interview vanish 01Nach eigener Aussage spielen VANISH "fetten Metal mit Groove". Was man darunter versteht und über andere Themen hat Ralf vom Neckbreaker Magazin mit seinem Namensvetter Ralf von VANISH geplaudert.

Ralf: Glückwunsch zum aktuellen Album „Come To Wither". Hat ziemlich gedauert, denn es ist schon einige Zeit im Kasten, nicht wahr?

Ralf: Hi, hier der Ralf von VANISH. Danke für die Glückwünsche. Das hängt vom Kasten ab, wenn du einen zu kleinen Kasten nimmst ist das schon ein Gefummel. Wenn du einen großen Kasten hast, passt die CD recht gut rein. Alles eine Frage der richtigen Kastenwahl!

Nee, im Ernst, wir haben uns Zeit gelassen. Das sehen wir jetzt aber nicht so kritisch. Im Jahr 2010 haben wir uns überlegt, was wir mit VANISH Erreichen wollen. Die Band hatte früher bei uns die zweite Geige gespielt, da jeder noch andere Projekte am Start hatte. 2010 haben wir dann beschlossen Gas zu geben, VANISH zu priorisieren und neu zu starten. Ziel war es, einen Deal zu kriegen, um einen Level aufzusteigen. Deswegen fühlen wir uns eher ein wenig als Newcomer. Wir haben das im Rahmen unserer Möglichkeiten gut durchgezogen und ein gutes Album herausgebracht finde ich.
Die Aufnahmen selbst haben auch eine Weile gedauert, weil wir den größten Teil in Eigenregie gemacht haben. Zudem kamen noch technische Probleme mit den Gesangsspuren, so dass wir die kompletten Vocals nochmal neu im Studio einsingen mussten. Wir haben daraus gelernt und werden die neue Platte deutlich schneller am Start haben.

Ralf: Wie seid ihr an den Deal mit Massacre gekommen?

Ralf: Wir waren überzeugt von der Qualität der Platte und haben dann im Frühjahr 2014 circa 30 CDs an ausgesuchte Labels geschickt, da kamen dann mehrere Angebote zurück. Wir waren also in der glücklichen Lage uns das für uns attraktivste Angebot auszusuchen, das waren Massacre. Wir sind auch bis jetzt sehr zufrieden und profitieren sehr von der langen Erfahrung die Massacre im Business hat.

Ralf: Soundlich klingt es sehr beeindruckend. Wie war die Arbeit im Studio und wo habt ihr aufgenommen?

Ralf: Nochmals danke. Das gute Ergebnis haben wir zwei Personen zu verdanken. Axel Heckert, unserem Engineer der auch das Studio in Ludwigsburg zur Verfügung gestellt hat und Philipp unserem Gitarristen. Die zwei haben im Prinzip die komplette Produktion durchgezogen.
Drums haben wir im Studio aufgenommen, den Rest eigentlich zu Hause oder im Proberaum. Am Ende haben wir die Gitarren mittels Re-Amping im Studio noch fetter gemacht und dort alles gemixt und gemastert. Die Aufnahmen waren kein Problem, eher die Termin-Koordination. Wir haben alle unsere Jobs, was uns natürlich einschränkt. Wenn man bedenkt, dass unsere Zeit sehr limitiert war und unser Budget nicht allzu groß war sind wir super zufrieden mit dem Ergebnis.

Ralf: Viele Metalbands wollen eher so wie in den Achtzigern klingen, ihr bevorzugt einen modernen zeitgemäßen Sound...

Ralf: Das würde ich so nicht unterschreiben, wir haben viele Achtziger Elemente in unseren Songs. Wir selbst stehen auch auf die Musik der 80er, allerdings versuchen wir den etwas eingestaubten Power Metal ein wenig aufzufrischen mit 7-Saitern, interessanten Grooves, moderneren Keyboards und Samples.

Ralf: Man könnte Euren Stil als Prog-Metal bezeichnen. Wie wichtig sind Euch nachvollziehbare Hooks und Melodien gegenüber Frickel- oder Technikparts?

Ralf: Sehr wichtig, wir wollen keine vertrackten Prog-Songs machen, das können andere besser. Uns geht es drum rockende, fette, groovende Metal-Songs zu schreiben, die allerdings interessant arrangiert und komponiert sind. Sehr wichtig sind auch die Melodien und Soli. Wir machen einfach das worauf wir Bock haben, wenn ein Song laut Metal Codex „untrue" klingt ist uns das egal. Hauptsache der Song ist gut und rockt!

Ralf: Euch gibt es ja mittlerweile 14 Jahre. Erzähle bitte Mal wie es dazu kam VANISH zu gründen. Was war die Idee, euer Ziel und was habt ihr bisher erreicht?

Ralf: Das Ziel ist es eigentlich die Weltherrschaft an uns zu reißen, dazu haben wir einen geheimen Plan ausgeheckt. Wir haben eine Putzmittelmarke gegründet und werden mittels der Reinigungsfachkräfte eine schlagkräftige Armee zusammenstellen, die quasi durch die Toilettenreinigung die Macht in den Konzernen übernehmen wird.
Die Band VANISH ist nur ein Deckmantel, um unsere gemeinen Pläne zu verschleiern.

Ralf: Wie kamt ihr auf den Namen, dachte immer VANISH ist ein Putzmittel (siehe Frage zuvor)?

Ralf: So denken viele. Wie eben erwähnt nutzen wir VANISH um gratis weltweites Marketing zu haben.

interview vanish 02

Ralf: Wer oder was ließ Dich zum Metal-Fan werden?

Ralf: Ich hab schon seit ich denken kann Rock gehört. Ich bin 1982 geboren, also hab ich die Blütezeit des Rock und Metal als Kind miterlebt. Der Einstieg zum Metal war bei mir Hardrock, Punk und Grunge in den frühen 90ern, danach bin ich dann über Gothic, Death und Thrash zu Power Metal gekommen. Wir hatten auch ne gute Clique die viel Metal gehört hat. Da haben wir die neuesten Sachen ausgetauscht und sind zu Konzerten und Festivals gefahren, natürlich mit langen Haaren und Kutte!

Ralf: Ihr habt allesamt kurze Haare und kleidet Euch nicht sehr metalmäßig. Mögt ihr diese typischen Klischees nicht?

Ralf: Das hat verschiedene Gründe, 3 von uns haben lichtes Haar und keine Chance mehr eine Matte wachsen zu lassen. Die sind schon mal raus. Damit die sich nicht diskriminiert fühlen haben wir anderen auch unsere Matten abgeschnitten.
Die Metal Klischees interessieren uns tatsächlich nicht so richtig. Lange Haare, Nieten
und Leder Klamotten machen unsere Musik nicht besser. Wir sind echte Metalheads auch wenn wir vielleicht nicht so aussehen - auf den ersten Blick.

Ralf: Was liegt aktuell auf deinem Plattenteller bzw. im CD-Player/Ipod?

Ralf: Das neue GHOST BRIGADE Album – "IV One With The Storm". Eine sehr geile Band die mich schon seit Jahren fasziniert, ich kann alle 4 Alben nur wärmstens empfehlen.

Ralf: Was hält ihr davon, dass immer weniger Leute sich auf anspruchsvollere Musik konzentrieren können und insgesamt weniger CDs gekauft werden?

Ralf: Es ist schade, dass Musik zu einem Massenartikel geworden ist. Früher sind wir in einen Plattenladen gefahren, haben CDs durchgehört und dann eine gekauft. Die lief dann auch wochenlang auf Heavy Rotation. Heute ist alles schnelllebiger. Sehr Schade eigentlich, wobei ich den Vinyl Trend bemerkenswert finde. Ich selbst bin kein LP Typ aber man merkt deutlich, dass es immer mehr Liebhaber gibt, die sich wieder richtige Platten kaufen und damit auch sehr intensiv beschäftigen. Ich hab erst kürzlich im Radio gehört, dass in England dieses Jahr schon 1 Mio Platten gekauft wurden. Sehr gute Entwicklung!
Die CD wird sterben, das ist klar. Digitale Musik ist auch praktischer in der Handhabung, so lange es CDs gibt werde ich die noch kaufen. Ich denke vielen Metalfans geht es da ähnlich.

Ralf: Ihr konntet eine Menge Live-Erfahrungen mit Bands wie u. a. QUEENSRYCHE, BRAINSTORM, MYSTIC PROPHECY oder ALPHA TIGER sammeln. Wie waren diese Erfahrungen und gibt es die ein oder andere Touranekdote, die wir nicht verpassen dürfen?

Ralf: Wir sind schon eine Weile unterwegs das ist richtig. Die Supportgeschichten sind natürlich auch immer nett zu spielen, wobei ich persönlich die etwas kleineren Sachen lieber mag. Man hat den direkten Kontakt zum Publikum und wenn der Laden voll ist geht's viel besser ab.
Meine Aktuelle Lieblingsanekdote hat mit meinem Equipment zu tun. Wir haben uns kürzlich Schablonen für Buchstaben gekauft und weiße Sprühfarbe, um ganz Rockstar-like unseren Bandnamen auf unsere Kisten zu sprayen. Das Ganze ist nicht ganz so leicht wie man sich das vorstellt. Wir haben also im Proberaum die Farbe ausgepackt und die Schablonen hingelegt und abgeklebt. Da ich nicht mit einer künstlerischen Ader gesegnet bin, und rumgemurkst habe hat der Tommy mir die Sachen aus der Hand gerissen. Unter dem Motto „Gib her, das kann man ja nicht mit ansehen" hat er die Regie übernommen und auf mein Case den Bandnamen gesprüht.
Leider ist der Tommy ein Bachel (schwäbisch für Trottel) und hat die Buchstaben vertauscht, so dass wir jetzt „VANIHS" heißen müssten. Ich habe 2 Std lang gebraucht um die Farbe abzukratzen und der „VANIHS" Joke ist jetzt unser Running Gag...

Ralf: Was steht zukünftig an mit VANISH?

Ralf: Viel. Wir promoten unsere Platte, geben einige Interviews und spielen viele Konzerte im Moment. Nebenher schreiben wir Songs für die neue Platte, die wir für Ende 2016 planen, und wir sind grad mit Booking für 2015 beschäftigt. Langweilig wird uns sicher nicht in der nächsten Zeit.

(Ralf)

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