buddhasentenza semaphoraBeim letztjährigen PsyKa-Festival hab ich BUDDHA SENTENZA leider verpasst. Der Auftritt war schon fast mitten in der Nacht, und Freitags nach der Arbeit noch so einen intensiven ersten Festivaltag mitnehmen klappt nur selten im aufnahmefähigen Zustand.
Ich hatte die Heidelberger deshalb auch gar nicht auf dem Schirm, bis eine Freundin bei Facebook einen Link zum Album der Band teilte. Was ich hörte gefiel mir auf Anhieb so gut, dass ich mich auf die Suche nach mehr davon machte. Bei Bandcamp wurde ich fündig und hörte auch in die vorherigen Veröffentlichungen der Band rein.

Das erste Album der 2008 gegründeten Truppe ist „mode0909“, welches gut ins Ohr geht, und als Grundstein mit allen heutigen Facetten der Musik von BUDDAH SENTENZA durchgeht. „South Western Lower Valley Rock“ aus 2013 ist ein instrumentaler, sphärisch klingender Stoner-Rock Brocken, der für meine Begriffe als schwere Kost durchgeht.
Mit dem aktuellen Album „Semaphora“ bleibt man sich treu, fügt der Musik jedoch viele neue Facetten hinzu. Mir gefällt diese Mischung, die an einen Soundtrack zu einem Roadmovie erinnert, sehr. Die Hammond Orgel wummert angenehm und erinnert in den Songs gerne mal an frühe AMORPHIS. Die, durch die pure Länge von 10 Minuten des Songs, epische Reise durch Patagonien „Kréèn (Patagonian Lights)“ besticht durch die getragenen Elemente und Samples eines vermutlichen Schamanen, der allerlei Dinge beschwört.
Im Vergleich zu vorherigen Stücken ist „Laika“ schon echt heavy doomig, atmosphärisch dicht, und verblüfft ausserdem mit „Mars Attacks“-Klängen. Es fällt mir hier schon ein wenig schwer dieses Füllhorn an Ideen zu beschrieben. Man begibt sich auf eine klangliche Reise und entdeckt jede Minute eine neue Facette. Gerne führe ich auch die Seelenverwandschaft zu ANATHEMA bei „Blood Rust“ an. Gänsehaut macht mir das Reprise von „Blood Rust“ am Ende des Albums, welches mit faszinierendem Gesang überrascht.

Die Band schreibt mir hierzu auf Nachfrage, warum der Song nicht in der Songliste des Albums steht:

"Der Song "Blood Rust (Paredra & Parerga)" ist sozusagen unser Bonus-Hidden-Track.

auf dem regulären Album ist er selbst nicht drauf (dafür aber die Version ohne Gesang - "Blood Rust"), aber es gibt auf der CD und der Schallplatte einen QR-Code, welcher zu einem Link führt mit dem man den Song downloaden kann.

Der Gesang auf dem Stück stammt von unserem Gitarristen (B.B. Blacksheep). Während alle regulären Songs auf dem Album von der Tonmeisterei in Oldenburg gemischt und gemastert wurden, wurde die Version "Blood Rust (Paredra & Parerga)" auch von unserem Gitarristen selbst gemischt. Wir wollten nicht nur einfach den gleichen Song einmal mit und einmal ohne Gesang aufs Album packen. Daher wurde es ein Bonustrack mit eigenem Master/Mixing. Dennoch war es für uns ein Versuch - da wir sonst rein instrumental unterwegs sind - mit der Gesangsoption zu spielen. wer weiß wie sich das entwickelt. vielleicht machen wir das in Zukunft nochmal. Wir experimentieren halt auch immer wieder gerne.

Davon abgesehen werden wir auch demnächst die Rohdateien (Einzelspuren usw.) hoch laden. Als Anreiz für andere Freaks sich ihren eigenen Mix machen zu können oder ein Remix oder whatever. Wir mögen die Idee, dass die Zuhörerschaft auch aktiv partizipieren kann und nicht nur passive Konsumenten sind."

Schade, dass ich die Band nicht live geniessen konnte, aber es bieten sich in diesem Jahr durchaus ein paar Gelegenheiten. Die Musik eignet sich hervorragend um gedankenverloren in der Gegend herum zu tanzen.
Klanglich ist „Semaphora“ über jeden Zweifel erhaben. Seien es Klangcollagen oder handfeste Metal-Passagen, der Sound ist mächtig, transparent und nie nervtötend abgemischt. Über die HiFi-Anlage (wer sowas noch hat) im Wohnzimmer gehört, vermag es die Band auf den Teppich vor den Lautsprechern zu projizieren.
Meine Versuche meine musikalische Bandbreite ständig zu erweitern, werden durch Neuentdeckungen wie „Semaphora“ von BUDDHA SENTENZA mehr als belohnt. Ich lege die Band allen ans Herz, die musikalische Experimente mögen, auf Heavystonerpsychodelischeninstrumentalrock abfahren und dabei verträumt ins Schwärmen geraten, wenn sie die orgasmusprovozierende Nummer „The End Is Coming, We‘ll Take It From Here“ einsaugen. (Andreas)


Bewertung:

Andreas9,0 9 / 10


Anzahl der Songs: 7
Spielzeit: 56:23 min
Label: World in Sound
Veröffentlichungstermin: 15.01.2017

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