surrenderthecrown lifedecidesKönnte es eine persönliche Tradition werden, am letzten Tag eines Jahres die passenden Worte zum passenden Album des Jahres zu finden? Schauen wir mal, was die Zukunft so bringen mag, die Geschichte erfährt dieses Jahr zumindest aber einmal eine erste Wiederholung. Nachdem 2015 mein unangefochtener, persönlicher Favorit ein quasi massentaugliches Konsensalbum war – ADELE „25“ – was man rückblickend betrachtet der Künstlerin hoch anrechnen muss, denn sie hat geliefert als alle Welt genau das von ihr erwartet hat, so ist in diesem Jahr genau das Gegenteil der Fall. Sowohl die Band SURRENDER THE CROWN als auch das dazugehörige Album „Life Decides“ kennen leider nach wie vor viel zu wenige Menschen und das muss dringend geändert werden.

„Viel“ und „wenig“ sind an dieser Stelle natürlich relativ zu sehen, denn diese fünfköpfige Band aus Deutschland hat einfach eine so unglaubliche Qualität und grundsätzlich so ein riesiges Potential, die Musik ist gemacht für Shows vor tausenden von Menschen, dass man sich echt fragt, was hier „schief“ läuft, ist es nur das fehlende Marketing oder ist es einfach nur das übliche zur falschen Zeit am falschen Ort Pech. Vielleicht sollten SURRENDER THE CROWN einfach mit Pseudonymen, Masken und einem gefakten Herkunftsland einen Neustart wagen, POWERWOLF haben mit dieser Taktik die Welt erobert.
Wie auch immer, wirklich überraschend kommt „Life Decides“ als Album des Jahres nicht um die Ecke, weil mich SURRENDER THE CROWN Anfang 2013 bereits mit ihrem Debütalbum „What We Think Defines Us“ quasi von null aus von Hocker gerissen, nein katapultiert haben.

Es mag wie eine billige Floskel klingen, aber „Life Decides“ ist so etwas wie der natürliche Nachfolger zum Debüt. Auch wenn es kaum möglich war, hat sich die Band in den entscheidenden Punkten nochmals nach vorne entwickelt, die harten Songs der Platte wirken noch härter, die Balladen noch einfühlsamer und die Melodien von Matthias Braun und die Soli von Patrick Meyer noch ausgereifter.
Ohne den anderen Musikern der Band zu nahe treten zu wollen, aber Matthias Braun und Patrick Meyer würden JEDER dieser erfolgreichen Ami-Alternative-Bands einen Schub nach vorne geben, das ist ohne Übertreibung weltklasse, was die beiden abliefern.

Zwei weitere Erfolgsgaranten sind in diesem Zusammenhang die beiden Produzenten Phil Hillen und Ronny Lang, die im Studio das Beste aus den Musikern herausgeholt haben und einen Sound gezaubert haben, der noch drückender ist als auf dem Debüt und auf der anderen Seite in den ruhigen Passagen die Emotionen der Songs zum Greifen nahe bringen lässt. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Monaten einen stimmigeren Sound zu einer Platte gehört zu haben.

Dass alles wäre aber nur die halbe Miete, wenn SURRENDER THE CROWN als Band nicht solch fantastische Songs schreiben könnten und würden, die ich jetzt seit elf Monaten hören und bewundern darf und die nach unzähligen Hördurchgängen nichts von ihrer Faszination verloren haben und noch nicht mal einen Hauch von Patina angesetzt haben.
Bei „Undying“ denke ich immer noch, „wow, was für ein Riff“, bei „Lost In The Storm“, „hölle, was für ein geiles Solo“ und bei „River Will Flow“ immer noch „eine Melodie für die Ewigkeit“.

Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, dass alle elf Songs von „Life Decides“ von vorne bis hinten Knaller sind, die man in dieser Qualität so schnell nicht mehr hören und so schnell auch nicht mehr vergessen wird, denn jeder einzelne Song von „Life Decides“ hat sein eigenes Markenzeichen, am auffälligsten ist vielleicht „Color And Shape“, das aufgrund seiner positiven Grundstimmung sogar zu so einer Art Sommer-Hit taugen würde.

War „What We Think Defines Us“ sozusagen das Pendant zu „When Dream And Day Unite“, dann ist „Life Decides“ das Pendant zu „Images And Words“, für nicht wissende, die ersten beiden DREAM THEATER Meilensteine. Kann ich der Band ein größeres Kompliment machen?
Vielleicht, indem ich hier noch eine 10er Wertung drunter setze, was ich in knapp 10 Jahren vorher noch nie gemacht habe, denn diese Ehre soll nur denjenigen gebühren, die es auch wirklich verdient haben. Wird es jemals ein besseres Modern Alternative Rock Album geben als „Life Decides“, ich kann es mir aktuell nicht vorstellen. (Maik)


Bewertung: 

Maik 201610,0 10 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 46:20 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 26.02.2016





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