Palaye Royale - The Bastards

PALAYE ROYALE THE BASTARDS

“I think I’m gonna have a nervous breakdown” denken sich sicherlich viele Fans, denn man kann die letzten Stunden an der Hand abzählen, bis das neue Album “The Bastards” von PALAYE ROYLE erscheint. 2008 kannte man sie noch unter den Namen „Kropp Circle“. Damals waren sie sehr jung und unerfahren. Drei Jahre später sollte sich das ändern, als sie sich den neuen Namen PALAE ROYALE gaben und sich so ihren Weg nach oben ebneten.

 

 

2015 unterschrieben sie bei Sumerian Records und ihr erstes Album „Boom Boom Room (Side A)“ erschien. Nach ihrem ersten Album kam 2017 die Anfrage für den Film „American Satan“. Dieser dreht sich um eine fiktive Band namens „The Relentless“, die in der Musikbranche aufsteigen und ein Leben nach dem Motto „Sex, Drugs & Rock ‘N‘ Roll führen. Im Film wurde der Sänger der Band von Andy Biersack verkörpert und die Stimme von Remington Leith verwendet. Außerdem durfte die Band zwei Titel ihres ersten Albums verwenden und einige Songs der fiktiven Band singen. Ein Jahr darauf erschien „Boom Boom Room (Side B) und spätestens in diesem Jahr hatten sie ihren Durchbruch. Ganz besonders sind hierbei die Fans zu berücksichtigen, denn es wahnsinnig, wie vielen sich mit ihnen in kurzer Zeit verbunden haben. Mittlerweile sind ihre Fans auf der ganzen Welt verteilt und bilden eine große Familie! Ein Konzert durfte ich bisher von ihnen miterleben und konnte beobachten, dass einige Fans ihnen vor der Show kleine Geschenke machen. Nach ihrer Tour „The Funeral Tour“ folgten weitere Touren mit ROB ZOMBIE oder MARILYN MANSON. Mit ihrem dritten Album „The Bastards“ beginnt nun eine neue Ära. Sie haben sich eine eigene utopische Welt kreiert, die ihr eigenes Leben widerspiegelt wie Emerson Barrett sagt: "It takes place around the island of Obsidian and it’s set in 1888. In short, it’s a world that started off with intentions where the island encouraged free thinkers and artists to exist and, as everything does in life, eventually it becomes this political power and evil toxicity that comes with everything. To remain a true individual in the society, you must wear a gas mask”. Das erklärt auch, warum die Bandmitglieder Gasmasken auf einigen ihrer Bilder tragen.

Nachdem PALAYE ROYALE ihre Fans seit letztem Jahr mit ihrem neuen Album teasen, ist es endlich soweit aufzuatmen und ihr unglaubliches Meisterstück mitanzuhören! Mit „Little Bastards“ werden die Tore der neuen Welt zaghaft eröffnet. Durch ruhige, aber melodische Riffs wird der Hörer in den Bann gezogen. Dies bleibt aber nicht lange so, denn er schlägt eine recht hektische Richtung ein, die mit sehr rauen Screams verziert werden. Der Opener bereitet den Hörer auf eine emotionale Reise vor und lässt bereits erahnen, welche Wechselspiele es zwischen ruhiger und aggressiver Melodie geben wird.

Bereits mit dem nächsten Track “Massacre, The New American Dream” wird ein sehr aktuelles Problem angesprochen: der Umgang und das Verhalten gegenüber Waffen in Amerika. Ein ernstes Thema, welches sie gut umgesetzt haben und das Thema auf den Punkt bringt. Es kommt zu einem schnelleren Rhythmus, sodass er mich an einen Pop-Song erinnert. Um das Thema mehr in den Vordergrund zu stellen und somit Emotionen und Nähe des Hörers zu wecken, habe sie einen besonderen Affekt eingebaut: das Laden einer Waffe. Durch die Screams von Remington und dem immer schneller werdende Rhythmus entsteht eine Hektik, die kaum noch auszuhalten ist. Doch kurz vor dem Ende wird man durch ein leises flüstern erlöst. 

„Tonight Is The Night I Die“ hätte ebenfalls der neue James Bond Titeltrack werden können. Typisch für einen Bondtitel fängt auch dieser recht ruhig an. Im Hintergrund ertönt eine überwältigende hohe Frauenstimme, die man auch aus der Oper her kennen könnte. Erst nach und nach baut sich das Stück auf, sodass es immer gewaltiger erscheint. Elektronisch verzerrt wird die Stimme von Remington, sodass die Stimme gefährlicher und stärker wirkt, als sonst. Durch den Wechsel der hohen Frauenstimme und der verzerrten Stimme des Frontsängers kann man den Song episch und atemberaubend nennen, sodass er ein wahnsinniges Ergebnis liefert.

'Lonely' is about the mental and physical abuse I endured as a child. Growing up, I went through so much shit and at points felt so low I couldn't see a way out. It has effected me deeply throughout my life but I want the world to know that no matter what you're going through, if I can make it out on the other side, so can you".”, erklärt Remington in einem Interview. Seit “Lonely” veröffentlicht wurde, ist vermutlich jedem klar geworden, dass dies die neue Hymne für die Band wird. Für viele Fans ist dies ein Song, mit dem sie sich identifizieren und mitfühlen, denn er handelt von Depressionen und Suizid. Andere sehen eine Vorbildfunktion in den Bandmitgliedern, denn diese reden offen über ihre Vergangenheit und haben bis heute nicht aufgegeben zu kämpfen. Auf dem Album ist dieser einer der ruhigsten Songs, bei dem kein aggressiver Unterton mitschwingt. Stakkato Schläge der Gitarre bilden den Grundbaustein des Songs und lassen den Hörer mitsingen.

Es geht doch nichts über Musik, die man laut aufdrehen möchte. Sei es wegen der guten Laune oder wegen harten Riffs. Manchmal trifft der Text einen persönlich so sehr, dass man mit schreien möchte. Dafür eignet sich „Nightmares“ prima. Elektronische verzerrten Beats ertönen in den ersten Sekunden, die einen schon erahnen lassen, dass die folgenden Minuten nicht der guten Laune geschuldet sind. Hier wird mit Groll und Wut gesungen. Auch wenn sämtliche andere Ohren leiden müssen, ist es mir recht egal, denn ich liebe die Power, die in dem Song steckt und ich kann gut nachempfinden, wie es der Band ergangen ist, wenn die Zeile „My dreams become my nightmares“ ertönt.

Die ersten Töne von „Doom (Empty)“ und ich bin wahnsinnig überrascht, da sie das erste Mal in die Musikrichtung Doom gehen. Bereits nach den ersten Sekunden übermannt mich eine schwere, die mich mit sich trägt. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dieser schwere und dem Tempo niemals ein Ziel erreichen könnte. Dementsprechend fällt natürlich auch der Text aus. Ein wahnsinnig toller Song, de mir direkt ins Ohr geht.

Mit  “Redeemer” steht das Album vor dem Ende. Dies ist neben „Lonely“ vermutlich der emotionalste Song der Platte, denn auch dieser beschäftigt sich mit dem Thema Suizid. Remington wird von einem Klavier begleitet, das seine Stimme wie auf einer Welle fort trägt. Später steigt ein Streicherorchester ein, welches sich wie Remigton immer mehr steigert und lauter wird, wodurch die Musik dramatischer erklingt. Wenn die Welle ihren höchsten Punkt erreicht, dann schreit Remington seinen Schmerz heraus und die Emotionen überwältigen. Die letzten Töne des Klaviers erklingen und man wird nach diesem herzzerreißenden Stück zurückgelassen.

Ergebnis des Albums: Dieses Album bietet eine solche Abwechslung, wie man es sich nur erträumen kann. Es gibt Elektro Einflüsse, atemberaubende Metal Beatdowns bis hin zu natürlichen, ruhigen Klavier und Gitarren Einflüssen. In den letzten Jahren haben sie sich immer mehr verbessert, erfunden und vor allem gefunden. Mit diesem Album sind sie nun auf einen Punkt gekommen und können zeigen, dass sie Musikrichtungen sinnvoll miteinander kombinieren und präsentieren. Schnell kann es passieren, dass Lieder gleich klingen und man kaum einen Unterschied hört. Dies kann man hier definitiv nicht finden. Oft haben sie mit ihren Einflüssen gespielt, so wie die Rhythmen verändert. Wie ich schon bei „Massacre, The New American Dream“ spielen sie ganz besonders mit Affekten. Ich schätze hierfür ist Emerson Barrett zuständig, da dieser sich sichtlich für die Epoche des Barocks interessiert. So haben sie auch darauf achten können, dass nicht nur der Text den Hörer emotional werden lässt, sondern auch die Musik die Gefühle vermittelt. So ist dem Hörer möglich sich intensiver mit dem Thema zu identifizieren. Es ist „erst“ ihr drittes Studioalbum und sie haben den perfekten Anschluss an ihre letzten Alben gefunden. Was sollte es da also noch zu meckern geben? Ich finde die Punktzahl haben sie sich definitiv verdient und ein „Nervous Breakdown wurde abgeliefert.(Sarah-Jane)


 

 

Bewertung:

sarahjane10,0 10 / 10


Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 46:03 min
Label: Sumerian Records
Veröffentlichungstermin: 29.05.2020

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