Death SS - The Entity

Die Horror-Metaller DEATH SS aus Pesaro in Italien existieren bereits seit 1977 und bringen 2025 ihr elftes Album auf den Markt. Gleich der sakrale Opener „Ave Adonai“ ist ein hypnotischer Gänsehautsong aus dem Bilderbuch. Der nachfolgende Track „Dustified Sinner“ ist da weitaus eingängiger angehaucht uud erinnert an ALICE COOPER. “Possession“ ist ein Up-Tempo-Knaller mit gespenstigen Keyboardsounds. Ebenfalls sehr eingängig. Die Kauzigkeit der Vergangenheit ist trotzdem irgendwie noch spürbar, schwebt sozusagen über allem.

Immer wieder spielen sie textlich mit okkulten Themen. „Dr. Jekyll, Sister Hyde“ hat wieder eindeutig ALICE COOPER-Tendenzen, mit einem Killergitarrensolo. Eine Kirchenorgel begleitet „Two Souls“ auf dem Höllenritt ins Fegefeuer. Wieder saugeiler Refrain. Hat sogar was von KING DIAMOND zu „Eye Of The Witch“-Zeiten, wäre der Gesang nicht. Dieses Soloduell, hui! „Out To Get Me“ hat balladeske Züge und ist ein dramatischer Song, den ich so gar nicht erwartet hätte. Schweinegeil. Ähnlich verhält es sich mit dem epischen „Cimiteria“ mit schaurigen Tastenklängen ala GOBLIN. Diese Parallelen zu den Filmmusikgiganten kommen nicht von ungefähr. Schließlich waren GOBLIN in den Siebzigern und Achtzigern für unzählige Giallo und Horrorfilmsoundtracks zuständig und das ist bekanntlich der größte Einfluss für eine Horrormetalband wie DEATH SS.

Weiterhin sind die Einflüsse natürlich auch auf „The Entity“ diverse Horrorliteratur. Das ergibt ein wirklich spannendes Album, das zum einen zwar verdammt catchy ist, aber dennoch genügend Abwechslung und Gimmicks bietet. Bestes Beispiel ist das unerwartet entspannende „The Evil Painter“ mit Seventies-Touch und cooler Hammondorgel ala BLUE ÖYSTER CULT. Oder das unfassbare „Mary Clark“. Mit „Evil Never Dies“ gibt’s sogar einen waschechten Power Metal Song.

Ich hatte so ein Hammeralbum von der einstigen Legende DEATH SS nicht erwartet, da ich irgendwann mal eine etwas neuere Scheibe von den „Ragazzi“ besprechen musste, die furchtbaren Industrial/Elektro-Schrott enthielt. Danach interessierte mich die Band nicht mehr und ich verfolgte nicht mehr deren Werdegang. Umso begeisterter bin ich von diesem sehr stimmigen Album, das sowohl Freunde von ALICE COOPER, LORDI oder GHOST begeistern müsste, als auch Fans des eher obskuren Stahls. Wetten? (Ralf)

Bewertung:

Ral8,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 52:36 min
Label: Lucifer Rising Records
Veröffentlichungstermin: 09.05.2025