Malasaners FootprintsNach "Spanish Eyes" 2014 werfen MALASANERS nun mit "Footprints" ihr zweites Studioalbum auf den Markt. Ein gebürtiger Spanier, der im bayrischen Bamberg lebt als Frontmann einer Irish Folk-Punkband? Klingt zunächst seltsam, funktioniert aber interessanterweise hervorragend.

Bei Irish Folk gemischt mit Punk und Rock denken die meisten ja direkt und unwillkürlich an solche Größen wie die DROPKICK MURPHYS und FLOGGING MOLLY. Erfreulicherweise heben sich die MALASANERS aber zumindest von ersteren deutlich ab und tendieren im Sound eher in die Richtung FLOGGING MOLLYs. Nicht das die Murphys schlecht wären, aber hin und wieder ein wenig Abstand vom Zuviel-Guinness-im-Pub Gesang tut doch auch mal gut. Insbesondere die Stimme des Spaniers Carlos del Pino Gonzales bringt hier ein wenig Entspannung. Gonzales' Stimme passt wirklich gut zum Stil der Songs, hat auch eine angenehm tiefe Basslage, driftet aber nicht in die Richtung ab, in der es sich anhört als wäre der Abend zuvor zu lange und alkoholgeschwängert gewesen. Was nicht heißt, dass dieses Album nicht auch problemfrei bei einem Kilkenny oder Cider in jedem Irish Pub laufen könnte.

Insgesamt geht der Stil des Albums deutlich eher in Richung Rock statt Punk, was das Ganze sehr erfrischend macht. Die Songs sind abwechslungsreich, hin und wieder wird gefidelt, es wird sogar bei "Paris, je t'aime" ein wenig französisch gesungen. Das vorab veröffentlichte "Sell the night" ist ein gelungener Opener,der direkt recht deutlich zeigt, wo die Reise hingehen wird. Der Titelsong "Footprints" zieht insbesondere mit seinem melodischen Refrain in den Bann, aber hat auch ein wunderbares Banjo Solo eingebaut. Und wenn jemandem einfällt, an welchen Song mich der Refrain des Knallers "To The Border" erinnert, möge er mir bitte Bescheid sagen! 

Die Tracks sind nahezu durchgehend recht kurz gehalten, es ist kein Lied dabei, das die 4 Minuten Grenze überschreitet - das ist zwar einerseits getreu dem Motto 'Aufhören wenn es am besten ist' gar nicht mal so schlecht, auf der anderen Seite möchte man von dem ein oder anderen Lied eigentlich ganz gerne noch ein wenig mehr hören. "Fun Has Just Begun" irritiert durch einen Einstieg, der das Gefühl weckt, in einem amerikanischen Jazzclub gelandet zu sein, legt aber im Laufe des Songs eine tolle Entwicklung zurück zum Folkpunk mit einigen Ska-Anleihen hin. Der Abschluss ist mit der Ballade "Your Wars" nochmal äußerst gelungen.

Insgesamt ist "Footprints" ein solides Album, für Fans der Band und / oder des Genres durchaus empfehlenswert, zeigt aber leider keine wirklichen Innovationen. Nichtsdestotrotz definitiv wert, gehört zu werden. (Sabrina)


Bewertung:

Jochen7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 39:55
Label: Wolverine Records
Veröffentlichungstermin: 16.03.2018

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