Rise Against WolvesCoverLight up the torches and wake up the king // Entzündet die Fackeln und weckt den König auf...

„Wolves“ ist Studioalbum Numero acht der Hardcore Punks mit melodischem Einschlag aus Chicago, Illinois. Dass die Band um den charismatischen Sänger mit den zwei verschiedenen Augenfarben, Tim McIlrath, mal wieder ein Brett abgeliefert hat war mir eigentlich schon mit der Vorab-Single-Auskopplung von „The Violence“ klar – denn der ging bereits ordentlich auf die Zwölf.

Um es vorwegzunehmen: „Wolves“ übertrumpft erstmalig mein bisheriges Lieblingsalbum „The Sufferer & The Witness“ aus dem Jahr 2006 – und das war wahrlich nicht einfach. Nicht geschadet dabei hat sicherlich die Tatsache, dass im Vergleich zum Vorgänger "The Black Market" wieder ein Gang in Sachen Rotzigkeit hochgeschaltet wurde, wenn man so will vielleicht wieder ein kleiner Schritt "back to the roots". Die Platte klingt wieder etwas rauher und unpolierter - und das sage ich als jemand, die "The Black Market", "Endgame" oder "Appeal To Reason" entgegen all ihrer KritikerInnen immer noch herausragend fand - und bleibt trotzdem die ganze Zeit extrem eingängig. Eine gelungene Symbiose. Wer kann, der kann!

Keine große Überraschung: Auch „Wolves“ ist wieder einmal hochpolitisch. Sehr erwachsen war die Band ja schon immer mit sehr durchdachten Botschaften und klaren Ansagen - pünktlich zum 18-Jährigen Bandjubiläum sprechen die vier US-Amerikaner nun jedoch einen klaren Call to Arms aus. Nach eigenen Aussagen ist „Wolves“ „ein Manifest für unsere innere Stärke und ein Appell, vom ‚Beuteopfer‘ zum ‚Jäger‘ zu werden“ – das Album also als „Soundtrack für die Jagd“. In McIlraths Worten: „Mir wurde bewusst, dass ich nicht nur Komfortzonen bieten will; ich will ein bedrohliches Szenario kreieren, in dem weder Frauen-, noch Fremdenhass Raum haben. Ich will Umfelder schaffen, in dem diese Anwandlungen einfach keinerlei Luft kriegen können und sie ersticken; sie schlichtweg sterben. Bei „Wolves“ dreht es sich also nicht um ein ‚sicheres Fahrwasser‘, sondern um eine gefährliche Falle für Ungerechtigkeit.“ Dabei ist es der Band jedoch wichtig, immer auch auf Ausgleich und Versöhnung bedacht zu sein, die Differenzen zu verstehen und den gemeinsamen Nenner herauszuarbeiten – aber nie zu vergessen: „Sie (die Hater) mögen den Thron besetzen, aber wir sind die Wölfe vor den Toren“.

Beim geplanten Video-Dreh von „The Violence“ wurde dann auch übrigens direkt mal die Drehgenehmigung für den „Presidents Park“ in Virginia, auf dem 43 Steinbüsten der bisherigen US-Präsidenten stehen, wieder entzogen. Grund: die „Anti-Regierungshaltung“ der Band. Natürlich sahen die vier dies als Bestätigung ihrer Linie und fühlten sich durchaus geehrt, da man sich "da oben" offenbar vor der Band fürchtet - und versprachen eifrig: „Wir werden schon eine andere Tür finden, die wir zerkratzen können“. Nun, daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Es ist irgendwie beruhigend zu sehen, gerade in Zeiten wie diesen, dass es noch Bands gibt, die klar Position zu beziehen, hat doch gerade die Musik sehr viel Potential gerade junge Menschen zu erreichen und ihnen Orientierung zu geben, sowie Alternativen aufzuzeigen.

Zehn Mal hat die Band bereits Goldstatus erreicht (drei Mal davon in Deutschland) und vier Mal Platin (jeweils in Kanada, unter den nördlichen NachbarInnen hat die Band wohl die treuesten Fans). Es würde nicht mit rechten Dingen zugehen, sollte sich nicht mit „Wolves“ der ein oder andere neue Titel dazugesellen. Für mich persönlich ist es jedenfalls ein heißer Anwärter für den „Album des Jahres“-Titel, denn es atmet von vorne bis hinten den Geist meines All-Time-Favorite-Songs „Architects“ vom Album „Endgame“ (2011) -  und ist irgendwie auch dessen logische Fortsetzung.

Natürlich - RISE AGAINST wären ja nicht RISE AGAINST -  finden sich neben den politischen auch wieder eine Reihe persönlicherer Songs auf dem Album, wenngleich nicht ganz so viele wie beispielsweise auf „The Black Market“. Kaum einer Band gelingt es immer wieder so gut den politischen Anspruch oder die persönlichen Hochs und Tiefs lyrisch so durchdacht und nahezu perfekt zu fassen - auch bei diesem Album sind wieder so einige Textzeilen dabei, die sich gut für Tattoos eignen würden (und wahrscheinlich auch werden) - und so gekonnt musikalisch umzusetzen. Insbesondere die Kombination von sehr melodischen Passagen und ordentlichen Shouts gibt dem ganzen eine besondere Würze. All Killer, no Filler – 11 Tracks die einen von Anfang bis Ende einfach umhauen. Ob das druckvolle Gitarrenspiel von Zach Blair, oder das ein-druck-s-volle Drum-Gedresche von Brandon Barnes, hier stimmt einfach alles. Ja man kann sie vor seinem geistigen Auge schon deutlich sehen, die gereckten Fäuste der Konzertbesuchenden. Man kann sie schon deutlich hören im geistigen Ohr, die Passagen, die laut und enthusiastisch mitgesungen werden.

Meine persönlichen Highlights sind – jaja, ich bin versucht wirklich ALLE aufzuzählen, aber mit einem hauchdünnen Vorsprung - „The Violence“, „Bullshit“ und „Far From Perfect“. RISE AGAINST ist hier definitiv mehr gelungen als nur ein fantastisches Musikalbum: „Wolves“ strahlt pures Lebensgefühl, knisternde Leidenschaft, die einfach ansteckend ist, und unüberhörbare Authenzität aus. Ein energiegeladenes Feuerwerk und alles ziemlich auf den Punkt.

Die einjährige Auszeit, die sich die Bandmitglieder in der Zwischenzeit im Kreise ihrer Familien genommen haben, hat vielleicht dabei geholfen den Kompass neu auszurichten. Vielleicht bringt aber auch der Wechsel auf dem Produzentenstuhl eine neue Portion Frische mit ins Werk. Bassist und Gründungsmitglied Joe Principe gab in einem Interview zu, dass es schon eine Herausforderung war sich neu einzustellen und man sich teilweise über die unkonventionellen Methoden und Anweisungen des "Neuen" lustig machte - es am Ende aber gut war, sich nicht immer in die alteeingefahrenen Muster zurückziehen zu können. Aufgenommen wurde das Album im tiefschwarzen, republikanisch geprägten, Nashville, Tennessee, und produziert von dem mehrfachen Grammy-Gewinner Nick Raskulinecz, der in der Vergangenheit mit Bands wie ALICE IN CHAINS, MASTADON, den FOO FIGHTERS und den DEFTONES zusammen arbeitete – mit letzteren gehen RISE AGAINST ab dem Release-Datum am 9. Juni gemeinsam auf große Co-Headline US-Tour. Im Herbst, von August bis November können wir uns dann auch auf eine große Europa-Tour freuen. Ich bin überzeugt, dass die Hits des neuen Albums da bereits von der Menge lauthals mitgesungen werden – catchy Chorusse gibt es hier jedenfalls genug.

Die CD erscheint zum einen als reguläre 11-Track-CD und als 13-Track-Bonus-CD. Neben einer Vinyl-Veröffentlichung (black und coloured) sind auch eine Tape-Veröffentlichung, sowie diverse Bundles, kombiniert mit Merch, geplant.

Man dürfte es gemerkt haben: Ich liebe diese Band einfach. Tim, Zach, Joe und Brandon, count me in, ich möchte definitiv eine Wölfin in eurem Rudel sein! Ready to explode? Check! (Manu)


.... we are miracles! // Wir sind (das) Wunder!

Anzahl der Songs: 11 (Deluxe Edition: 13)
Spielzeit: 40:04 min
Label: Capitol
Veröffentlichungstermin: 09.06.2017

Bewertung:

Manu9,5 9,5 / 10

 

Mission Statement

“It never troubles the wolf how many the sheep may be.” -Virgil

WOLVES.

I think of WOLVES as an identity. An identity that, in the wake the current political climate, people are starting to find organically. Many of the places Rise Against plays around the world have seen gradual changes in the political climates. We have watched people slowly give intolerance, misguided fear, and eventually, hate a seat at the table.

Those of us who oppose and resist this rising tide of dangerous rhetoric are often characterized as complainers, crybabies, sore losers or ’snowflakes.’ These convenient and dismissive tags might be comforting for those who use them. But the reality is different. They may have the throne, but we are the wolves at the gate.

Our ideas have teeth. Our vision has claws. Our appetite for change is voracious. Our prey is outnumbered and we’re circling in for the kill.

So the music on this record is the soundtrack to this new hunt that we find ourselves on. Some of us are new to these ideas, some of us have been preparing for this fight our whole lives. Further, the issues are global, so this record isn’t just about our home and what is happening here. What is happening here in our country has either already happened in its own way in other places, or is in danger of happening elsewhere.

Like all Rise Against records, there are also songs on here that tackle not just the political, but the personal. Ideally, our songs aim to be as complex as our fans are.

So as we march unapologetically into 2017, we assume these new identities with our fan base and wear them like armor into the fight: We are the WOLVES.


Rise Against Wolves

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015