Majestic Downfall - Temple Of Guilt

majesticdownfall_templeofguilt.jpgMAJESTIC DOWNFALL kommen aus Mexiko, was man so eigentlich nicht erwarten würde, denn der musikalische Schwerpunkt liegt ganz eindeutig in Europa, genauer gesagt auf dem atmosphärischen Doom/Death Metal, wie ihn Bands wie ANATHEMA, KATATONIA, MY DYING BRIDE und andere in den Neunziger Jahren prägten. Der Exotenbonus wird MAJESTIC DOWNFALL damit auf jeden Fall zu Teil, wobei ich besser sagen würde, MAJESTIC DOWNFALL kommt aus Mexiko, denn bei dieser „Band“ handelt es sich lediglich um ein Ein-Mann Projekt. Dieser eine Mann ist Jacobo Córdova, der in seinem Heimatland kein Unbekannter zu sein scheint, und dort mit seinen Bands ANTIQUA und PROJECT FIRESTART über 10 Jahre lang beschäftigt war. Im Jahr 2007 hatte Jacobo Córdova augenscheinlich Lust auf was Neues, und gründete im Alleingang MAJESTIC DOWNFALL, deren Debütalbum „Temple Of Guilt“ uns in Europa über das italienische Label My Kingdom Music zugänglich gemacht wird. Nebenbei betreibt gewisser Jacobo Córdova auch noch ein Ein-Mann Thrashprojekt TICKET TO HELL; vielbeschäftigt der Mann!

Hier soll's aber ausschließlich um MAJESTIC DOWNFALL's „Temple Of Guilt“ gehen, das es bei gerade mal fünf Songs auf eine beachtliche Spielzeit von fast einer Stunde bringt. Eine laaange Stunde, um es vorwegzunehmen. Seien wir ehrlich! Ein-Mann Projekte sind ja immer so eine Sache, und bestechen meistens nicht durch überragende Qualität, und „Temple Of Guilt“ bestätigt diese Regel. Da können dann auch Porncho, Pastas und Migueliro nix mehr ausrichten, die den tonangebenden Meister teilweise instrumental unterstützen, wobei gerade die Gitarrensoli nicht von schlechten Eltern sind.

Der atmosphärische Beginn mit ruhigen akustischen Gitarren im Opener „Temple Of Guilt“ ist noch das Beste an der ganzen Scheibe, denn spätestens wenn der Gesang einsetzt, merkt man, dass etwas faul ist an „Temple Of Guilt“. So etwas eindimensionales, einschläferndes und seelenloses habe ich schon lange nicht mehr gehört. Wenigstens der Song an sich ist vernünftig aufgebaut, und da die zwischenzeitlich eingestreuten Pianopassagen auch zu gefallen wissen, kann man „Temple Of Guilt“ mit bestem Gewissen als das Highlight dieser Doom/Death Scheibe anpreisen.
Dass das nicht allzuviel zu sagen hat, merkt man dann schnell im weiteren Verlauf der Stunde, denn das war's dann auch schon!
Songs wie die beiden folgenden „Unexpected“ und „Swallow Pride“ rauschen selbst beim vierten Durchlauf an einem vorbei, und irgendwann ist eben der Punkt erreicht, an dem man keine Lust mehr hat, sich der Musik intensiv hinzugeben. Der Refrain von „Failure“ lässt zwischenzeitlich mal noch kurz aufhorchen, dann folgen erneut 20 Minuten der Müdigkeit und man versinkt wieder in seinen Gedanken. Bis, tja bis, einen im abschließenden „Bleeding Sun“ die Blastspeeds aufwecken, oder soll ich besser sagen aufschrecken, die plötzlich aus dem nichts auftauchen, und die Musik real erscheinen lassen. Kurze Zeit später hat man „Temple Of Guilt“ zum Glück überstanden, und anstatt sich das Ganze noch mal zu geben, greift man lieber zur entspannenden Melodic Rock Unterhaltung.

Es fällt wirklich wahnsinnig schwer, sich eine Stunde lang am Stück auf „Temple Of Guilt“ zu konzentrieren, selbst wenn man es sich fest vorgenommen hat. Weder das Songwriting noch der Gesang können als Stärke von Jacobo Córdova bezeichnet werden, und dann bleibt eben wenig positives übrig. Atmosphärischer und majestätischer doomiger Death Metal hat zumindest für mich völlig anders und viel intensiver zu klingen, das hier ist stinklangweilig. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht! (Maik)


Bewertung: 4 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 56:06 min
Label: My Kingdom Music
Veröffentlichungstermin: 06.04.2009
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