God Is An Astronaut - Ghost Tapes #10

godisanastronaut ghosttapes10Wow, ist es wirklich schon drei Jahre her, dass das letzte Album von GOD IS AN ASTRONAUT herausgekommen ist? Irgendwie kommt es mir noch wie gestern vor. „Epitaph“ war ein trauriges und dunkles Album, das sich um den Tod drehte. Und schaut man sich das Cover zu „Ghost Tapes #10“ an, dann erwartet man eigentlich eine ähnliche Thematik. Auch ein Song wie das vorab veröffentlichte „Burial“ mit dem zugehörigen düsteren Schwarzweißvideo trägt dazu bei.

Dabei beginnt das Album zunächst ziemlich untypisch für die Band. Nach einem unspezifischen Drumintro folgen erst ein paar eher an SÓLSTAFIR erinnernde Takte, bevor man dann doch wieder zum typischen Bandsound zurückkehrt. Schnell wird der Song regelrecht hypnotisch, wandelt sich gegen Ende jedoch in ein schönes, ruhiges Stück, dem viel Zeit zugestanden wird um langsam pulsierend auszuklingen.

Hypnotisch ist eigentlich ein gutes Stichwort für dieses Album, denn viele Songs auf diesem Album besitzen die Fähigkeit, den Hörer in eine Art Trance zu versetzen. Oft wiederholen sich bestimmte Melodiebögen sehr häufig, oft wird man auch förmlich eingelullt von den gewaltigen Klanglandschaften die GOD IS AN ASTRONAUT erschaffen und in die man als Hörer geradezu hinein taumelt. Dann einfach fallen lassen und genießen.

Und manchmal ist man sich gar nicht mehr sicher, ob man seinen Ohren noch richtig trauen kann. Sind das da Stimmen zwischen den sphärischen Klängen des „In Flux“-Intros? Zu Beginn ist der Song fast schon gruselig, entwickelt sich dann jedoch zu einer fantastischen Postrocknummer, bei der man sich immer tiefer im Song verlieren kann. Und wo „In Flux“ aufgehört hat, da macht „Spectres“ gleich weiter, steigert sich immer mehr und endet dann recht plötzlich auf seinem Höhepunkt.

Auch das sehr auf Rhythmik reduzierte „Fade“ schlägt in diese Kerbe, steigert sich immer weiter, wird immer intensiver, immer hypnotischer. Der wunderschöne Postrocksong „Barren Trees“ bringt da wieder etwas Ruhe rein, er klingt regelrecht relaxed, ja, fast schon fröhlich. Hier kommt richtig gute Stimmung auf und dieser Song dürfte für meinen Geschmack auch ruhig noch etwas länger sein.

„Luminous Waves“ lässt das Album dann überraschend ruhig, melodisch und sanft ausklingen, am Ende sind die sphärischen Klänge kaum noch wahrnehmbar. Und man fragt sich, wieso dieses Album denn jetzt schon vorbei ist. Denn irgendwie ist es viel zu kurz geraten. GOD IS AN ASTRONAUT haben es wieder einmal geschafft, ein wunderschönes Stück Musik zu produzieren, das man am besten mit geschlossenen Augen hört und sich wegträumt. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum klingt es deutlich positiver und hat eine ganz andere Wirkung. Hier kann man sich wirklich in Trance hören – dafür muss man dem Album aber auch seine Aufmerksamkeit widmen. Aber können GOD IS AN ASTRONAUT überhaupt ein schlechtes Album schreiben? Ich glaube nicht. (Anne)

 

Bewertung:

Anne8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 7
Spielzeit: 37:14 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 12.02.2021

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