judas-priest-defenders-faith-special-30th-anniversay-deluxe-edition-7351Und wieder können wir ein Jubiläum feiern, JUDAS PRIEST veröffentlichen die „30th Anniversary Edition" von „Defenders Of The Faith". Nach 30 Jahren „British Steel", 30 Jahren „Screaming For Vengeance" feiert die Band 2015 (ein Jahr zu spät) 30 Jahre „Defenders Of The Faith". Dabei verwöhnt die Band ihre Fans, neben dem neu aufgelegten Album, mit einem zwei CDs umfassenden Livekonzert aus dem Jahre 1984. Für JUDAS PRIEST-Fans, die es gewohnt sind nur wenig altes Livematerial zu erhalten, wird dieser Re-Release mit Sicherheit ein Highlight sein.

„Defenders Of The Faith" ist das Album, welches immer noch ein wenig im Schatten des übergroßen „Screaming For Vengeance" steht. Trotzdem ereilt die Platte nicht das gleiche Schicksal wie einst „Point Of Entry" nach „British Steel", was mitunter auch an dem besseren Songmaterial liegen mag. Bereits der Opener „Freewheel Burning" zeigt eindrucksvoll, wie bewusst sich JUDAS PRIEST ihrem damaligen Status als „Metal Gods" waren. Hätte ich doch nur die Zeit von „Rock Pop in Concert" hautnah miterleben dürfen, die Westfalenhalle wurde laut Zeugenaussagen damals regelrecht weggeblasen von dieser britischen Band. Heute könnte man das Album eigentlich auf die gleiche Stufe wie „Screaming for Vengeance" stellen, auch wenn mir da viele sicherlich widersprechen würden. Schaut man ein wenig genauer hin, wird man feststellen, dass das Album mit „Jawbreaker", „The Sentinel", „Eat Me Alive", „Some Heads Are Gonna Roll" und „Night Comes Down" neben dem schon genannten Opener „Freewheel Burning" jede Menge Volltreffer liefert und dazu noch sehr abwechslungsreich daher kommt. Auch die restlichen Songs, wie die verschmähte Hymne „Rock Hard, Ride Free", das Richtung „Turbo" zeigende und dennoch düstere „Love Bites" und das Doppel „Heavy Duty", „Defenders Of The Faith", können sich sehen lassen und fallen in der Qualität kaum ab.

Dennoch finden sich auch heute noch recht wenige Songs des Albums in der Setlist der Band, allerdings bleibt hier abzuwarten, was die Band auf der kommenden Tour präsentieren wird. Eventuell wird das Album ja doch noch in voller Länge auf den Bühnen dieser Welt präsentiert. Doch über die Klasse des Albums wissen die meisten Bescheid, falls nicht, hat man jetzt die Chance dazu, sich mit diesem Klassiker noch einmal intensiv zu beschäftigen.
Das Livekonzert, in Form von 2 Bonus CDs, stellt ein richtiges Highlight dar. Zwar hätte ich selbst auf eine weitere Live-DVD gehofft, doch auch mit einer Live-CD kann ich mich anfreunden. Schließlich ist so etwas auch eine richtige Seltenheit bei den Briten. Etwas, das ich nur bedingt nachvollziehen kann. Zwar liegt Rob Halford bei manchen Songs stimmlich ein wenig daneben, doch ehrlich gesagt macht doch genau das den Livefaktor aus. Die Soundqualität der Doppel-CD mit insgesamt 21 Tracks kann sich jedenfalls sehen / hören lassen und liegt irgendwo auf der Höhe von „Priest...Live!". Dabei ist besonders die Setlist des in Miami aufgenommenen Konzerts ein richtiges Fest für JUDAS PRIEST-Jünger, die Band spielt fast die komplette „Defenders Of The Faith" mit Ausnahme von „Eat Me Alive". K.K. Downing und Glenn Tipton sind in absoluter Höchstform, und es wird einmal mehr deutlich, wie stark dieses Gitarrenduo war. Lediglich Drummer Dave Holland schwächelt ein wenig, was gerade beim Vergleich von „Freewheel Burning" mit neueren Liveaufnahmen von Scott Travis stark auffällt.

Soundtechnisch wurde das Album selbst, welches sich auf der ersten der drei CDs befindet, in der bereits bekannten „Remaster"-Version aufgelegt. Das informative Booklet wurde mit reichlich Livebildern der Defenders-Tour gefüllt und beinhaltet neben einem kurzen Vorwort der Band noch einen kurzen Text zu JUDAS PRIEST. Die Aufmachung des Digipaks macht einiges daher und ist ähnlich aufwändig wie das Teil zur Feier von „British Steel".
JUDAS PRIEST schnüren uns mit der „30th Anniversary Edition" von „Defenders Of The Faith" ein Rundum-Sorglos-Paket, das Freudentränen in die Augen treibt. Die beiliegende Doppel-Live-CD präsentiert eine Band auf der Höhe ihrer Zeit, die ihren Zenit erst ein paar Jahre später erreichen wird. Ich hoffe einfach mal darauf, dass sich an der Veröffentlichungspolitik für die nächsten Jubiläen nichts ändern wird. Mit viel Glück bekommen wir dann zur Feier von „Painkiller" sogar Liveklänge der damaligen Tour zu hören, was sicherlich nicht nur meinen Träumen entsprechen würde. (Pascal)


Bewertung: 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 10 (CD1) / 10 (CD2) / 11 (CD2)
Spielzeit: 38:46 min (CD1) / 50:56 min (CD2) / 53:33 min (CD3)
Label: Sony Music
Veröffentlichungstermin: 06.03.2015

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