mariustilly wordsfromthewildernessDer deutsche Musiker MARIUS TILLY hat mit seinem dritten Album „Nebula Rising“ zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Benjamin Oppermann und Hans Schüler seinen eigenen Stil gefunden und variiert diesen nun auf seinem vierten Album „Words From The Wilderness“ nur noch in Nuancen.

Diese Nuancen bedeuten, dass das Material des mit 39 Minuten angenehm kurzen Longplayers nun noch kompakter und eingängiger geworden ist, gleichzeitig rocken die Stücke wieder etwas mehr als noch auf dem Albumvorgänger. Das Ganze passt aber immer noch ganz gut in diese Alternative Funky Blues Schublade, also weit weg von Bands wie KING KING oder den ganzen BONAMASSA-Sachen.

Das finde ich nun einerseits gut, weil wir es hier mit einem Künstler zu tun haben, der eben seinen zu ihm passenden Stil gefunden hat, andererseits gefällt mir „Words From The Wilderness“ nicht mehr ganz so gut wie „Nebula Rising“, mir fehlen zunehmend die großen Songs und die großen Gesten. Das hier ist über weite Strecken nicht mehr als solide, nicht langweilig, nicht eintönig, aber auch nicht mitreißend.

Interessanter sind da schon diverse offene oder versteckte Zitate in Richtung IRON BUTTERFLY (siehe „In A Gadda Da Vida“ Zitat bei „Sold Out“), THE BEATLES (siehe Song „Mr. Kites Memorial“) und LEONARD COHEN (siehe „Bird On A Wire“ Textzeile bei „Are Rou Ready To Go“). Vielleicht gibt es da sogar noch mehr.

Sucht man die stärkeren Songs von „Words From The Wilderness“, dann findet man diese vor allem in der ersten Albumhälfte, das straight rockende „Back On Track“, die Singer/Songwriter Nummer „Are You Ready To Go“ sowie „The Ladder“, das am stärksten nach dem Albumvorgänger klingt, gehören dazu. Gegen Ende hin wird das Album dann deutlich schwächer, „Hercules“, „Bankrobber“ und „Traveling Boy“ bieten dann nichts Besonderes mehr.

MARIUS TILLY sagt, dass er vor den Albumaufnahmen zu „Words From The Wilderness“ die Musik und das Schaffen von NICK CAVE genauer begutachtet hat, das hat definitiv auf dieses Album abgefärbt, denn Album Nummer vier hat deutlich eine düstere Grundausrichtung, wenngleich das fröhliche Pfeifen im abschließenden „Travelin Boy“ uns etwas anderes vormachen will. Soll uns das sagen, dass am Ende alles gut wird?

Ganz gut wurde zumindest dieses Album und es wird natürlich mal wieder Menschen geben, die das hier nach allen Regeln der Kunst abfeiern, nur weil die Musik einen individuellen Charakter hat, verdient ist es insofern nicht, weil bei weitem nicht alle Songs ein überragendes Qualitätsniveau besitzen, aber wie man in einem anderen Zusammenhang aktuell beobachten kann, man muss es ja nicht immer ganz genau mit der Wahrheit und der Glaubwürdigkeit nehmen. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 39:20 min
Label: MIG Music
Veröffentlichungstermin: 26.01.2018

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