Accu§er - Accuser

Accuser AccuserNach dem 11. Album das erste selbstbetitelte Scheibchen rauszuhauen hat schon was. Kaum zu glauben, dass es dieser deutsche Thrash-Export so lange in der Szene ausgehalten hat, wenn auch mit ein paar mehr oder weniger freiwilligen Pausen. Nun steht das zweite Album unter Metal Blade am Start, und das mit einer erfreulichen Rückkehr.

René Schütz ist zurück an der Gitarre, und gleich vorneweg muss man die Arbeit dieser Fraktion in den Vordergrund stellen. Nicht nur rifftechnisch, sondern auch und gerade leadmäßig gibt es hier einiges zu hören, mit einem amtlichen modernen Sound, der aber auch gleichzeitig etwas synthetisch wirkt.

Bandleader Frank Thoms kann froh sein, René wieder an seiner Seite zu haben, denn das verleiht Nummer 12 die nötige Würze. Hier wird gerifft und soliert bis zum Exzess, der Thrash ist in alter wie neuer Manier stets in den Fingern der Saitenfraktion. Auch Drummer Oliver Fechner gibt alles an den Fellen, die sich allerdings noch etwas synthetischer als die Gitarren anhören. Nun gut, ich bin eh kein Freund der modernen Aufnahmeroutinen.
Einen solchen Schritt machten sie schon bei „Taken By The Throat“, als mitten in den Neunzigern fast kein anderer Sound möglich war, um sich als Metalband weiterhin zu etablieren.
ACCU§ER ist eh keine Band, die sich eine feste Leitlinie in ihrer Musik zum Ziel setzen, daher klingen die Alben auch meist sehr unterschiedlich. Thoms’ Gesang ist zwar mittlerweile auch zur Gewohnheit geworden, aber ansonsten kann es auch mal zu Variationen im Gesamtsound kommen.

„Accuser“ ist ein Donnerschlag, der sich so gar nicht nach einer 35jährigen Bandgeschichte anhört, sondern eher frisch und unverbraucht.
Die Fans werden es ihnen danken und werden für ihr geduldiges Warten mit mehreren Thrash-Granaten belohnt. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Durchhänger auf dem Neuling. So kann das seltsam anmutende „Be None The Wiser“ so gar nicht punkten, ebenso ist die Coverversion von AGNOSTIC FRONTs Klassiker „The Eliminator“ meines Erachtens eher ein müder Abklatsch des Originals und beläuft sich eher auf Schulbandniveau.

Insgesamt kommt die brutale Härte nicht immer authentisch rüber und klingt stellenweise wie gewollt und nicht gekonnt, aber im Gesamtblick ist „Accuser“ ein Hoffnungsschimmer in dieser tristen aussichtslosen Welt. Viel mehr kann und will man ja gar nicht verlangen. (Jochen)

 

 

 

Bewertung:

Jochen7,0 7 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:31 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 13.11.2020

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