The Satellite Year - Mission: Polarlights

The Satellite Year - Mission PolarlightsWenn es sich eine noch am Anfang ihres Schaffens stehende Band leistet, ihr erstes Full-Length-Album in Italien aufzunehmen, dann muss diese Band schon in ganz besonderer Art und Weise von sich überzeugt sein. THE SATELLITE YEAR aus dem beschaulichen Saarland (als Saarländer darf ich das sagen ;-)) verfügen augenscheinlich über eine gesunde Portion an Selbstvertrauen, nach den positiven Reaktionen auf die 2008er EP „This Is Voltaire“ und den Shows als Support für THE RASMUS, DIE HAPPY, SILBERMOND und STEFANIE HEINZMANN (um die bekanntesten zu nennen) auch kein Wunder.

Nun ja, ich gebe zu, das klingt verdächtig nach:„Was hat sowas bei Neckbreaker zu suchen?“ Aber es ist immerhin im weitesten Sinne Rockmusik, die uns die sechs Saarbrücker Jungs hier servieren, irgendetwas zwischen Alternative, Postcore, Emo und Electropop. Gemacht für's Radio UND für die Bühne! „Mission: Polarlights“, so der Titel des Albums, um das es in den vorangegangenen und den noch kommenden Zeilen geht, besteht aus Ohrwürmern, wohin man hört und aus Bandwürmern, wohin man kuckt. Um Gute-Laune-Hymnen wie „Girls Go Movie“ fehlerfrei mitzusingen, braucht man kein Gedächtnistraining zu absolvieren, um sich die Songtitel wie „Scene Scene Scenery (We Are So Far From Perfect“ oder „Jelly Jelly How To Survive Such A Trip?“ zu merken, kann genau dieses nicht schaden. Und beides zusammen macht „Mission: Polarlights“ zu einem außergewöhnlichen Album!

Fast alle der 11 regulären Songs, es gibt auch noch ein Mini-Intro und eine kurze Interlude, scheitern bereits an der 4-Minuten Marke, THE SATELLITE YEAR ordnen fast alles der unbeschwerten Eingängigkeit unter, so dass man nach dem ersten Dutzend an Umläufen ganz verwundert feststellt, wie viel Anspruch vor allem in der zweiten (etwas ruhigeren) Hälfte von „Mission: Polarlights“ steckt. Dieses Album ist großartig von alpha bis omega und sollte THE SATELLITE YEAR weit über die regionalen Grenzen bekannt machen, weil die Band eben die Songs hat, die andere nicht haben, und über einen erstklassigen Sänger verfügt, von dem andere Bands nur träumen. Hört einmal „Because This Ain't Vegas“ oder „Jelly Jelly How To Survive Such A Trip?“ und ihr habt verloren, weil ihr die Melodien nicht mehr aus dem Innenohr rausbekommen werdet.

Der Mut, „Mission: Polarlights“ bei Andrea Fusini in Turin aufzunehmen, scheint sich für's erste gelohnt zu haben, denn neben dem durchweg überdurchschnittlichen Songmaterial ist es auch dieser schwer zu beschreibenden Produktion geschuldet, die Rock und Pop perfekt miteinander vereint, dass sich THE SATELLITE YEAR alle Türen zu den Sternen geöffnet haben. Wie hoch die sechs Saarländer hinaus kommen werden, das wird die Zeit zeigen. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 44:00 min
Label: Midsummer Records
Veröffentlichungstermin: 21.04.2011