als einziger Mensch und überdurchschnittlich begabter Multiinstrumentalist hinter dem Epic-Metal-Projekt CROM steht und mit „When Northmen Die“ jetzt sein drittes Full-Length-Album vorgelegt hat. Für mich war es der erste Kontakt mit CROM und daher war ich auch völlig ahnungslos, was für ein Juwel mich da erwarten würde.

Schon bei den ersten Klängen des Openers „Behold The Lights“ war ich völlig hin und weg – was für eine Power wird da transportiert, was für eine großartige Stimme hat der Mann! Heroisch, erhaben und voller Wucht, wie man es vom Genre erwarten kann, galoppiert der Song den Hörer in Grund und Boden. Wow, was für ein Auftakt! Der zweite Song „All Alone“ hingegen beginnt sehr viel langsamer und ruhiger und entwickelt sich zu einer sehr melodiösen und angenehmen Power-Ballade. Auch „Shields Of Gold“ beginnt eher ruhig, wechselt dann aber in einen stampfenden, kraftvollen Midtempo-Rhythmus und zeichnet sich durch einen kraftvoll vorgetragenen Gesang und einen hitverdächtigen Chorus aus – eine echte Hymne!

Mit „Dear Father“ folgt eine weitere, sehr gefühlvolle Ballade, der mit „Betrayal“ ein sehr atmosphärisches Midtempo-Stück folgt, das sich massiv durch gesprochene Parts auszeichnet, die dem geneigten Hörer ein richtig schönes Kopfkino bescheren – hier kann man wirklich Szenen vor seinem inneren Auge sehen. „I’m With You“ bewegt sich ebenfalls in ruhigeren Tempo-Gefilden, aber auch wieder sehr kraftvoll. Überhaupt scheint sich Grosse im mittleren Tempo am wohlsten zu fühlen, denn ein Großteil des Materials auf „When Northmen Die“ bewegt sich im Midtempo – aber niemals kraftlos oder ohne Leidenschaft. Der Mann bringt bei allem vollen Einsatz, man merkt es jedem einzelnen Song an, mit wie viel Liebe und Hingabe hier gearbeitet wird. Ein weiteres echtes Schmankerl ist dann auch noch der Bonustrack „The Millenium King“, den es nur auf der limitierten Erstausgabe des Albums zu hören gibt – was sehr schade ist, denn die Nummer ist erstens noch mal etwas schneller gehalten und zweitens ist sie großartig, mit einem sehr starken Gitarrenlauf, der mich sehr stark an die guten alten DISSECTION erinnert hat.

Nach mehrmaligem Hören bin ich immer noch völlig platt, was EIN EINZIGER MANN hier für ein großartiges musikalisches Gesamtkunstwerk geschaffen hat. Der Sound auf „When Northmen Die“ lässt ebenfalls absolut keine Wünsche offen, alles klingt sauber, druckvoll und kommt mit einem gehörigen Bums daher. Großartige Arbeit!

Für mich stehen jedenfalls zwei Dinge fest, nachdem das Album in Dauerschleife in meinem Player rotiert. Erstens: CROM hat ab sofort einen neuen Fan. Zweitens: „When Northmen Die“ ist für mich eines der musikalischen Highlights des Jahres. Ein absolut großartiges Album, das sich jeder unbedingt mal anhören sollte, der mit dem Genre was anfangen kann. Nein, streicht das. JEDER sollte sich dieses Album anhören, denn es könnte gut sein, dass man dadurch Gefallen am Genre findet.


Bewertung:

Dennis9,0 9 / 10


Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 68:31 min
Label: Pure Steel Records
Veröffentlichungstermin: 01.12.2017

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