rosstheboss tourflyerErst im Dezember vergangenen Jahres wurde das neue Line-Up der ROSS THE BOSS Band um MANOWAR-Co-Gründer Ross Friedman, der am 18. Januar in die Hall Of Heavy Metal History aufgenommen wurde, bekannt gegeben. Nach einigen Auftritten in Lateinamerika befindet sich die Band derzeit auf großer Europa-Tour, die insgesamt das sportliche Programm von 28 Gigs umfasst.
Im Januar hatten wir in einem Interview mit Ross Friedman unter anderem erörtert, inwieweit es einen Crossover zwischen den Fans seiner Metal-Band ROSS THE BOSS und seiner Rock-/Protopunk-Band THE DICTATORS gibt. Ross sagte:

„Manche [der Fans] mögen einfach alles was ich mache und sie kommen überall hin, aber natürlich gibt es auch Fans der Musik-Genres. Die DICTATORS-Fans werden niemals MANOWAR-Musik hören und gleichzeitig sind die MANOWAR-Fans der Meinung, dass die DICTATORS albern sind. Aber heutzutage gibt es schon ein bisschen Crossover.“

Dass er damit Recht behalten sollte, konnte man auf dem ersten Deutschland-Gig der „Discipline Of Steel Tour“ im 7er Club in Mannheim durchaus beobachten: Direkt vor der Bühne tummelten sich doch gleich zwei Fans im DICTATORS-Shirt. Auch für uns, eine langjährige Freundin und mich, hieß es an jenem Abend „Rock-Girls going Metal“.

Die Location, der 7er Club, befindet sich in einem nicht besonders einladenden Gewerbegebiet, und zwar direkt neben einer Freikirche – interessante Kombination. Bei dem Club handelt es sich um eine Vermiet-Location, die für das Konzert diesmal von der Schifferstädter VIER Saiten-Agentur gebucht wurde, die dort regelmäßig veranstaltet. Dieser gelang es den Laden mit dem ansprechenden Line-Up an einem Montagabend auszuverkaufen: Die Hütte war brechend voll, unter den Besuchenden unter anderem auch KISSIN' DYNAMITE Gitarrist Jim Müller. Sehr auffällig war, dass alle auffallend gut gelaunt und extrem höflich waren. Selbst für den kleinsten unabsichtlichen Rempler entschuldigte man sich, und machte extrem bereitfällig Platz für jene die Fotos knipsen wollten. Der Altersdurchschnitt war extrem bunt gemischt, von Anfang 20 bis hin zu jenen, die wahrscheinlich beim Erscheinen des ersten MANOWAR-Albums selbst noch so jung waren.

ANCILLOTTI
Los ging es bereits um 20 Uhr mit der italienischen Band ANCILLOTTI, bei der es sich mehr oder weniger um ein Familienunternehmen handelt: Gegründet wurde die Band 2011 von Sänger Daniele Ancillotti (STRANA OFFICINA). Mit an Bord: Sein Bruder Sandro und sein Sohn Brian Ancillotti. Komplettiert wird die Band von „Blutsbruder“ Gitarrist Luciano Toscani, der mehr als 20 Jahre seiner Musikerkarriere mit Größen wie der MICHAEL SCHENKER GROUP, ANVIL oder DOKKEN sowie vielen anderen durch die Weltgeschichte tourte. Bisher brachte die Band eine EP und zwei Alben heraus. ANCILLOTTI begleitet ROSS THE BOSS auf insgesamt 8 Konzerten der „Discipline Of Steel“-Tour.

Ancillotti – so heißt auch ein bekannter italienischer Motorradhersteller. Dementsprechend walzte die Band mit großem Getöse und viel PS durch ihre Setlist. Vom ersten Lied an wurde dem Publikum ordentlich eingeheizt. Dabei auffällig und sehr angenehm, dass doch häufig Assoziationen zu MOTÖRHEAD geweckt wurden. Insgesamt spielt die Band einen durchaus eingängigen, eher tradtionellen Achtziger/Neunziger Jahre Metal. Bei der Ballade „Lonely Road“ ging dann sogar das ein oder andere Feuerzeug an.
Der Benjamin der Band, Brian, drosch die ganze Zeit über gekonnt und mit großer Leidenschaft auf das Schlagzeug ein. An ihm wäre definitiv auch ein guter Rock-Drummer verloren gegangen. Spätestens nach dem fulminanten Finale zu „Bang Your Head“ (...Rock'n'Roll ain't dead...) waren dann auch wirklich alle im Saal warm gelaufen. Die Band verließ durch die tobende Menge den Konzertraum.

Live 20170306 Ancillottilive 20170306 Ancillotti2

Setlist ANCILLOTTI:
Fight
To Hell With You
Immortal Idol
Burn, Witch, Burn
The Beast Is Rising
The Hunter
Lonely Road
Victims Of The Future
I Don't Wanna Know
Warrior
Legacy Of Rock
Bang Your Head

ROSS THE BOSS
Nach einer kurzen Pause zum Bühnenumbau ging es dann mit dem Headliner weiter. Dem Zusammenspiel der Band zuzuschauen machte richtig Laune, denn alle hatten merklich viel Spaß bei der Sache. Präsentiert wurde ein „All MANOWAR Classics Set“ – sprich eine Zusammenstellung von MANOWAR-Songs aus der Ross The Boss-Ära (1980 – 1988).

Bassist Mike LePond (SYMPHONY X) strahlte die ganze Zeit über wie ein Honigkuchenpferd und sorgte total leger für den Takt. Schlagzeuger Kenny "Rhino" Earl (MANOWAR, ANGELS OF BABYLON, DEATH DEALER) trommelte fast wie im Schlaf. Trotz der ganzen Energie, die von ihm ausging, wirkte das was er tat, total mühelos und extrem entspannt. Man merkte sofort, dass da ein Profi am Werk ist. Sein Anblick löste Assoziationen aus, als würde er mit seinem Bandana auf dem Kopf, auf einer Harley Davidson durchs Land cruisen, einfach fantastisch.
Sänger Marc Lopes (LET US PREY) toste wie ein Wirbelwind über die Bühne und genoss es sichtlich, das Publikum, dessen Nähe er die ganze Zeit suchte, immer wieder lautstark mitsingen zu lassen. Und Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman wirkte fast bescheiden, angesichts der Verehrung die ihm durch die Crowd entgegen gebracht wurde. Bei einem längeren Gitarrensolo hing die Menge begeistert an seinen Fingern und lauschte andächtig, teilweise fast wie in Trance. Es war unübersehbar wie viel diese Musik seinen Fans bedeutet.
Das Publikum kam zweifelsohne auf seine Kosten, war hin und weg von einem fulminanten Auftritt und reckte minutenlang die Arme in die Höhe. Die 13 Songs wurden ohne Atempause und Zwischenansagen mit sehr viel erkennbarer Leidenschaft an den Mann und die Frau gebracht. Die Ankündigung im Vorfeld wurde in Mannheim definitiv eingehalten:

“I have assembled three incredible musicians, and together we will deliver an experience only to be described as, true classic metal. We are going to devastate every audience, every night, without mercy!“

Live 20170306RTB2Live 20170306 RTB1

Setlist ROSS THE BOSS:
Blood Of The Kings
Death Tone
The Oath
Blood Of My Enemies
Thor (The Powerhead)
Kill With  Power
Each Dawn I Die
Sign Of The Hammer
Dark Avenger
Fighting The World
Metal Daze
Hail And Kill
Battle Hymn

Auch das sich zwei Tage später anschließende Konzert in Hamburg war übrigens restlos ausverkauft. Für mich persönlich war der Abend ein interessanter Ausflug, den man durchaus wiederholen kann, wenngleich ich sicherlich bei „meinen Leisten“ bleiben werde und der DICTATORS NYC-Tour im Herbst ungeduldig entgegenfiebern werde. Ein bisschen fühlte es sich ja an, wie wenn man im Urlaub so Touristenzeug macht. Aber das erweitert ja bekanntlich den eigenen Horizont - kann man durchaus mal wieder machen. Wer die Band jetzt auf der Tour verpasst hat bekommt übrigens mindestens im Sommer beim Rock Hard Festival am 2. Juni noch einmal die Gelegenheit. (Manu)

 

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