rageofsamedi cotbs200pxDieses Review könnte ein ebenso schwarzer, wie auch unverdaubarer Brocken werden, wie das Album selbst. RAGE OF SAMEDI haben mit „Children Of The Black Sun“ nun schon das zweite Album am Start. Man ist als Fan sicher gespannt wie und ob die Band sich weiter entwickelt hat. Sofern man nicht einem reinen Studioprojekt nachgeht, welches von Zeit und Raum abgekoppelt ist, sollte schon das pure Leben dafür sorgen, dass Veränderungen bei Künstlern spür- und hörbar sind.

Gift und Galle.
Während RAGE OF SAMEDI anfangs noch versuchten eine eigenständige Richtung im Doom zu kreieren, ist die Zeit der Unschuld nun deutlich hörbar vorbei.
Das furztrockene sägende Riff zu Beginn läutet bei „Never Obey“ das neue Album ein. Man ist gleich überrascht wenn man das Album „Sign“ noch im Ohr hat.
Teilweise wirkt der Klang der Gitarren als würde ein überdimensionierter Lautsprecherwagen mit seinen blechern klingenden Druckkammerlautsprechern durch die Trümmerlandschaft walzen.
Angenehmer werden auch die nächsten Stücke nicht. Wobei die hoffnungslos traurigen Riffs bei „Choose Your God“ mit samt dem Refrain als fieser Ohrwurm hängenbleiben und eine dunkle Sehnsucht hervorrufen. Der Titeltrack „Children Of the Black Sun“ ist eine zerstörerische Hymne, welche einen durch Basser Nicolas eingeleiteten schnellen Part zum Ende hin hat, welcher leichte Unruhe und Panik verursacht, wenn man sich durch die langsamen und zähen Teile in trügerischer Sicherheit wähnt.
Das flotte „Flagg“ weis mit tollen zweistimmigen Riffs zu gefallen. Sänger Lou keift sich entweder die Seele au dem Leib oder wirkt angestrengt gepresst, jedoch nicht albern, eher wie eine gequälte Seele. Eine sehr gequälte Seele.
„Sailing“ ist für mich der überraschendste Song überhaupt. In tiefschwarzer Nacht peitscht die Gischt über die Reling. Jederzeit läuft man Gefahr von Bord gespült oder von einem Monster in die Tiefe gezogen zu werden. Mit fast klarem Gesang und einem Riffing und Solo, welches an selige Old-School-Doom-Metal Zeiten erinnert, als u.a. PARADISE LOST „Lost Paradise“ veröffentlichen. Der Chor der verlorenen Seelen im Refrain, lässt einen erschaudern und nicht nur weil nicht jeder Seemann den richtigen Ton trifft. Man spürt die Hoffnungslosigkeit in jedem Ton.

Am Ende.
„Raven Black Soul“ hat kein Licht, keine Schatten, nur Schwärze, der man nicht entrinnen kann. Auch Louis Armstrong singt anscheinend mit. Infernalische Rückkopplungen und ein hypnotisch wirkender Schlagzeugpart lassen das Album dann ausklingen.

Nach Angaben von RAGE OF SAMEDI ist das gesamte Album bis auf den Gesang live eingespielt worden und wisst ihr was, ich hätte es auch vermutet. Wer jemals eine Live-Show der Band in letzter Zeit besucht hat weiss, von was ich schreibe. Fast greifbar intensiv und finster haben sie manche Songs, die man schon von Gigs kannte, eingetütet. Der Gesamtsound ist wirkt auf mich nach zig Hördurchgängen immer noch zu dünn geraten, jedoch transportiert er die Stimmung ganz gut.
Und ganz im Ernst: Das erste Album wirkt wie eine Doom-Blumenwiese auf dem die Musiker wie Hippies wirken. Alles ist irgendwie nett und beschaulich.
„Children Of the Black Sun“ ist Elend, Tod und Untergang. Purer Hass!
Was bei Black Metal Bands gerne in hyperschnellen Gerase untergeht, wirkt durch die „Langsamkeit“ im Sludgemetal so, als würde die Pein niemals enden wollen.
Ich stelle mich mit Disziplin dem Abgrund entgegen. (Andreas)


Bewertung:

Andreas8,0 8 / 10


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 42:24 min
Label: Voodoo Chamber Records
Veröffentlichungstermin: 10.12.2016

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